WikiDer > Grellings Paradoxon
Das Grellings Paradoxon ist ein logisches Paradoxon, erfunden in 1908 vom deutschen Mathematiker und Sprachwissenschaftler Kurt Grelling. Um dieses Paradox zu formulieren, müssen zunächst zwei Begriffe definiert werden:
- EIN Adjektiv oder Substantiv ist autologischdann und nur dann, wenn es beschreibt sich selbst.
- Ein Adjektiv oder Substantiv ist heterologisch wenn und nur wenn es selbst ist nicht beschreibt.
Nun stellt sich die Frage: ist das Wort heterologisch autologisch – also beschreibt es sich unter anderem selbst – oder ist das ein heterologisches Wort?
Angenommen, jetzt heterologisch ist ein autologisches Wort. Dann beschreibt es sich per Definition selbst nicht, weil es genau das Gegenteil von "autologisch" bedeutet. Für den Fall, dass heterologisch Anstatt also ein heterologisches Wort zu sein, würde es sich selbst beschreiben und daher per Definition autologisch sein.
Das Wort heterologisch kann nur autologisch sein, wenn es sich selbst beschreibt und damit heterologisch ist. Dies ist ein klarer Fall von Widerspruch.
Beispiele
Nachfolgend einige Wortbeispiele:
- Wort – ist autologisch, weil es selbst ein Beispiel dafür ist, was es bedeutet.
- kurz – ist autologisch, weil es sich selbst beschreibt, weil das Wort kurz ist.
- lange – ist heterologisch, weil es sich nicht selbst beschreibt, weil das Wort nicht lang ist.
- Abkürzung – ist heterologisch, weil es sich nicht selbst beschreibt, da das Wort selbst keine Abkürzung ist.
Siehe auch
- Russell-Paradoxon, ein verwandtes Paradox in der Mengenlehre
- Selbsterfüller
Quellen
- Susan Haack (1978). Philosophie der Logik. Cambridge University Press.