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Baarfrankering
Einschreiben von St. Ingbert (Saarland) zu Hamburg, 18. März 1946. Das Porto des Briefes ist bar an den Schalter der Post bezahlt. Als Beleg dafür wurde der Brief mangels Briefmarken mit dem Stempel „Gebühr bezahlt“ versehen.

Barfrankatur ist das Porto von a Postsendung anders als bei a Stempel, in der Regel gegen Barzahlung am Schalter der Post. Dieser 'andere Weg' ist normalerweise ein Stempel mit dem Text 'Postpaid“, kann aber auch eine Notiz vom Tresen sein. Der Begriff ist mit dem Ausdruck „in bar“ verbunden.

Balkenfrankatur unterscheidet sich von portofrei. Beim kostenlosen Porto muss der Absender keine Briefmarken anbringen, sondern jetzt, weil er das Recht hat, seine Postsendung kostenlos transportieren zu lassen. Er muss beim Frankieren bar bezahlen.

Gründe für die Umstellung auf Balkenfrankatur können sein:

  • Das betreffende Postamt hat einen Mangel an Briefmarken.
  • Der betroffenen Post wird eine große Postsendung angeboten.

Mangel an Briefmarken

Ein Mangel an Briefmarken tritt meist nur in Ausnahmefällen auf, zum Beispiel wenn die Briefmarkenauslieferung eingestellt wird Kriegsbedingungen oder ein Naturkatastrophe. In dem Deutschland von kurz nach dem Zweiter Weltkrieg viele Balkenfrankaturen entstanden. Dann musste die Post komplett neu aufgebaut werden und viele Postämter hatten Briefmarkenmangel.

Wie ein Land nur unabhängig geworden ist, sind die richtigen Briefmarken bei den Postämtern oft nicht sofort verfügbar. Zum Beispiel wenn Estland 1991 ihre Selbständigkeit wiedererlangt hatte, griffen einige Postämter auf die Sperrfrankatur zurück, weil ihr Briefmarkenangebot nicht ausreichte.

Große Partys

Wird einer Poststelle eine große Sendung angeboten, ist es für den Schalterangestellten sehr aufwendig, all diese Postsendungen zu stempeln, die dann auch noch frankiert werden müssen. Es ist viel weniger Arbeit, all diese Postsendungen zu stempeln. In den Niederlanden lautet der Text dieser Briefmarke normalerweise „Porto bezahlt“. Bei Postsendungen ins Ausland Französisch Sprache, die Sprache der Weltpostverein, verpflichtet. Dann lautet der Text 'Taxe perçue' ('Porto erhalten') oder 'Port payé' ('Porto bezahlt'). Oftmals erhält der Anbieter einer so großen Postsendung einen Rabatt auf die Portokosten.

Der Stempel 'Porto bezahlt' kann auch maschinell mit einer Gegenfrankiermaschine aufgebracht werden. Im Bayern eine solche Maschine war bereits 1910 im Einsatz.

In den Niederlanden gibt es seit 1965 selbstklebende Fahrkartenschalter und Automaten. Die Grenze zwischen dem Aufkleben einer selbstklebenden Briefmarke aus dem Automaten und der Barfrankierung durch Bezahlung am Schalter, nach der der Schalterangestellte einen Schalterstreifen aufklebt, ist nicht ganz klar. Postpakete werden heute am Tresen immer mit einem selbstklebenden „Paketstreifen“ versehen, es steht dem Absender aber noch frei, sein Paket selbst zu stempeln.

Auch Umschläge mit dem frankierten oder vorgedruckten Text 'Postpaid“ kann als eine Form der Balkenfrankatur bezeichnet werden. Immerhin ist es ein großer Posten, der bei der Post angeliefert wird, aber die Bezahlung erfolgt in der Regel erst nach dem Versand und nicht in bar am Schalter.

Mail mit einem Druck von a Frankiermaschine schließlich könnte man auch Barfrankierung nennen. Der Absender stempelt die Post statt einer Briefmarke ab und rechnet in regelmäßigen Abständen die Portokosten seiner Post mit der Post ab.

Literatur

  • Herr A. van der Flier, Grundbuch Philatelie, Tirion, Baarn, 1990, S. 107 (Abschnitt 'Automaten- und Schaltergassen'), S. 130 (Abschnitt 'Bärenfrankaturen').
  • Ullrich Hager, Großes Lexikon der Philatelie, Bertelsmann Lexikon-Verlag, Gütersloh, diverse Ausgaben, Einträge 'Barfreimachung' und 'Barfreimachungstempel'.

Illustrationen