WikiDer > Studio-Skarabäus
Theater Skarabäus war ein Holländer Bühnenexperiment das stammt aus Den Haag in dem sechziger Jahre als Antwort auf die vorherrschenden traditionellen Theaterformen. In verschiedenen Bereichen der Kunst wurde nach einer neuen Ausdrucksform gesucht. Daraus entstand eine Reihe von Produktionen, die sich dem Betrachter wie ein Diorama präsentieren Tableaux vivants abgewickelt.
Die Entstehung
Die Idee zur Realisierung einer neuen Theaterform stammt vom Haager Maler Adrian Boon. Charakteristisch für die Aktivitäten von Theatre Scarabee ist das Streben nach einer Kombination der bildenden Kunst mit anderen Ausdrucksmitteln wie Musik, Gestik, Wort und Film. Scarabee will daher eine Form des totalen Theaters aufführen, der Kern der Gruppe ist Adri Boon, Jan von As und Raf Thunnissen.
Erste Produktion
Die erste große Produktion von Adri Boon ist das metaphysisch realistische Triptychon Spiral, das im Dezember 1965 im Haagse Kunstkring uraufgeführt wurde. Von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des Stücks sind die Pop-Happenings, die zuvor im Kunstkreis stattfanden. 1965 bringen Adri Boon und Titus Cruls das "erotische Alphabet". Spiral ist ein Varieté-Show-ähnliches Spektakel voller Tableaux vivants. Es ist die erste von zehn Theaterproduktionen und 2 für das Fernsehen adaptierten Filmen.
Deklamatorium mit 45 Studierenden
Die Fortsetzung findet im Huygens Lyceum in Voorburg statt. Gemeinsam mit Carolien und Jan van As veröffentlicht Adri Boon eine vom Text inspirierte Schulproduktion Klage über Ignacio Sanchez Mejias von Garcia Lorca. Sie entwerfen ein Modell für ein Deklamatorium. Die Komponenten sind das Theaterlicht, Projektionen flüssiger Dias, gesprochene Texte, Zischen, Summen und Gitarrenspiel. Die Aufführung wird von 45 Schülern des Lyzeums aufgeführt, die sich in Solisten und Chöre aufteilen. Lorcas Text wird von Boon selbst übersetzt. Während der Aufführung improvisiert Adri Boon auf der Gitarre zu Themen aus Kompositionen von Villa Lobos und Fernando Sor.
Förderpreis
Aus dem Jahresbericht des Arts Council, Den Haag 1968 „Stichting Theatre Scarabee, das darauf abzielt, eine Theatergruppe aufzubauen und zu erhalten, die versucht, durch die bildenden Künste zu einer neuen Form des Theaters zu gelangen und so zu einem visuellen Spektakel geworden ist, das stattfindet“ in Zeit und Raum“, beantragte der Minister einen Zuschuss für die Ausarbeitung eines neuen Programms. Der Daily Council konsultierte die Theaterabteilung und die Abteilung Bildende Kunst und Architektur. Der Rat kam zu dem Schluss, dass Theatre Scarabee unverkennbar einen Durchbruch zu anderen neuen Theaterformen darstellt, die es wert sind, ausprobiert zu werden. In den Aktivitäten, die besonders auf die visuellen Möglichkeiten der Bühne abzielen, sah man einen wertvollen Versuch der Erneuerung des Theaters, denn dadurch entsteht eine neue Übertragungsmöglichkeit.“ Dieser Jahresbericht hat ein silbernes Cover und ist mit Designs für Poppetgom illustriert. Das Gesamtlayout stammt von Jan van Toorn.
Dein eigener Theaterraum
1969 bezieht Scarabee mit einem städtischen Zuschuss sein eigenes Theater in der Willemstraat in Den Haag. D-Name ändert sich in Studio Scarabee. Es folgen sieben Produktionen, die nicht nur in den Niederlanden aufgeführt werden, zum Beispiel im Micky-Theater, dann basiert in Loenersloot, sondern auch bei führenden Festivals und Museen im Ausland.
