WikiDer > Michel Butor

Michel Butor
Michel Butor im Jahr 2002.

Michel Marie Francois Butor (Mons-en-Barœul, 14. September1926Kontamin-sur-Arve, 24. August2016) war ein französischer Schriftsteller und Essayist.

Leben und Arbeiten

Butor studierte Philosophie und lehrte anschließend Philosophie an zahlreichen Universitäten weltweit, u.a. in Ägypten, Griechenland, das Vereinigte Staaten, Genf und Manchester.

Als Romanautor wird Butor oft mit dem experimentellen 'neuroman’: er schenkte der Polysemie seiner Texte und sah Literatur in erster Linie als Spiel, mit dem Bedeutungen geschaffen werden. Seine Romane haben irgendwie alle das Schreiben von Büchern als Hauptfach, wie auch viele seiner Essays. Butor beschäftigte sich insbesondere in seinen Essays intensiv mit dem Prozess und der Funktion des Schreibens und betrachtete unter diesem Gesichtspunkt u.a Gustave Flaubert, Marcel Proust, James Joyce und William Faulkner. Auch der Malerei widmete er viel Aufmerksamkeit und versuchte beispielsweise Texte zu schreiben, die er „gerahmt auf die innere Leinwand des Lesers projizieren“ wollte. Butor hat auch mehrere schwer einzuordnende Bücher geschrieben, wie zum Beispiel Handy, Mobiltelefon (1952), über Literatur, Malerei, Reisen, Zeitgeschehen, deren Themen er geschickt miteinander verknüpfte.

La-Modifikation

Butors bekanntestes Werk ist sein Roman La-Modifikation (1957, niederländische Übersetzung: Rückkehr nach Rom). Ein Geschäftsmann steigt in den Zug Paris-Rom, um nach Rom zu fahren, um seine Geliebte Cécile abzuholen und mit ihr in Paris zu leben. Eine Beschreibung dessen, was er innerhalb und außerhalb des Zuges sieht, verschmilzt mit Erinnerungen an frühere Aufenthalte in Rom und wandert dort mit Cécile. Er beginnt sich zu fragen, ob das Leben mit Cécile ohne den Heiligenschein Roms nicht so grau sein wird wie sein früheres Eheleben. Als er dann in Rom ankommt, geht er nicht zu Cécile, sondern in ein Hotelzimmer. Dort will er ein Buch schreiben, „von dem er schon die Form im Kopf hat“. Es stellt sich heraus, dass es das Buch ist, das der Leser in der Hand hält.

Butor erhalten für La-Modifikation das Prix ​​Renaudot 1957. 1970 wurde der Roman von . verfilmt Michel Worms.

Bibliographie (Auswahl)

Romane

  • Passage de Mailand (1954)
  • l'emploi du temps (1956)
  • La Modifikation (1957); Niederländisch: Rückkehr nach Rom
  • Grad (1960)

Kritik

  • Improvisations sur Michel Butor: l'écriture en transformation (1993)
  • Quant au livre: Triptyque en l'honneur de Gauguin (2000)

Aufsätze

  • Repertoire I - V(1960–1982)
  • Histoire extraordinaire: Essai sur un rêve de Baudelaire (1961)
  • Gib den Bumerang zurück (1988)
  • Improvisationen sur Flaubert (1989)
  • Improvisationen sur Rimbaud (1989)
  • L'utilité poetique (1995)

Werke über Malerei

  • Les mots dans la peinture (1969)
  • Delvaux: Catalogue de l'œuvre peint , in Zusammenarbeit mit Jean Clair und Suzanne Houbart-Wilkin, Production de la Société Nouvelle d'Éditions Internationales, Bruxelles, (1975)
  • Vieira da Silva (1983)
  • Avant-goût [I bis IV] (1984-1992)
  • Diego Giacometti (1985)
  • Dialog mit Eugène Delacroix am Eingang des Croisés in Constantinople (1991)
  • Die Moscheen von New York oder die Kunst von Mark Rothko in Mark Rotko (1999)
  • Dialog mit Rembrandt Van Rijn sur Samson und Dalila (2005)

Poesie

  • Travaux d'approche (1972)

Experimentelle Texte

  • Le Genie du lieu, Serie von 5 Werken (1958-1996)
  • Handy: étude pour une représentation des États-Unis (1962)
  • Réseau aérien (1962)
  • Portrait de l'artiste en jeune singe (1967)
  • Matière de rêves, Serie von 5 Werken (1975–1985)

Literatur und Quellen