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Stichomythie

Stichomythy (griechisch: μυθία / Stichomythie, von στίχος = Verszeile und μυθέομαι = kommunizieren, Geschichten) ist in der griechisch (und Latein) Literatur, ein in der Antike verwendeter Fachbegriff für eine Form von Dialog in dem Tragödie, Satyrspiel und Komödie bei denen sich die Gesprächspartner abwechselnd über einen längeren oder kürzeren Zeitraum mit nur einer Verszeile antworten.

Die Stichomythie war eines der beliebtesten und markantesten Strukturelemente der dramatischen Literatur der Antike. Anfänglich zur Belebung und Intensivierung der dramatischen Situation eingesetzt, wurde sie am häufigsten bei gewaltsamen Auseinandersetzungen, aber auch bei Beratungen, Überredungsversuchen, Erkennungsszenen und dergleichen beobachtet.

Bis zum Stichomythy Im weiteren Sinne muss man auch zählen:

  • das disticomythie, wobei sich jeder Gesprächspartner immer an . wendet zwei Verszeilen (= a distichon) begrenzt;
  • das beliebteste in der komödie antilabe, in dem die Gesprächspartner eine auffällige Auseinandersetzung mit Teile von Versen.

Von Aischylos' Perser (472) bis um Euripides' Bacchanten (406) ist ein zunehmender Anteil der Stichomythien sowohl an Bedeutung als auch an Formenreichtum zu beobachten. Auch der römische Tragikus Seneca verwendet es immer noch oft in seinen Bühnenwerken. In der Komödie, wo wir die Entwicklung von . verfolgen können Aristophanes' Acharnier, durch menander, bis um Plautus und Terentius, wurden die Formen der Stichomythy immer lockerer und freier als in der Tragödie.