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Baronin Margit von Batthyany, geb. Margit Thyssen-Bornemisza de Kászon (Rechnitz, 22. Juni1911 - Lugano, 15. September1989) war eine Tochter von Baron Heinrich Thyssen-Bornemisza de Kászon. Sie besaß und lebte in einem Schloss in Rechnitz in Österreich, wo am 24. März 1945 zweihundert Juden wurden ermordet.
Schloss
Ihr Vater Baron Heinrich Thyssen, einer der Erben von August Thyssen besaß ein Schloss in Rechnitz, 150 Kilometer südlich von Wien. Mit dem Ansatz der Zweiter Weltkrieg er übergab das Schloss seiner Tochter Margit und floh nach Schweiz, wo er weiterhin seine deutschen Minen und Fabriken aus der Ferne kommandieren würde. Das Schloss wurde langsam zu einem Heim für SS-Offiziere und andere Nazis. 1944 lebten in den Kellern des Schlosses etwa 600 Juden unter entsetzlichen Bedingungen an der Befestigung von Rechnitz.
Massenmörder
Am 24. März 1945 veranstaltete die Baronin im Schloss eine Party für die Mitglieder der NSDAP, das SS, das Gestapo und der Hitler-Jugend. Tanzen und Trinken reichten offenbar nicht: Gegen Mitternacht wurden zweihundert arbeitsunfähige Juden auf den nahegelegenen Kreuzstadel-Hof gebracht. Hier wurden sie von betrunkenen Gästen geschlagen und erschossen. Die Leichen wurden von fünfzehn Häftlingen begraben, die dann selbst erschossen wurden.
Laut David Litchfield waren die Tempomacher zwei Liebhaber von (verheirateter) Margit: Franz Podezin (Gestapo und Führer der NSDAP in Rechnitz) und Joachim Oldenburg (Angestellter von Thyssen und Nazi). Podezin soll Margit und fünfzehn wichtigen Gästen Waffen und Munition gegeben und sie eingeladen haben, "einige Juden zu töten". Ob Margit und ihr Mann an dem Massaker teilgenommen haben oder nur Zeugen waren, ist laut Kritikern von Litchfield nicht klar. Litchfield sagt, Margit habe es immer genossen, barbarische Aktionen gegen die 600 Zwangsarbeiter zu verfolgen.
Am 29. März 1945 wurde die rote Armee Rechnitz drin. Das Schloss brannte. Die Massengräber wurden am 5. April 1945 entdeckt. In den Jahren 1946 und 1948 fanden mehrere Gerichtsverhandlungen zu dem Massaker statt. Zwei wichtige Zeugen wurden ermordet. Während einer der Anhörungen wurde klar, dass am 26. März 1945 an anderer Stelle in Rechnitz 400 Zwangsarbeiter ermordet worden waren. Am Ende erhielten einige Teilnehmer des Massakers leichte Strafen: Die Haupttäter flüchteten.
gemäß Stefan Klemp von dem Simon Wiesenthal-Zentrum Nach dem Krieg arbeitete SS-Führer Podezin als Agent für die Westalliierten in der DDR. Die westdeutschen Behörden ermöglichten Podezin die Flucht aus Deutschland.
Über das Massaker in Rechnitz gemacht Margaretha Heinrich und Edward Erne 1994 ein Film, "Totschweigen".
In einem Park in Rechnitz steht ein Denkmal zur Erinnerung an die Ermordeten.
Jagd und Zucht
Nach der russischen Besetzung kehrte Margit nach Rechnitz zurück, um im Wald zu jagen. Im Bad Homburg auf dem Erlenhof war sie in der Pferdezucht tätig.
Literatur
- Litchfield, David R. L. -"The Thyssen Art Macabre", Quartet Books, 2007