Fernsehen
Februar 1966. Der Dirigent-Komponist tritt im Mies-en-scene-Programm auf Bruno Maderna und der Maler-Poet Lucebert zusammen mit dem Sänger ohne Namen. Sie haben einen für sie Tränensäcke geschrieben, 'The Soldier's Mother', über die Mutter eines amerikanischen Soldaten, die in einen Taschendieb fällt - auch für die Vietkong - nach dem Verlust ihres Sohnes. Dieses Lied mit doppelter Bedeutung wurde für das metaphysisch realistische Theaterstück Poppetgom geschrieben.
Am Mittwoch, den 4. Juni 1969, strahlte das niederländische Fernsehen das Gesamtkunstwerk Poppetgom in der von Fred Bosman adaptierten Sendung Contemporary aus.
Fata Banana liefert die NOS eine Weltneuheit für das Fernsehen. Am 26. Mai 1971 wurde das Stück gleichzeitig in der Sendung Contemporary auf zwei Sendern ausgestrahlt.[Quelle?]
Studio Scarabee dreht im Auftrag der NOS einen speziell auf das Medium Fernsehen abgestimmten Film namens 'Witstrip'. Dieser Film wurde am 18. Mai 1973 ausgestrahlt.
Abschaltung 1983
Peter Kerster schreibt: „Als die Produktionen immer teurer wurden, während das Publikum – bedingt durch die kleine Wohnung – relativ klein blieb, kamen die schwierigen Verhandlungen über einen festen Zuschuss aussichtslos zum Erliegen. Als auch die Gemeinde die Miete aussetzte, beschloss Scarabee, sich aufzulösen.“[Quelle?]
Alle Produktionen von Studio Scarabee
- Pop Happening, 1965 im Den Haager Kunstkreis mit Tito Cruls und verschiedenen Mitgliedern des Haager Kunstkreises.
- Spirale, 1965 Haage Kunstkring mit Inge Tielman, Raf Thunnissen, Tito Cruls. Kostüme: Lucie van Duijn, Mia Geysel, Marijke de Wit, Gerard Coljé, Adri Boon, Cees Paauw, Rob Tuinebreijer, Loek Muntz. Bühnenbild: Lucie van Duijn, Mia Geysel, Marijke de Wit, Gerard Coljé, Adri Boon, Cees Paauw, Rob Tuinebreijer, Loek Muntz. Darsteller: Mia Geysel, Dicky Goodman, Marjan Laffra, Tineke Lucas, Marja Smit, Inge Tielman, Adri Boon, Tito Cruls, Cantius Geysel, Loek Muntz, Gerard van Ochten, Raf Thunnissen, Eric Tielman, Rob Tuinebreijer.
- Klage über einen Stierkämpfer, 1966 mit 45 Schülern des Huygens Lyceums in Voorburg mit Carolien und Jan van As. Basierend auf Lorcas Gedicht. Lichteffekte von Christa van Santen.
- Batman im Exil, 1967 Haagse Kunstkring, mit Raf Thunissen und Jan van As. Nach einer Ballade von Hendrik de Vries und Text von Johan van Nieuwenhuizen. Kostüme: Thea van Loon, Hendrik-Jan Koldeweij. Bühnenbild: Herman Berserik, Rob Tuinebreijer, Cor Blok, Adri Boon, Michel Cardena, Gerard Coljé, Ivo Colje, Lucie van Duijn, Martijn Reeser, Christa van Santen. Interpreten: Cantius Geysel, Carolien van As, Jules Bekker, Terese Damen, Mia Geysel, Pia Herweijer, Hendrik-Jan Koldeweij, Rob Tuinebreijer.
- Poppetgom, 1969 im eigenen Theater Den Haag mit Raf Thunnissen und Jan van As. Texte: Lucbert. Kostüme: Thea van Loon, Hendrik-Jan Koldeweij. Bühnenbild: Woody van Amen, Hans Hollenbach, Ber Mengels, Lucie van Duijn, Gerard Coljé, Adri Boon, Pat Andrea. Musik: Bruno Maderna. Aufführungsmusik: Mitglieder der Residenz Orchester, Orchestra of Jean Kraft, The Singer without a Name, Pax Gritter, Julien Coco. Darsteller: Pax Gritter, Albert Vogel, Cantius Geysel, Carolien van As, Rob Tuinebreijer, Richard Kagie, Hendrik-Jan Koldeweij, Jan van As, Carla Ruim Gericht, Ellen Foppe, Raf Thunnissen.
