WikiDer > Paul Lobea

Paul Löbe
Paul Loebe im Jahr 1924
Paul Löbe 1930 in Berlin
Briefmarke von 1975
Das Paul-Löbe-Haus

Paul Gustav Emil Lobe (Liegnitz, 14. Dezember1875 - Bonn, 3. August1967) war ein Deutscher sozialdemokratisch Politiker und Präsident der Reichstag des Weimarer Republik Deutschland.

Leben

Löbe war der Sohn von Heinrich Löbe und Pauline Leuschner. Er begann als Zeitungsjunge. In den 1890er Jahren arbeitete er bei Breslau in einer Druckerei. Zwischen 1899 und 1920 wurde er Chefredakteur der Breslauer Volkswacht[1]. Er landete mehrmals im Gefängnis, unter anderem wegen Aufrufs zu einer Demonstration gegen die Dreilassenwahlrecht. 1901 heiratete er Clara Schaller und sie bekamen einen Sohn. Er wurde während der Erster Weltkrieg wegen einer Lungenkrankheit zum Militärdienst abgelehnt, von 1904 bis 1919 war er Stadtrat von Breslau.Löbe war Mitglied der .seit 1895 SPD. 1898 gründete er die örtliche Filiale te Ilmenau. 1899 wurde er Vorsitzender der SPD in Mittelschlesien.Von 1915 bis 1920 war er Mitglied der preußischen Provinziallandtag der Provinz Schlesien.

Weimarer Republik

1919/20 bemühte er sich um eine Einigung mit dem gemäßigten Flügel der Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands, der 1922 wieder in die SPD eintrat. Der SPD-Vorstand trug ihn nach dem Tod von Friedrich Ebert 1925 als Kandidat für das Amt des Reichstagspräsidenten. Löbe lehnte ab, weil er es vorzog, im Parlament zu sitzen.Um 1924 bemühte sich Löbe um Politiker wie Aristide Briand, Edvard Benes, Ignaz Seipel und Konrad Adenauer zu einer Paneuropa-Union. Löbe war Präsident der Paneuropa-Union Deutschland SPD er sprach sich für ein Abkommen mit Polen aus. Er reiste 1927 nach Warschau und ódź, beklagte sich aber später über die mangelnde Kompromissbereitschaft der polnischen Politiker und wurde im Juni 1919 Vizepräsident der Nationalversammlung Weimar. Von 1920 bis 1933 war er Mitglied des Reichstags der Weimarer Republik. Von 1920 bis 1924 und von 1925 bis 1932 war er Reichstagspräsident und von 1932 bis 1933 Vizepräsident. 1921 wurde er Mitglied des Preußischer Staatsrat.

Nazi-Zeit

Das Nationalsozialisten Löbe 1933 für sechs Monate inhaftiert. Bis Anfang Juli 1933 war er in Berlin im Spandauer Gefängnis, dann bis Mitte August im KZ KZ Breslau-Dürrgoy wo er misshandelt wurde, dann bis Ende Dezember in Berlin-GefängnisAlexanderplatz.Nach seiner Entlassung arbeitete er für den wissenschaftlichen Verlag Walter de Gruyter.Obwohl Löbe das NS-Regime ablehnte, gewährte ihm Hitler als ehemaliger Reichstagsvorsitzender bis 1945 eine Beteiligung von 600 Reichsmark wegen seines Kontakts mit Carl Friedrich Goerdeler er wurde am 23. August 1944 nach dem Verschwörung vom 20. Juli 1944 wieder festgenommen. Wäre der Angriff auf Hitler gelungen, wäre Löbe Reichstagsvorsitzender geworden[2]. Das Gestapo wusste das nicht und so entging Löbe der Todesstrafe und war nur kurz im Gefängnis in Breslau und dann im KZ Groß-Rosen aus der er im Frühjahr 1945 entlassen wurde.

Nach dem zweiten Weltkrieg

Am Ende von Zweiter Weltkrieg lebte er in der? Landkreis Glatz in der Provinz Niederschlesien. Wenn dieser Bereich nach den Bestimmungen der Potsdamer Konferenz wurde Polen zugeteilt, die deutschen Einwohner wurden im Sommer 1945 ausgewiesen. Löbe zog in den amerikanischen Sektor Berlins, 1945 wurde er Redakteur der Tageszeitung Das Volk, dann aus dem Telegraph im britischen Sektor von Berlin. Von 1949 bis 1951 war Löbe Gründungsvorsitzender des Deutschen Rates der Europäische Bewegung Deutschland.1954 wurde er Vorsitzender des Kuratorium unteilbares Deutschland bis zu seinem Tod Nach dem Zweiten Weltkrieg baute er die SPD wieder auf. Er wandte sich gegen die Zwangsfusion der SPD mit der kommunistischen Partei Deutschland in der SED im sowjetischen Sektor. Er verließ den Vorstand der SPD in Ost-Berlin und trat der SPD in West-Berlin bei. 1948/1949 war Löbe Mitglied der Parlamentarischer Rat und stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion Bundestagswahl 1949 bis 1953 war er auch Mitglied der Deutschen Bundestag in dem die Abgeordneten aus Berlin wegen Einwänden der Alliierten nicht vom Volk gewählt wurden, sondern von den Abgeordnetenhaus von Berlin.

Beerdigung

Paul Löbe erhielt am 9. August 1967 in West-Berlin eine Staatsbegräbnis. Die Trauerzeremonie fand in Rathaus Schöneberg.Er erhielt vom Berliner Senat ein Ehrengrab am Waldfriedhof Zehlendorf.

Ehrungen

Löbe erhielt 1951 das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Am 14. Dezember 1955 wurde er Ehrenbürger der Berlin.Er war Ehrenmitglied der Freie Universität Berlin.Er trug die Ehrenmedaille der Bundesrepublik für Vertriebene.1960 verlieh der Berliner Senat die Ernst-Reuter-Plakette.Es Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages ist nach ihm benannt Paul-Löbe-Schule, ein Gymnasium zu Berlin Reinickendorf ist nach ihm benannt, in mehreren Städten sind Straßen nach ihm benannt.

Veröffentlichungen[3]

  • Erinnerungen eines Reichstagspräsidenten (Erinnerungen an einen Reichspräsidenten) Berlin 1949 (Die bearbeitete und erweiterte 2. Auflage 1954 bis 5. Auflage 2002 erschien unter dem Titel Der Weg war lang. Lebenserungen (Der Weg war lang, Erinnerungen an das Leben).
  • Gegenwartsfragen des Parlamentarismus im Fell und Breiter. Lebensfragen deutscher Politik. Offenbach am Main 1952, S. 39–48.
  • Aus dem parlamentarischen Leben. im: Hessische Hochschulwochen für Staatswissenschaftliche Fortbildung. Buch 3, 1953, S. 312–318.
  • Reichstag und Bundestag. Wiederentdeckter Vortrag von Paul Löbe aus dem Jahr 1951, herausgegeben von Michael F. Feldkamp der das Wort auch vorgeschrieben hat in Zeitschrift für Parlamentsfragen Buch 38, 2007, p. 376–400.