WikiDer > Sikkativ
EIN sikkativ ist eine Ergänzung zu zum Beispiel Ölgemälde um die Trocknungszeit zu verkürzen. Der Farbe muss nur wenig hinzugefügt werden, maximal etwa 2%. Auch in Alkydharze sikkative verwendet werden.
Das Wort Sikkativ leitet sich vom lateinischen Wort "secca" ab, was "trocken" bedeutet. Wir finden diesen Namen täglich auf Weinetiketten: zum Beispiel demi-sec, aber auch im Malerbegriff painter in secco (nicht so wie Fresko).
Die meisten Sikkative sind Metallverbindungen. Der Trocknungseffekt ist auf das jeweilige Metallion zurückzuführen. Verschiedene Metalle ziehen bestimmte Gase an. Zum Beispiel: für den Transport von Sauerstoff zu den Zellen im lebenden Gewebe und umgekehrt - der Transport von Kohlendioxid zurück, enthält Blut Eisenverbindungen, bestimmtes Hämoglobin. Bei einer Reihe von Meerestieren sind dies Kupferverbindungen; diese Kreaturen haben buchstäblich blaues Blut. Auch beim Speichern Wasserstoff in Tanks wird Metall verwendet, um den Druck zu reduzieren. Bei chemischen Reaktionen zwischen Gasen wirken Metalle als Katalysator, der moderne Auspuff von Autos arbeitet nach diesem Prinzip, um die schädlichen Gase umzuwandeln.
Farben auf Ölbasis, aber auch auf Öl basierende Alkydharzfarben (dies sind mit Abstand die meisten Hausanstrichlacke, die es gibt Terpentin verdünnt werden), kann nur durch Einarbeiten von Sauerstoff aus dem Himmel. An der Oberfläche ist dies logischerweise kein Problem. An der Unterseite der Lackschicht kann Sauerstoff viel schwerer eindringen, was zu Trocknungsunterschieden und Problemen führt. Metallverbindungen im Lack helfen den Sauerstoff zu transportieren und zu verteilen, sodass eine gleichmäßige Trocknung und Aushärtung erreicht werden kann. Dieser Effekt setzt sich fort, so dass die Lackschicht im Laufe der Jahre härter und spröder wird und schließlich zerfällt. Daher darf der Farbe nur sehr wenig Sikkativ zugesetzt werden. Der Hersteller hat in der Regel bereits die richtige Menge dosiert. Es wird dringend davon abgeraten, bei der Arbeit zusätzliches Trockenmittel hinzuzufügen, um die Trocknung des Lacks beispielsweise bei kaltem Wetter zu fördern, da die oben genannten Auswirkungen auf die Lebensdauer auftreten. Speziell dafür wurden sogenannte „Finish-Lacke“ entwickelt.