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Paul Julien | ||||
Julian (1981) | ||||
| Allgemeine Information | ||||
| Vollständiger Name | Paul Frederic Joseph Alphonse Julien | |||
| Geboren | 28. März1901 | |||
| Geburtsort | Utrecht | |||
| Verstorben | 17. Februar2001 | |||
| Ort des Todes | Wassenaar | |||
| Land | ||||
| dbnl-Profil | ||||
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Paul Frederic Joseph Alphonse (Paul) Julien (Utrecht, 28. März1901 - Wassenaar, 17. Februar2001) war ein NiederländischForscher („Waldläufer“, wie ihn sein Verleger nannte) und Anthropologe die um die Zweiter Weltkrieg aber vor allem in den folgenden Jahren wurde er durch seine afrikanischen Reiseberichte weithin bekannt.
In vier mit eigenen Fotografien illustrierten Büchern beschreibt er die 28/29 Expeditionen, die er zwischen 1926 und 1952 im – wie es damals hieß – „dunklen“ Afrika'. Er hielt auch Radiovorträge für die KRO über seine Reisen: 1932 bis 1938, 1946/1947 und 1949 bis 1952.
Obwohl er 1933 war befördert wenn Chemiker und war von 1934 bis 1965 an die Römisch-katholisches Mädchenlyzeum in Den Haag war sein Herz bei der Anthropologie (die damals noch oft als Ethnologie bezeichnet wurde) und Entdeckungsreisen.
Er reiste immer mit einer Karawane einheimischer Träger durch den afrikanischen Dschungel, um zu forschen. Anfangs auf Körper- und Schädelgrößen, später aber auf Blutgruppen und die Vorbeugung von Schlafkrankheit unter der Bevölkerung. Er war einer der ersten, der die Beziehungen zwischen Pygmäen und ihre Lebens- und Weltanschauung.
Seine Erfahrungen und Begegnungen beschrieb er in den genannten vier Büchern. Diese Bücher sind – wie er selbst in der Einleitung zu seinem ersten Buch erklärt – weder wissenschaftliche Literatur noch Belletristik. In seinen eigenen Worten will er Lagerfeuer am Äquator nur bruchstückhaft seine Erfahrungen aufzeichnen und einige wichtige Persönlichkeiten hervorheben, die er traf. Im Die ewige Wildnis insbesondere die Insekten, die Menschen angreifen, stehen im Mittelpunkt. Sein Pygmäen Er erwähnt im Vorwort "Ein Buch, das über die kleinen Jäger des afrikanischen Dschungels sprechen will und diese Primitiven nicht in erster Linie als wissenschaftliches Problem, sondern vor allem als Mitgeschöpfe und Menschen neben uns sieht."
Paul Julien bereiste Afrika zu einer Zeit, als dieser Kontinent noch fast vollständig war kolonisiert durch Westeuropäisch Kräfte. Eine Zeit, in der die katholische Kirche auch in Afrika im großen Stil Missionar war aktiv dabei. Für Paul Julien waren koloniale Beziehungen selbstverständlich. Als gläubiger Katholik diente er oft der Nottaufe zu den Sterbenden. Durch seine Bücher erhält der Leser des 21. Jahrhunderts Einblicke in die kolonial und die römisch-katholische Sicht der Bewohner Afrikas vor einem halben Jahrhundert.
Paul Julien wandte sich in seinen Büchern an ein breites Publikum, unter anderem mit dem Ziel, die Hörer seiner damaligen Radiovorträge genauer über seine Erfahrungen und Erkenntnisse zu informieren. Die in den 1950er Jahren erschienenen (und in viele Sprachen übersetzten) Nachdrucke wurden an die modernere Schreibweise angepasst, sodass die Lesbarkeit der Bücher für den heutigen Leser kein Problem darstellen muss. Die darin von Paul Julien aufgenommenen Fotos sind von hoher Qualität und sind noch, teilweise auch online, in der Niederländisches Fotomuseum.
Von 1947 bis 1949 war Julien Präsident der Niederländisches Nationales Büro für Anthropologie.
Literaturverzeichnis
- Entlang der alten Handelsrouten von Gotland. Zeitschrift der Königlich Niederländischen Geographischen Gesellschaft, voll. XLVI, 1929.
- Elektrokinese von Silberhalogeniden. Dissertation, Utrecht 1933.
- Blutgruppenuntersuchung der Éfé-Pygmäen und der benachbarten Negerstämme. Auszug aus Abhandlungen des Königlich Belgischen Kolonialinstituts. Brüssel, Marcel Hayez 1935.
- Lagerfeuer entlang der Äquator. Erinnerungen an zehn Jahre anthropologischer Forschung in West- und Zentralafrika. Amsterdam: Scheltens & Giltay, 1940; 11. Auflage, Amsterdam / Antwerpen, Atlas, 1998.
- Die ewige Wildnis. Fünfzehn Jahre Karawanenleben in Äquatorialafrika. Scheltens & Giltay, Amsterdam, 1949; 4. Auflage, Amsterdam / Antwerpen, Atlas, 1998, ISBN 90 450 0191 8
- Pygmäen. 25 Jahre Zwergenforschung in Äquatorialafrika. Scheltens & Giltay, Amsterdam, 1953; 3. Auflage, Amsterdam: Olympus, 2007, ISBN 978 90 467 0006 8 .
- Söhne des Schinkens. Unter ostafrikanischen Steppenvölkern. Scheltens & Giltay, Amsterdam, 1960.
Die letzten vier Bücher erschienen im Erstdruck ab 1940 beim Pelgrim-Verlag in Eindhoven. Nach dem Zweiten Weltkrieg erschienen im Amsterdamer Verlag Scheltens & Giltay komplett überarbeitete und aktualisierte Nachdrucke. In den 1990er Jahren erschienen mehrere Neuauflagen bei anderen Verlagen, ergänzt durch bisher unveröffentlichte Fotos.
Literatur
- Veldhoen, Lex, "Dr. Paul Julien: Entdecker, Weltenbummler, Anthropologe", Nachwort in: Paul Julien, Ewige Wildnis, Ausgabe 1998 (Amsterdam / Antwerpen: Atlas), S. 193–213.
- Wijs, Sonja, "Capturing the Image of Africa: Paul Julien's Quest for the Origin", in: Bool, Flip, Mattie Boom, ua (Hrsg.), Dutch Eyes: Eine kritische Geschichte der Fotografie in den Niederlanden. Zwolle, 2007, S. 316–319 // Ned. Hrsg.: "Paul Juliens Suche nach dem Ursprung", in: Bool, Flip, Mattie Boom, u.a. (Hrsg.), Niederländische Augen; Neue Geschichte der Fotografie in den Niederlanden. Zwolle, 2007, S. 316–319.
Externe Links
- Fotos aus dem Buch 'Pygmäen' im Nederlands Fotomuseum
- Interview im Alter von 97 Jahren.
- In Erinnerung Paul Julien (KRO)
- Lagerfeuer am Äquator (online bei der DBNL)
- Chemiebaum: Paul F.J.A. Julien-Details und Familienstammbaum