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Alfred Haighton
Alfred Haighton
Haighton (ca. 1926)
Allgemeine Information
Vollständiger NameCoenraad Alfred Augustus Haighton
GeborenRotterdam, 26. Oktober1896
VerstorbenBeekbergen, 13. April1943
StaatsangehörigkeitFlagge der Niederlande Die Niederlande
Andere
PolitikNSNAP

Coenraad Alfred Augustus Haighton (Rotterdam, 26. Oktober1896 - Beekbergen, 13. April1943) war ein Niederländisch Millionär und Finanzier verschiedener faschistisch und Nationalsozialist Bewegungen.

Leben

Alfred Haighton war der Sohn des niederländischen Millionärs Johannes Gerard Haighton und Louise Mathilde de Haas. Die Familie väterlicherseits stammt ursprünglich aus Schottland. Es war eine Linie von Kaufleuten und Offizieren, die in . gelandet waren Niederländisch-Ostindien. Der Großvater und der Vater von Alfred Haighton wurden beide dort geboren. So betrachtete Alfred Haighton dieses Überseegebiet später als seine zweite Heimat. Sein Vater hatte die N.V. 1902. Das erste niederländische Unternehmen für die Risikoversicherung bei Lotterien (Zusamenfassend Lotisico), eine Art Glücksspielversicherung, die ihn extrem reich machte. Sohn Alfred Haighton war zunächst in Den Haag Erstes Städtisches Gymnasium, aber er hörte nach dem ersten Jahr auf. 1912 verließ er die Schule, nachdem er für das zweite Jahr abgelehnt worden war. Er versuchte dann, sich durch private Bildung auf die Staatsexamen, aber dazu kam es nie.

Die Familie Haighton zerfiel 1915. Alfred und sein Bruder Willem lebten weiterhin bei ihrer Mutter. 1919 brach er sich bei einem Sturz den linken FußHüfte, wodurch er hinterher etwas schlaff ging. Im selben Jahr starb sein Vater plötzlich. Infolgedessen sollte Alfred als ältester Sohn die Nachfolge seines Vaters in Lotisico antreten. Dies moderierte Alfred jedoch, denn 1921 trat er auf eigenen Wunsch zurück. Er wurde Kommissar von Lotisico. Von diesem Moment an organisierte er sein Leben nach seinen eigenen Wünschen. Schließlich war er finanziell unabhängig. Zum Beispiel kaufte er in den Jahren 1922-1924 für f 20.000 (umgerechnet auf den Wert 2005 sind das: 120.000 €) das Wochenmagazin Die Kunst und für f 100.000 (Wert 2005: 615.000 €) die Leidener Druckerei Batteljee und Terpstra. 1928 fügte er hinzu für f 20.000 (Wert 2005: 128.000 €) das literarische Monatsmagazin Die Niederlande zu seinem künstlerischen Imperium.

Gleichzeitig unternahmen er und seine erste Frau eine Weltreise, die ihn in die Vereinigte Staaten gebracht. Dort erhielt er die Promotion in dem Philosophie auf einen These über den deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer. Seine Dissertation wurde angeblich genannt Arthur Schopenhauers Voluntarismus im Vergleich zum Energiekonzept der heutigen Physik.[1] Ende der 1920er Jahre bekam er Ärger mit seinem Bruder, der die Leitung von Lotisico übernommen hatte. Dieser Kampf beschäftigte Alfred ständig. Er starb plötzlich am 13. April 1943. Sein Angina pectoris war für ihn tödlich gewesen.

Politik

Alfred Haighton stand an der Wiege des organisierten niederländischen Faschismus. Er war einer der vier Gründer (und Hauptfinanzierer) der Vereinigung der Aktualisten, die am 22.01.1923 gegründet wurde. Dies war die erste faschistische Bewegung in den Niederlanden. Über das Verhältnis zwischen Aktualismus und Faschismus sagte Dr. K.H.E. de Jong, einer der Gründer, später: Der Stromismus setzt sich für die Niederlande das Ziel, das sich der Faschismus für Italien gesetzt hat. Nach den desaströsen Parlamentswahlen von 1925 erlosch die VvA.

