WikiDer > Peter Cornelius

Peter Cornelius
Peter Cornelius
Peter Cornelius
Allgemeine Information
Vollständiger NameCarl August Peter Cornelius
Geboren24. Dezember1824
Verstorben26. Oktober1874
LandFlagge von Deutschland Deutschland
Arbeit
Genre(s)Klassisch
BerufKomponist, Darsteller, Musikkritiker, Dichter
Portal  Portalsymbol  Musik

Carl August Peter Cornelius (Mainz, 24. Dezember1824 - Dort, 26. Oktober1874) war ein DeutscheKomponist, Darsteller, Musikkritiker und Dichter. Er war das vierte von sechs Kindern des Schauspielerehepaars Carl Joseph Gerhard Cornelius und Friederike, geborene Schwadtke.

Lebenszyklus

Schauspieler und Musiker

Für Peter Cornelius war eine Karriere als Schauspieler geplant, obwohl die ganze Familie zu Hause viel Musik machte. Seinen ersten Gesangs- und Instrumentalunterricht erhielt er bei Josef Panny und Heinrich Esser. Als er 16 Jahre alt war, spielte er Geige im Orchester des Theaters von Mainz, aber er schauspielerte auch und wurde 1843 Schauspieler am Hof ​​der Herzog von NassauAdolf von Luxemburg. Mit dieser Theatergruppe war er 1842/1843 in Wiesbaden Gast.

Nach dem Tod seines Vaters beschloss er, Musik zu studieren. 1844 ging er nach he Berlin, lebte bei seinem edlen Onkel und Maler Peter von Cornelius und studierte bei Siegfried Dehn von 1844 bis 1849 Kontrapunkt und Komposition. In dieser Zeit komponierte er verschiedene Kammer- und Kirchenmusikwerke sowie weltliche Lieder. Das wichtigste Werk aus dieser Zeit ist sein Stabat mater für Solisten, gemischten Chor und Orchester aus dem Jahr 1849.

Zu seinen Bekannten gehörte in dieser Zeit Bettina von Arnima, Joseph von Eichendorff, Paul Heyse und Alexander von Humboldt. Bis 1851 war er Musikkritiker in Berlin für die Zeitschrift Echo und Modespiegel aktiv.

Weimar

Durch seinen Onkel lernte er 1852 Franz Liszt wissen, wer ihn 1853 mitgenommen hat Weimar machte es. Da hörte er mit Hans von Bronsat, Hans von Bülow, Felix Draeseke, Joseph Joachim Raffi, Carl Tausig und andere zu den sogenannten Liszt-Kreis. Liszts Ästhetik beeinflusste Cornelius stark und er trug zu der Neue Zeitschrift für Musik mächtig für die Neudeutsche Schule im. Hector Berlioz, der ihn auch in Weimar kennen lernte, schätzte ihn als Komponisten und als Übersetzer (so übersetzte Cornelius die Berlioz-Oper Benvenuto Cellini). Das künstlerische Umfeld in Weimar war eine Inspirationsquelle für Cornelius' musikalisches Schaffen. Viele Lieder wurden dort nach seinem eigenen Text geschrieben, die meisten seiner römisch-katholischen Kirchenmusik und vor allem seine Oper Der Barbier von Bagdad.

Cornelius und Wagner

Das Grabmal des Komponisten Peter Cornelius in Mainz

Die Uraufführung der Oper Der Barbier von Bagdad Dies war 1858 unter der Leitung von Franz Liszt Anlass für eine große Demonstration der Anhänger des Intendanten Dingelstedt, die sich mit dem Hofkapellmeister Liszt stritten. Liszt trat daraufhin zurück. Cornelius verließ Weimar und ging 1859 nach Wien, wo er 1861 Mitglied des Wagner-Kreises wurde. In Wien freundete er sich auch mit Johannes Brahms und der Dichter Friedrich Hebbel. 1865 kam er auf Einladung von invitation Richard Wagner zu München, wo er zunächst Wagners Hauslehrer und ab 1867 Professor an der Royal School of Music wurde. 1872 beteiligte er sich an der Grundsteinlegung des Gebäudes der Bayreuther Festspiele.

Der Komponist

Mit seiner Oper Der Barbier von Bagdad er hat Musikgeschichte geschrieben. Aber sein Oeuvre ist umfangreicher, wenn auch nicht zu umfangreich. Als Komponist hat er sich vor allem mit den Liedern und Chorwerken profiliert und seine Doppelbegabung als Musiker und Dichter genutzt.

