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Mau Marssen
Maurice Leon Mus
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Allgemeine Information
Pseudonym(e)Mau Marsen
Geboren30. Januar1902
GeburtsortBrügge
Verstorben10. August1977
Ort des TodesAssebroek
LandFlagge von Belgien Belgien
dbnl-Profil
Portal  Portalsymbol  Literatur

Maurice Leon Mus (Brügge, 30. Januar1902Assebroek, 10. August1977) war ein Belgier Literat und er benutzte das Pseudonym Mau Marsen.

Lebenszyklus

Mus wurde Straßenbahnfahrer. Zwischen den beiden Weltkriegen schrieb er mehrere realistische und naturalistische Romane. Er wollte das Leben, vorzugsweise am Rande der Gesellschaft, fotografisch darstellen, ohne subjektive Interpretation.

1922 heiratete er die Schneiderin Laura Witters. Sie war eine herrische Frau und 1940 stellte sich heraus, dass sie deutsche Sympathien hatte. Das Paar zog in die Sint-Amandstraat 4, um ein Gasthaus zu führen. Ein paar Jahre später gab er sein Debüt in der Antwerpener Tageszeitung Die Schelde mit zwei Kurzgeschichten: Der Mann, der kalt blieb und Der Mann, der züchtigt. Er signierte sie mit dem Pseudonym Musten Mis. 1927 druckte er selbst diese Geschichten unter dem Pseudonym Mau Marssen und mit dem Verlag nach Bär der Loge.

1928 wurde er Mitglied des Literaturclubs Brügge Mafia und er veröffentlichte in der niederländischen kommunistischen Tageszeitung Der Stand ein Boxerroman Der Mann mit den Fäusten.

Im selben Jahr erschien in Der Dudelsack, ein 'Jahrbuch der flämischen Jugend', geschrieben von ihm Tour Sawinski, eine Geschichte über Geert, einen ehrgeizigen jungen Mann.

1929: Nach der Geburt eines Sohnes und einer Tochter zieht Mus in die Außenbezirke von Brügge Brug Heiliger Andreas. Er arbeitete jetzt als Straßenbahnschaffner. Er nahm die Straßenbahn 1 vom Bahnhof Brügge über den Markt in den östlichen Vorort Assebroek, wo sich das Straßenbahndepot auf dem Gemeenteplein befand, und zurück. Der Beruf des Straßenbahnschaffners umfasste damals weit mehr als nur Fahrkartenverkauf und Straßenbahnfahren. In seine Zuständigkeit fiel auch der Betrieb der Schleppwagen, der Bremsanlage und der Signalgeräte. Auch das Anschließen von Beleuchtungskabeln und die Überprüfung des gesamten Wagens gehörten zu seinem Aufgabengebiet.

1930: Er erhält einen Brief des Verlegers Erven J. Bijleveld von Utrecht – in dem er gebeten wurde, zu einer Sammlung von Originalgeschichten beizutragen: Zwanzig nord- und südholländische Geschichten. Mars geschickt Fäuste“ in, eine Geschichte über einen talentierten Boxer.

1931: Drei junge Mafia, Mau Marsen, Marcel Matthijs und Hugo Vrielynck, gab kurz das Magazin Signale aus, von denen vier veröffentlicht wurden. In der dritten Ausgabe veröffentlichte Marssen ein ehrgeiziges Manifest: "Fünfjahresplan der flämischen Literatur".

1938: Nachdem bereits unter dem Impressum veröffentlicht worden war Bär der Logegründete er seinen eigenen Verlag unter dem Namen Der goldene Besen, und veröffentlichte seine Novelle Das Opfer der Seele.

1941: Die Novelle nüchterne Welt wieder in Eigenregie von den Pressen gerollt.

Mitte 1941: Mus meldet sich freiwillig in Deutschland. Er tat es auf Druck seiner Frau, weil sie wollten, dass ihr Sohn Marnix studiert und dafür Geld benötigt wurde. Im September 1941 trat er der Organisation Todt bei.

