WikiDer > Röstigraben
Das Röstigraben ("Rösti-Schlucht"), benannt nach dem viel gegessenen Bauerngericht rösti im deutschsprachigen Teil von Schweiz, ist ein Satz, der den Unterschied in der Mentalität und den politischen Ansichten zwischen den Deutsche- und frankophone Teil von Schweiz. Der Name Röstigraben ist eine Metapher für das enge Tal des Flusses saane, der im Kanton Freiburg bildet mehr oder weniger die Sprachgrenze.
Politisch ist die Röstigraben widersprüchliche Meinungen als Ergebnis:
- Es gibt deutliche Meinungsunterschiede in der Außen- und Sozialpolitik. Traditionell ist der französischsprachige Teil, Romantik, wohlwollender gegenüber dem Ausland und der Politik der Bundesregierung. In einer Volksabstimmung 1992 zum Beispiel stimmte eine Mehrheit der Einwohner der Romandie für den Beitritt zur EEG während die Mehrheit der Schweizerdeutschen dagegen stimmte.
- Bei Themen wie Verkehr, Umwelt und Drogen ist die Grenze weniger klar. In diesem Bereich nimmt die Romandie eine konservativere und technokratischere Haltung ein.
In den letzten Jahren hat die Röstigraben weniger offensichtlich. Die grösseren Städte, aber auch die mittleren und kleineren Städte in der Deutschschweiz nehmen zunehmend die Position in der Romandie ein. Der Widerspruch bewegt sich eher in Richtung eines Stadt-Land-Konflikts als der aktuellen Differenz zwischen Deutsch- und Westschweiz. Die Ergebnisse der jüngsten Referenden, zum Beispiel zu a Verbot von Minaretten, der Ausweisung von Einwanderern und dem Verbot des Waffenbesitzes besteht noch immer ein Widerspruch zwischen den französisch- und deutschsprachigen Kantonen: Die italienischsprachige Schweiz hat sich in der Regel auf die Seite der französischsprachigen Schweiz gestellt, manchmal ist aber auch die Rede des Polentagraben. Das Polenta ist ein in Tessin beliebtes Maisgericht. Dieses Polentagraben soll den Unterschied zwischen dem Kanton Tessin einerseits und der übrigen Schweiz andererseits aufzeigen.
Siehe auch
Literatur
- Büchi Christophe: Röstigraben. NZZ-Verlag. Zürich, 2001. ISBN 3-85823-940-2.