- Fata Banana, 1971 in unserem eigenen Theater Den Haag mit Jan van As. Text: Lucebert.Kostüme: Gerard Coljé, Hathor Couture, Ariadne Sinke, Lisette van Meeteren. Bühnenbild: Woody van Amen, Peter Blokhuis, Adri Boon, Maria Carlier, Gerard Coljé, Lucie van Duijn, Georg Hadeler, Hans Hollenbach, Lucebert, Jan van Munster, Dick Simonis, Rob Tuinebreijer, Gerard Verdijk. Musik: Otto Halskette. Musikalische Darbietung: Chor Sursum Corda, S. Zuzek, S. v. d. Houten, R. Weeteling, F. van Gulick, H. van Dijk, F. v. d. Kran. Interpreten: Huberte Blokhuis, Pax Gritter, Adri Boon, Cantius Geysel, Dick Klees, Lucebert, Albert Vogel, Lodewijk Meeuwsen, Eduard Koning.
- Witstrip, 1973, im Auftrag der NOS, ein für das Fernsehen adaptierter Film, ausgestrahlt im Programm Contemporary, mit Jan van As, Gerard Coljé, Caroline Goedbloed Darsteller: Silvester Brobbel, Ab van Overdam, Harro Ruijsenaars, Eduard Koning, Fred Bosman.
- Dummies, 1974 Kurzaal Scheveningen mit De Nederlandse Operastichting. Text: Bert Schierbeek, Musik Otto Kette. Dekordesign: Woody van Amen, Peter Blokhuis, Adri Boon, Gerard Coljé, Hans Hollenbach, Heppe de Moor, Jan van Munster, Gerard Verdijk. Musikdarbietung: Jan van As, Anne Haenen, Marius van Altena, Richard Barrett. Darsteller: Mercè Montserrat, Jan van As, Rob Tuinebreijer, Ton van der Zalm, Joan Torres.
- Havanna Jojo, 1977 mit Jan van As und Raf Thunnissen. Choreographie: Jose Lewis. Kostüme: Nanci John, Thea van Loon. Darsteller: Caroline Goedbloed, Marian Vloetgraven, Coen van Erkel, Ronald Beer, Harold Hemp, Ram Koot, Ken Montnoir.
- Perfidia, 1979, mit Raf Thunnissen. Produktion: Fiona Hannaart. Choreographie: Jose Lewis. Kostüme: Ernst Jan Beeuwkes. Darsteller: Caroline Goedbloed, Connie Burgemestre, Harold Hemp, Evert de Jager, Harrie Mertens, Floris van Spronsen.
- Plus Echo, 1982 nach Texten von Jorge Luis Borges, herausgegeben von Adri Boon und Raf Thunnissen. Kostüme: Ernst Jan Beeuwkes. Bühnenbild: François Morellet, Gianni Colombo, Peter Lowe, Gerard Coljé, Johan van Zutphen. Musikdarbietung: Godfried Hoogeveen, Michel Roche. Führungskräfte: Henk van Ulsen als Melanchton, Wim de Haas, Bas ten Batenburg, Lou Landré, Diduine van Delft, Corrie Burgemeester, Simone Dresens, Jos Lewis, Evert de Jager, Kees van Lier, Arnold Knoppert.
- Das unendliche Labyrinth – unvollendet
Externe Links
- Tonaufnahmen aller drei Teile von Poppetgom, siehe auch die Texte von Lucebert
- Bild- und Tonfragmente von Fata Banana und ein Interview von Rudy Cornets de Groot 1971 mit Adri Boon und Lucebert über Fata-Banane.
Quellen
- Studio Scarabee, 7 Projekte herausgegeben von Hein van Haaren und dokumentarische Texte von Ineke Wansink. Eine Ausgabe von Public Art Property 1975
- Scarabee 1965 – 1983 – the message of the image, eine Publikation des Haagse Kunstkring mit Texten von Peter van Kerster. Edition Stroom 2000.
- Dossier Scarabee geschrieben von Adri Boon in Abcoude, vier Bände 1988. Theatre Instituut Nederland.
- TIN – Theaterinstitut Niederlande: Produktionsdatenbank
- Rat der Künste: Jahresbericht 1968
- Theaterexperiment Scarabee, E.C. Arps in Bres Planete Nr. 8, 1966
- Fata-Banane