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Michael Radulescu
Radulescu im Jahr 2014

Michael Radulescu (Bukarest, 1943) ist Organist, Komponist und Musikpädagoge.

Lebenszyklus

Als Sohn eines rumänischen Vaters und einer deutschen Mutter wuchs Radulescu in einem musikalischen Umfeld auf. Schon früh interessierte er sich für das Komponieren.

1956 begann er ein Orgelstudium bei Victor Bickerich und 1957 Komposition bei Mihail Jora, einem Schüler von Max Reger. 1964 und 1965 besuchte er Kurse an der Sommerakademie Mozarteum in Salzburg, unter anderem mit Anton Nowakowski für Orgel, von Anna Barbara Spenker für Cembalo und von Carl Milles für Orchesterleitung.

Von 1965 bis 1968 setzte er sein Studium an der Musikakademie von Wien, Biene Anton Heiler für Orgel und mit Karl Osterreicher und Hans Waroski für das Dirigieren. Ab 1968 unterrichtete er Orgel an der Wiener Musikakademie. Er war bereits in Europa, den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien und Japan in einer aktiven Karriere als Konzertist an der Orgel tätig. Er nahm auch an Orgeljurys teil und war Mitglied der Jury des Internationalen Orgelwettbewerbs im Rahmen der Festival für Alte Musik im Brügge, 1979, 1982, 1985, 1988, 1991 und 1997.

Sowohl als Organist als auch in seiner pädagogischen Tätigkeit dreht sich alles vor allem um Johann Sebastian Bach, deren Bedeutung er für unsere Zeit analysiert.

Von 1971 bis 1990 leitete er die Orgelkurse in Liechtenstein, von 1977 bis 1987 leitete er die Internationale Akademie für Orgel und Alte Musik in Innsbruck und seit 1990 leitet er die Bachakademie Porrentruy (Schweiz) in der ehemaligen Kirche des Jesuitenkollegs untergebracht. Er spielt und nimmt auf dem bekannten Instrument auf, das 1985 von Ahrend gebaut wurde.

Radulescu ist fließend mehrsprachig und leitet gerne bunte Musikergruppen aus vielen Ländern. Er bringt sie gerne zu Studiensitzungen zusammen, die in einem Abschlusskonzert gipfeln. Dies tut er seit 1996 in Porrentruy, wo er nacheinander Bachs große Oratorien, die Messe in si, das Musikalische Opfer und die Kunst der Fuge sowie Händels Messias dirigierte. Auf der gemeldeten Orgel nimmt er seit 2001 Bachs Gesamtwerk für Orgel auf.

Er hat geistliche Musik sowie Kammermusik, Werke für Orchester, Musik für Orgel, Gesang und Chöre komponiert. Er veröffentlichte auch Orgelwerke (Paul Hofmayer, Nicolas Bruhns, Georges Muffat, mittelalterliche Orgelmusik) und rekonstruierte Johann Sebastian Bachs Kantate "Ihr Tore zu Zion", BWV 193.

Michael Radulescu interessiert sich besonders für das Verhältnis von Alter Musik und Neuer Musik. Für ihn ist die Orgel das grundlegende Instrument, das die Harmonie und die Gesetze des Universums ausdrückt und durch den Reichtum ihrer Klänge eine visionäre Welt schaffen kann. Allein an der Orgel oder gemeinsam mit den Dirigenten sucht er die innere Einheit eines Werkes, wie er sie bei Bach findet.

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