1867 heiratete er Bertha Jung in Mainz. Zusammen hatten sie eine Tochter und drei Söhne. Cornelius starb im Alter von fast 50 Jahren an den Folgen der damals unheilbaren Krankheit Diabetes. Er ist auf dem Mainzer Zentralfriedhof beigesetzt. Das Städtische Konservatorium in Mainz trägt seinen Namen: Peter-Cornelius-Konservatorium der Stadt Mainz

Archiv

Sein Sohn und Biograf Carl Maria Cornelius hat das Erbe systematisch analysiert und erweitert. 1950 kaufte die Stadt Mainz den gesamten Nachlass und legte ihn in das Peter-Cornelius-Archiv der Stadtbibliothek Mainz ein.

Kompositionen

Arbeiten für Orchester

  • 1843Entre Acte, für Orchester

Messen und geistliche Musik

  • 1848-1849Stabat mater, für Solisten, gemischten Chor und Orchester
  • 1852Domine salvum fac regem
  • 1852Messe in d-Moll, für zwei Solisten, gemischten Chor und Orgel
  • 1854Vater unser Lieder, Liederzyklus
  • 1856 Rev.1870Sechs Weihnachtslied, Liederzyklus, op. 8
  • 1863Requiem "Seele, täusche dich nicht!"

Musiktheater

Opern

Abgeschlossen inTitelTatenPremiereLibretto
1856-1858Der Barbier von Bagdad2 Akte15. Dezember1858, Weimar, Hoftheaterder Komponist zu Tausendundeine Nacht
1860-1862Der Cid3 Akte21. Mai1865, Weimar, Hoftheaterder Komponist zu Guillen de Castro und Victor Ayme Huber
1869Gunlod, bearbeitet von Karl Hoffbauer und E. Lassen3 AkteMusik ist unvollendetder Komponist nach Themen aus dem edda

Arbeit für Chöre

  • 1871Drei Chorgesänge, auf. 11
  • 1872Drei Chorlieder, auf. 18

Vokalmusik

Kammermusik

  • 1840Einführung, Andante und Polonaise, für Oboe und Klavier
  • 1840Sonate Nr. 1, für Violine und Klavier
  • 1842Streichquartett Nr. 1
  • 1842Streichquartett Nr. 2
  • 1844Sonate Nr. 2, für Violine und Klavier
  • 1846Sonate Nr. 3, für Violine und Klavier