28. Mai 1945: Mus wird nach Brügge repatriiert und im Internierungslager von . inhaftiert Heiliges Kreuz.

23. Mai 1947: Er wird von der freigelassen Kriegsgericht zu 2 Jahren Gefängnis und lebenslänglich verurteilt. Er ist umgezogen nach Borgerhout und wurde Hafenarbeiter.

Mai 1949: Er erhält seine Bürgerrechte weitgehend zurück.

1965: Er veröffentlichte eine erotische Sammlung von Kurzgeschichten, Das verlorene Schaf.

August 1974: Maurice Mus kehrt mit seiner Frau Laura in sein altes Haus in Assebroek zurück.

Veröffentlichungen

  • 1927 Der Mann, der kalt blieb (Roman), Brügge: Ausgabe Beertje van de Loge.
  • 1930 Die 16-jährige Frau (Theater)
  • 1938 Das Opfer der Seele (Geschichten), Sint-Andries-bij-Brugge (Torhoutsesteenweg, 133): Veröffentlichung De Gouden Bezem.
  • 1941 nüchterne Welt (Roman), Sint-Andries-bij-Brugge (Torhoutsesteenweg, 133): Veröffentlichung De Gouden Bezem.
  • 1965 Das verlorene Schaf (Erotische Geschichten), Gent (Ketelvest, 8): Herausgeber De Steenbok.

In Zeitungen und Zeitschriften

  • 1922 Der Mann, der kalt blieb und Der Mann, der züchtigt, in: Die Schelde.
  • 1929 Tour Sawinski, in: De Doedelzak, Jahrbuch der flämischen Jugend, Gent, De Goudkever, Gent, 1929.
  • 1930 Schmerhoff und das Staunen, in: De Vrije Bladen, 7 (1930) S. 326-329.
  • 1930: Fäuste (Geschichte) In: Constant Van Wessem, Twenty North and South Dutch Stories Utrecht, Zijdeveld 1930.
  • 1931: Fünfjahresplan der flämischen Literatur (Aufsatz), in: Seinen, jrg. 1 (1931) pp. 3:7.
  • Auftrag (Geschichte) In: Seinen, Jr. 1 S. 9-12
  • badinski (Geschichte) In: Seinen, Jr. 1 nein 2
  • Regie von Mau Marssen (Geschichte) In: Seinen, Jr. 1 Nr. 3
  • Arabesken I & II (Geschichte) In: Seinen, Jr. 1
  • A. Selbstbeobachtung/B. Selbstbeobachtung (Geschichte) In: Seinen, Jr. 1 nein 4

Literatur

  • Karel JONCKHEERE, Die Mafia, in: Wo pflanze ich meinen Esel?, Brüssel, Manteau 1974.
  • Hendrik DEMAREST, Mau Marsen, in: Der Kurier van den Beer, 1978.
  • Hendrik DEMAREST, Brügge im Stadtteil Langestraat, Hrsg. Nachbarschaftskreis Langestraat-Hoogstraat, 1982.
  • Jan SCHEEPENS, Mau Marsen, in: Lexikon der westflämischen Schriftsteller, Band I, Torhout, 1984.
  • Hendrik DEMAREST, Musten-Messe zu Gast bei der Mafia, in: Brugse Gidsenkroniek, 23 (1990), 5 (Mai), 6 (Juni), 7 (Juli) und 8 (August).
  • Marco DÄNE, Ein flüchtiges Geheimnis. Leben und Werk der „Brügge Mafia“, in: Flandern, 2003.
  • Marco DÄNE, Ein entgleister Straßenbahnschaffner: Leben, Verfolgung und Bestrafung von Mau Marssen, in: Der Perlentaucher, 2009, Nr. 4.
  • Koen D'HAENE, Mau Marsen, in: VWS cahiers, Brügge, 2010.
  • Lukas DEVOS, Ernüchterte Welt. Der schamlose Miserabilismus der Mau Marssen (1902-1977), in: Neues flämisches Magazin, 2016.

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