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unter einem Ganzsachen versteht sich im Philatelie eine Postsendung mit aufgedruckter Briefmarke. Nach einer etwas älteren, formaleren Definition ist eine Ganzsache ein von einer Postverwaltung herausgegebener Vordruck oder Umschlag, der für den postalischen Gebrauch bestimmt und mit einem geprägten Wertstempel versehen ist.[1] Bekannte Ganzsachen sind Postkarten, Mail-Blätter, Luftpostblätter, Karten bewegen und derartige.
Postsendungen und Ganzsachen
Der Name „Ganzsache“ wurde erst um 1960 in den Niederlanden verwendet. Vorher sprach man von „Postsendungen“. Unter Postsendungen versteht man im Postwesen jedoch alle mit der Post beförderten Sendungen, also auch normale Briefe, Drucksachen etc. Um dieser Verwechslung ein Ende zu setzen, wurde der neue Name eingeführt:
In dem Niederländisches Monatsmagazin für Philatelie Ende der fünfziger Jahre kam eine Rubrik „Postsendungen“ hinzu, die von J.H. Broekmann. Im Februar 1960 änderte er den Namen dieser Abteilung in „Ganzsachen“. Damit war der neue Name für Postsendungen mit geprägten Briefmarken in den Niederlanden endgültig festgelegt. Der Einführung waren einige Diskussionen vorausgegangen, insbesondere in der Niederländischer Verband der Post- und Briefmarkensammler (Po&Po) zur Namensgebung verschiedener philatelistischer Sammlerstücke. Schließlich Drs. A.M.A. van der Willigen in einem Artikel in Der Postsack[2] – der Körper von Po&Po – „eine Reihe von logisch aufgebauten und abgeleiteten Namen für (...), die dieser Verein von nun an als gebräuchlich akzeptiert. (...) Als Übersetzung von 'Ganzsachen' (Deutsch), 'Entiers Postaux' (Französisch) und 'Postal Stationery' (Englisch) wird 'Postwaardestukken' ins Niederländische übersetzt. Der Laie darf dann nach wie vor von Dokumenten mit „eingedrücktem Siegel“ sprechen.[3]
Einige Zeit später erklärte Van der Willigen die verschiedenen neuen Namen für philatelistische Sammlerstücke in einem Artikel in der „Monatsmagazin“ näher. Er gab eine umfangreiche Aufzählung aller Arten von verschiedenen Gegenständen, die für den Philatelisten wichtig waren. Als erstes (und ältestes) Sammlerstück nennt er natürlich die Stempel. Dann ruft er die Postetiketten, wie den Aufnahmeschein, Express- und Luftpostscheine. Dann ist es an der Reihe eophilatisch Stücke: Briefe und dergleichen aus der Zeit, als es noch keine Briefmarken gab. Als vierte Gruppe von Sammlerstücken nennt er die Stempelstücke: alle Artikel, die nur eingeklebte Briefmarken enthalten. Und dann erwähnt er als fünfte Gruppe die Ganzsachen: „Die Anwendung von Briefmarken führte bald zum offiziellen Bedrucken von Briefumschlägen, Postkarten und dergleichen mit gleichem oder weitgehend mit Briefmarken vergleichbarem Briefmarkenbild, wodurch sie zusammen mit dem Porto bei der PTT klassifiziert werden Briefmarken, unter dem Namen 'Postwerte'. . Außerdem, und um es von 4 zu unterscheiden, erscheint uns der Name POST VALUE PIECES logischer als das derzeit gebräuchliche Wort ‚Postsendungen‘, das eigentlich für alle per Post transportierten Sendungen gilt.“[4]Van der Willigen unterscheidet dann eine große Zahl weiterer „philatelistischer Sammlerstücke“. Insgesamt kommt er auf etwa 32 Gruppen.[5] Viele der von ihm vorgeschlagenen Namen werden bis heute verwendet.
Katalog
Niederländische Ganzsachen sind katalogisiert durch Albert Willem ten Geuzendam (1926 – 1997). Ten Geuzendam war Briefmarkenhändler in Den Haag. Er war auch ein Sammler von Postsendungen und Ganzsachen.[6] Die erste Ausgabe seiner Katalog von Ganzsachen aus den Niederlanden und den überseeischen Königreichen erschien 1961. 1997 erschien die siebte Auflage. 2008 erschien die achte Auflage des Katalogs, der noch immer „der Geuzendam-Katalog“ heißt.[7].
Fußnoten
- ↑Bernsen 1967, S. 201
- ↑Van der Willigen 1959
- ↑Broekman 1960
- ↑Van der Willigen 1961, S. 39
- ↑Genauer gesagt unterscheidet Van der Willigen 1959: 23 postalische und 9 nichtpostale Gruppen und Van der Willigen 1961: 22 postalische und 4 nichtpostale Gruppen
- ↑Ruud van Capelleveen - „Albert Willem ten Geuzendam“ in der Online-Briefmarken-Enzyklopädie von Filahome; konsultiert 2010-05-24
- ↑Über die 8. Ausgabe des „Geuzendam“ auf der Website von „Po & Po“ (dem niederländischen Verband der Post- und Briefmarkensammler); konsultiert 2010-05-24
Literatur
- (NL) Bernsen, Mr. H. J. (1967) – Prisma-Stempelanleitung, Prismentasche 1285. Ed. The Spectrum, Utrecht/Antwerpen
- (NL) Broekman, J. H. (1960) - "Ganzsachen". Im: Niederländisches Monatsmagazin für Philatelie, 37. Jh. Nr. 2 (Februar), p. 42
- (NL) ten Geuzendam, A.W. (Hrsg. B. Hellebrekers) (2008) - Geuzendams Katalog der Ganzsachen der Niederlande und der überseeischen Königreiche, 8. Auflage. Hrsg. Po&Po, Arnheim
- (NL) Vanderwilligen, A. (1959) – „Urlaubsüberlegungen“. Im: Der Postsack (Organ des Niederländischen Verbandes der Poststücke und Briefmarkensammler), Sept. 1959, Nr. 52, p. 6 / 8
- (NL) Vanderwilligen, A. (1961) - "Eine neue NOMENKLATUR für verschiedene philatelistische Sammlerstücke". Im: Niederländisches Monatsmagazin für Philatelie, 38. Jh. 1961, Nr. 2 (Februar), p. 38/39; Nr. 3 (März), p. 82/85, Nr. 4 (April), p. 114/116
| Typen Postsendungen |
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Postkarte · Brief · Postkarte · Postkarte mit bezahlter Antwort · Luftpostblatt · Mail-Blatt · Ganzsachen · Beerdigung Karte · Zeitschrift · Zugbrief · Umzugskarte · Grußkarte |
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