WikiDer > Roland Jahn

Roland Jahn (Jena, 14. Juli1953) ist ein deutscher Journalist und Direktor der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen (BStU), die die Archive der ehemaligen ostdeutsch Geheimdienst Stasia. Jahn übernahm von Marianne Birthler am 14. März 2011. Bei seiner Ernennung kam es sofort zu einer Kontroverse: Jahn gab bekannt, dass ehemalige Stasi-Mitarbeiter nicht mehr im Archiv arbeiten dürfen.
Menschenrechts-Aktivist
Der ursprünglich ostdeutsche Jahn wurde 1983 von der Stasi de DDR wegen seiner kritischen Äußerungen gegen das Regime ausgewiesen. Jahns Protest begann 1977, als der Sänger Wolf Biermann nach einem Auftritt in der WestdeutscheKöln durfte nicht mehr in die DDR einreisen. Jahns Protest radikalisierte sich, als sein Freund Matthias Domasck in einem Stasi-Gefängnis starb. 1982 wurde er sechs Monate in einer Stasi-Zelle festgehalten. Er wurde zu zwanzig Monaten Gefängnis verurteilt, aber aufgrund internationaler Proteste nach sechs Monaten wieder freigelassen.
Einmal in West-Berlin Jahn setzte seinen Kampf gegen das DDR-Regime als Journalist fort. Er schmuggelte Kameras und Filmmaterial aus der DDR. Jahn sorgte dafür, dass diese Bilder im westdeutschen Fernsehen gezeigt wurden, das auch in der DDR zu empfangen war.
Kurz nach dem Mauerfall im November 1989 war Jahn als Reporter für die ARD als die Archive des DDR-Geheimdienstes erstmals für Nicht-Stasi-Mitglieder geöffnet wurden. Die Stasi-Gebäude waren von DDR-Bürgerrechtlern besetzt, die verhindern wollten, dass ehemalige Stasi-Mitarbeiter verschwinden. Trotz der Besatzung gelang es den Mitarbeitern, Tausende von Dokumenten zu vernichten. Jahn hat es geschafft, das filmisch festzuhalten.
Jahn war einer der ersten, der seine Stasi-Akte sah. Auch in West-Berlin stellte sich der Geheimdienst als sehr nahe heraus. Ein guter Freund von ihm gab persönliche Gespräche an die Stasi weiter. In seiner Akte fand Jahn auch einen Plan seines Hauses und eine Beschreibung des täglichen Schulwegs seiner 8-jährigen Tochter.[1]
Stasi-Archive
Am 14. März 2011 wurde Jahn Verwalter des Stasi-Archivs. Er ist hinter Marianne Birthler her und Joachim Gauck die dritte Person, die diese Funktion erfüllt. Unmittelbar nach seinem Amtsantritt sorgte er für eine Kontroverse. Er wollte nicht mehr, dass ehemalige Stasi-Mitarbeiter im Archiv arbeiteten. "Ein Schlag ins Gesicht der Opfer", nannte Jahn es, dass noch immer alte Geheimdienst-Oldtimer in den Archiven arbeiten. Im Oktober 2011 wurde die Bundestag ein Gesetz verabschiedet, das die Zwangsverlegung ehemaliger Mitarbeiter erlaubt.
Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise
|