Literaturverzeichnis

  • John L. Holmes: Dirigenten über Komponisten, Westport, Connecticut: Greenwood Press, 1993, 272 S., ISBN 978-0-313-27727-6
  • André Tubeuf: Le Lied allemand: poetes et paysages, Paris: François Bourin, 1993. ISBN 2-87686-141-0
  • James Andrew Deaville: Die Musikkritik von Peter Cornelius, Northwestern University, (Evanston, Illinois). 1986. Dissertation
  • Günther Wagner: Peter Cornelis. Verzeichnis seiner musicalischen und literarischen Werke, Tutzing: Hans Schneider Verlag, 1986, 532 S., ISBN 3-7952-0455-0
  • Hartmut Becker: Peter Cornelius : ein "Dichter-Musiker". - Der Komponist des "Barber von Bagdad", Jahrbuch der Bayerischen Staatsoper. 7 (1984), S. 19-23.
  • Robert James Seeley: Die Liederzyklen von Peter Cornelius (1824-74) mit Schwerpunkt auf den beiden geistlichen Zyklen: "Vaterunser" und "Weihnachtslieder", Southwestern Baptist Theological Seminary (Forth Worth, Texas). 1980. Dissertation
  • Hellmut Federhofer u. Kurt Oehl (Hrgb): Peter Cornelius als Komponist, Dichter, Kritiker und Essayist, Regensburg, Gustav Bosse Verlag, 1977, 237 S., ISBN 3-7649-2125-0
    1. Volker Hoffmann: Leben und Werk von Peter Cornelius zu seiner und in unserer Zeit, in: Peter Cornelius als Komponist, Dichter, Kritiker und Essayist, Regensburg: Gustav Bosse Verlag, 1977. S. 9-18.
    2. Klaus Günther Just: Peter Cornelius als Dichter, in: Peter Cornelius als Komponist, Dichter, Kritiker und Essayist, Regensburg: Gustav Bosse Verlag, 1977. S. 19-30.
    3. Günther Wagner: Die Quellenlage der musikalischen und literarischen Werke von Peter Cornelius, in: Peter Cornelius als Komponist, Dichter, Kritiker und Essayist, Regensburg: Gustav Bosse Verlag, 1977. S. 31-46.
    4. Wolfgang Boetticher: Cornelius und Robert Schumann, in: Peter Cornelius als Komponist, Dichter, Kritiker und Essayist, Regensburg: Gustav Bosse Verlag, 1977. S. 49-56.
    5. Josef-Horst Lederer: Cornelius und Johannes Brahms, in: Peter Cornelius als Komponist, Dichter, Kritiker und Essayist, Regensburg: Gustav Bosse Verlag, 1977. S. 57-63.
    6. Hans-Josef Irmen: Cornelius und Hector Berlioz, in: Peter Cornelius als Komponist, Dichter, Kritiker und Essayist, Regensburg: Gustav Bosse Verlag, 1977. S. 65-79.
    7. Klaus Wolfgang Niemöller: Cornelius und Franz Liszt, in: Peter Cornelius als Komponist, Dichter, Kritiker und Essayist, Regensburg: Gustav Bosse Verlag, 1977. S. 81-91.
    8. Hans-Joachim Bauer: Cornelius und Richard Wagner, in: Peter Cornelius als Komponist, Dichter, Kritiker und Essayist, Regensburg: Gustav Bosse Verlag, 1977. S. 93-103.
    9. Christoph-Hellmut Mahling: Geachsen in Dichtung und Komposition auf Eigenem Boden. - Cornelius und sein Verhaltnis zur "Neudeutschen Schule", in: Peter Cornelius als Komponist, Dichter, Kritiker und Essayist, Regensburg: Gustav Bosse Verlag, 1977. S. 105-111.
    10. Hellmut Federhofer: Vorgezeichnet und latenter 7/4-Takt in den Opern von Cornelius, in: Peter Cornelius als Komponist, Dichter, Kritiker und Essayist. Regensburg: Gustav Bosse Verlag, 1977. S. 115-120.
    11. Heribert Horst: Zur Textgeschichte des "Barbiers von Bagdad", in: Peter Cornelius als Komponist, Dichter, Kritiker und Essayist, Regensburg: Gustav Bosse Verlag, 1977. S. 121-128.
    12. Egon Voss: "Der Barbier von Bagdad" als Komische Oper, in: Peter Cornelius als Komponist, Dichter, Kritiker und Essayist, Regensburg: Gustav Bosse Verlag, 1977. S. 129-138.
    13. Erwin Köppen: Cornelius' "Cid" in thematischer Sicht, in: Peter Cornelius als Komponist, Dichter, Kritiker und Essayist, Regensburg: Gustav Bosse Verlag, 1977. S. 139-144.
    14. Anna Amalie Abert: Zu Cornelius' Oper "Gundlöd", in: Peter Cornelius als Komponist, Dichter, Kritiker und Essayist, Regensburg: Gustav Bosse Verlag, 1977. S. 145-156.
    15. Günther Massenkeil: Cornelius als Liederkomponist, in: Peter Cornelius als Komponist, Dichter, Kritiker und Essayist, Regensburg: Gustav Bosse Verlag, 1977. S. 159-167.
    16. Magda Marx Weber: Cornelius' Liederkritik, in: Peter Cornelius als Komponist, Dichter, Kritiker und Essayist, Regensburg: Gustav Bosse Verlag, 1977, S. 169-177.
    17. Elmar Seidel: Zur Kirchenmusik von Cornelius, in: Peter Cornelius als Komponist, Dichter, Kritiker und Essayist, Regensburg: Gustav Bosse Verlag, 1977. S. 179-193.
    18. Hubert Unverricht: Randbemerkungen zum künstlerischen Anliegen von Cornelius in seinen Musikkritiken und -essays, in: Peter Cornelius als Komponist, Dichter, Kritiker und Essayist, Regensburg: Gustav Bosse Verlag, 1977. S. 197-200.
    19. Magda Marx Weber: Cornelius : ein Aussenseiter unter den Musikschriftstellern der Neudeutschen Schule, in: Peter Cornelius als Komponist, Dichter, Kritiker und Essayist, Regensburg: Gustav Bosse Verlag, 1977. S. 201-217.
    20. Herbert Schneider: Urteile über Opernkomponisten und die Frage der Rezeption der Oper in den Scriptures von Cornelius, in: Peter Cornelius als Komponist, Dichter, Kritiker und Essayist, Regensburg: Gustav Bosse Verlag, 1977. S. 219-231.
  • Werner Bollert: Nur ein ganz bescheidenerer Lyriker? Peter Cornelius zum hundertsten Geburtstag, Musica. 28 (1974), S. 467-468.
  • Max Hase: Der Dichtermusiker Peter Cornelius, Walluf, Sändig, 1972, ISBN 3-500-25110-2
  • Hermann Kretzschmar: Peter Cornelius, Nendeln, Kraus, 1976
  • Adam Gottron: Der religiöse Weg des Mainzer Dichter Komponisten Peter Cornelilus (1824-1874), in: Jahrbuch Bistum Mainz 7, 1955/57, Seite 154-171