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Robert Hare

Robert D. Hare (geboren in Kanada, 1934) ist Forscher in Psychologie und Kriminologie. Er wurde berühmt, nachdem er die Hare Psychopathic Checklist entwickelt hatte, ein Forschungsinstrument zur Diagnose von Psychopathie. Diese Checkliste wird nun auch in den Niederlanden verwendet. Als Ergebnis seiner Forschungen zur Psychopathie veröffentlichte Hare mehrere Bücher zu diesem Thema, darunter Skrupellos.

Hare erhielt 1963 seinen Abschluss in experimenteller Psychologie an der University of Western Ontario.

Psychopathie-Checkliste (PCL - R)

Robert Hare entwickelte eine Checkliste zur Diagnose von Psychopathie. Der Test wird auch heute noch in Gefängnissen und forensischen psychiatrischen Kliniken eingesetzt und besteht aus 20 Merkmalen. Eine Punktzahl von 30 oder höher weist auf Psychopathie hin, obwohl dies je nach Land unterschiedlich ist. Für jedes Merkmal kann eine Person 0, 1 oder 2 (nie/manchmal/immer) erreichen.

Faktor 1

  1. Oberflächlicher Charme und Eloquenz
    Psychopathen sind oft charmant, aber oberflächlich im Kontakt mit anderen. Sie sind glatte Redner, die gerne große Geschichten erzählen und sind selten augenzwinkernd.
  2. Überhöhtes Selbstwertgefühl
    Psychopathen können Angeber sein, die ihre Talente und Fähigkeiten überschätzen.
  3. Pathologisches Lügen
    Psychopathen sind notorische Lügner, die normalerweise kein Problem damit haben, beim Lügen erwischt zu werden. Sie haben für alles eine Entschuldigung oder einen Grund und wollen manchmal „etwas versprechen“, obwohl dieses Ehrenwort kaum etwas wert ist.
  4. Listig und/oder manipulativ
    Der Prototyp des Psychopathen manipuliert und täuscht andere, ohne darauf zu achten, was das für sie bedeutet. Sie zeigen häufig kriminelles Verhalten in Form von beispielsweise Betrug und Unterschlagung und nicht kriminelles Verhalten in Form von Ehebruch und Gelderpressung von Familienmitgliedern.
  5. Mangel an Reue oder Schuld
    Psychopathen haben wenig oder keine Schuld oder Bedauern über die Dinge, die sie anderen antun. Sie können sagen, dass das Opfer es verdient hat oder dass dem Opfer nichts Besonderes getan wurde.
  6. Mangel an emotionaler Tiefe
    Psychopathen erscheinen anderen als kalt und unsensibel. Ihre „Emotionen“ erscheinen oft dramatisch, vergänglich und unwirklich.
  7. Kälte / Mangel an Empathie
    Psychopathen zeigen in all ihren Verhaltensweisen und Meinungen wenig Respekt vor den Rechten, Gefühlen und dem Wohlergehen anderer. Sie betrachten andere Menschen als potenzielle Opfer von Manipulationen und sehen sich selbst als die wichtigste Person da draußen.
  8. Keine Verantwortung für das eigene Verhalten übernehmen
    Sie können oder wollen nicht die Verantwortung für ihr eigenes Verhalten übernehmen. Schuld sind immer die anderen und sonst gibt es eine alternative Ausrede.

Faktor 2

9. Kitzelhunger / Neigung zur Langeweile

Psychopathen haben ein sehr starkes Stimulationsbedürfnis und eine ungewöhnlich starke Abneigung gegen Langeweile. Sie neigen dazu, ein schnelllebiges Leben mit viel riskantem Verhalten und Drogenexperimenten zu führen und finden, dass Schule, Arbeit und langfristige Beziehungen langweilig und langweilig sind.

10. Parasitärer Lebensstil

Ein Psychopath entscheidet sich oft dafür, von der Familie, dem Partner oder Freunden zu leben, und vermeidet es, einen festen Job zu haben.

11. Schlechte Verhaltenskontrolle

Typischerweise sind sie oft aufbrausend und haben eine schlechte Selbstkontrolle. Ein Psychopath reagiert auf Misserfolge, Kritik und Frustration oft mit Gewalt, Beschimpfungen oder Drohungen. Dies kann so schnell enden, wie es begonnen hat.

12. Mangel an realistischen langfristigen Zielen

Psychopathen haben keine langfristigen Pläne oder Ziele. Sie leben von Tag zu Tag und ändern ständig ihre Pläne, und es macht ihnen nichts aus, dass ihr Leben ziemlich bedeutungslos ist.

13. Impulsivität

Psychopathen verhalten sich oft extrem impulsiv, ohne die Vor- und Nachteile ihres Verhaltens wirklich zu berücksichtigen. Oft werden Beziehungen beendet, Jobs gekündigt und sie ziehen um, ohne andere zu informieren und ohne dass die Entscheidung gut durchdacht ist.

14. Unverantwortliches Verhalten

Psychopathen zeigen kein Verantwortungsgefühl oder Loyalität gegenüber Familie, Freunden, Arbeitgebern, Vermietern oder anderen. Der Umgang mit Geld ist oft quälend, sie haben Schulden, gehen schlecht mit Geschäftsbeziehungen um und sind oft eine große Belastung für ihre Familien.

15. Jugendkriminalität

Als Teenager verhalten sie sich sehr asozial und müssen mit Verhaftungen und Verurteilungen rechnen.

16. Verhaltensprobleme in jungen Jahren

Die Kindheit ist geprägt von vielen Problemen wie Lügen, Schlägereien, Diebstahl, Raub, Brandstiftung und Gewaltausbrüchen gegen Mensch und Tier. Der Psychopath wird deshalb schon früh oft als das schwarze Schaf der Familie bezeichnet.

17. Verletzung der bedingten Freigabe

Als Erwachsener unternimmt der inhaftierte Psychopath Fluchtversuche, kehrt aus dem Wochenendurlaub nicht zurück, begeht Verbrechen während der bedingte Freigabe und hält sich nicht an die Bedingungen der ausgesetzten Freiheitsstrafe.

Andere

18. Sexuelle Ausschweifung
19. Kurze Beziehungen
20. Kriminelle Vielseitigkeit

Spektrumstörung

Nicht jeder Psychopath ist genau so, wie in der Checkliste beschrieben. Heutzutage wird sie auch als Spektrumstörung bezeichnet, bei der Schwere und Ausprägung(en) pro Person unterschiedlich sein können: Es gibt auch prosoziale, funktionale und hochfunktionale Psychopathen. Die Psychopathie-Checkliste ist jedoch immer noch ein diagnostisches Instrument zur Diagnose von Kriminellen in Gefängnissen. Robert Hare berichtete, dass er 2016 anfing, Psychopathie anders zu betrachten und während dieser Zeit eine Studie begann, um zu untersuchen, ob Psychopathie eine Störung oder eine Evolution ist.

Siehe auch