Im Jahr 1927, Haighton und sein Mitarbeiter Hugo Sinclair de Rochemont (einer der vier Gründer des VvA) das Magazin De Bezem, faschistische Wochenzeitung für die Niederlande auf. Im Dezember 1928 wurde der Verein Der Besen etabliert. Nach einigen Kämpfen musste Sinclair räumte das Feld und bekam Jan Baars eine wichtige Rolle in Der Besen. Mitte 1932 zerfiel De Bezem infolge (wieder) innerer Kämpfe. Laut einem Mitarbeiter hatte Haighton ungefähr f 500.000 (Wert 2005: 3,8 Mio. €) wurden für De Bezem ausgegeben.

Während dieser Zeit konvertierte Haighton offen zum Antisemitismus und interessierte sich dadurch mehr für den deutschen Nationalsozialismus als für den italienischen Faschismus. Im 1932 Haighton gab bekannt, dass seine neu gegründete Der BesenGruppe mit dem neu gegründeten opgericht . fusionieren Nationalsozialistische Niederländische Arbeiterpartei (NSNAP). Auch dieser NSNAP erwies sich als erfolglos und zerfiel bald in drei kleine NSNAPs. Damit war Haightons politischer Karriere ein vorläufiges Ende gesetzt, der mit seinem Geld faschistische Gruppen unterstützte, sie aber auch mit Leichtigkeit wie einen Stein fallen ließ.

1935 trat er bei Schwarze Vorderseite, die Partei von Arnold Meier. Im Juli 1940 brach er alle Verbindungen zu Meijer ab, der seine Zwart Front zu diesem Zeitpunkt bereits in umbenannt hatte Nationale Front. Bis zu seinem Tod 1943 enthielt er sich offener Aktionen, blieb aber in verschiedenen kleineren nationalsozialistischen und/oder faschistischen Parteien engagiert – bis diese Ende 1941 von den deutschen Besatzern verboten wurden.

Briefe

Haightons literarisches Debüt fand 1915 im Band von Der neue Leitfaden, das Magazin von Willem Kloos. Haighton würde für den Rest seines Lebens eine starke Verbindung und Ehrfurcht für Kloos empfinden. Sein erster (und einziger) Gedichtband wurde 1926 veröffentlicht. Senden namens. Kloos war darüber lyrisch, aber das kann auch daran liegen, dass Haighton Kloos und seine Frau Jeanne Reyneke van Stuwe finanziell unterstützt. Sein einziger Roman erschien 1927, Nachfolge.

In den folgenden Jahren beschränkte sich Haighton auf literarische Essays. Er war ein leidenschaftlicher Verfechter des literarischen Erbes der achtziger Jahre; er mochte die neuere zeitgenössische Literatur nicht. Willem Kloos starb am 31. März 1938 und am 9. April kaufte Haighton für f 5.650 (Wert 2005: 44.000 €) das sterbende Magazin Der neue Leitfaden. Das Magazin war kein Schatten mehr von dem, was es einmal war, aber für Haighton hätte nur der Name gegolten. Unter Haightons Führung engagierte sich die Zeitschrift zunehmend in nationalsozialistischen Gewässern. Es wurde nach Haightons Tod 1943 geschlossen: Die Zeitschrift hatte dann 98 Abonnenten.

Veröffentlichungen

  • Alfred Haighton: "[Autobiographie 1896-1940]". In: Willem Huberts: Es musste etwas Neues kommen. Zeugnisse niederländischer Faschisten 1941-1950. Nimwegen, 2019, S. 59-88

Publikationen über Haighton

  • G.J.G. der Geier: Alfred Haighton. Finanzier des Faschismus. Amsterdam, Sijthoff, 1988. ISBN 9789021837857
  • Willem Huberts: "Alfred Haighton". In: Willem Huberts: Es musste etwas Neues kommen. Zeugnisse niederländischer Faschisten 1941-1950. Nimwegen, 2019, S. 51-58

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