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Carl Ritter
Carl Ritter

Carl Ritter (Quedlinburg, 7. August 1779Berlin, 28. September 1859) war Geograph und einer der Begründer der wissenschaftlichen Geographie in Deutschland. Sein Vater, Friedrich Wilhelm Ritter, war Leibarzt von Anna Amalia, eine Schwester von Friedrich der Große. Seine Mutter war Elisabeth Messow. Carl Ritter heiratete 1819 Lilli Kramer. Die Ehe blieb kinderlos.

Ritter verlor seinen Vater in jungen Jahren. Anfangs wurde seine Mutter von der Heimlehrerin bei der Erziehung ihrer Kinder unterstützt Johann Christoph Friedrich Guts Muths. 1785 wurde der junge Ritter in das Philanthropium in . aufgenommen Schnepfenthal (um herum Gotha). Das Gut Schnepfenthal wurde vor kurzem vom Pädagogen gekauft Christian Gotthilf Salzmann. Dieses Philanthropium kann als experimentelle Schule nach den Prinzipien der Rousseau und Pestalozzi. Im Zentrum stand dabei die Überzeugung, dass das Verstehen durch sorgfältiges Beobachten und nicht durch bloßes Auswendiglernen zustande kommt. Ritter blieb elf Jahre in Schnepfenthal. Im Alter von siebzehn Jahren verließ Ritter Schnepfenthal, studierte in Halle und kam im Herbst 1798 in Frankfurt am Main. Er wurde Hauslehrer bei der Bankiersfamilie Bethmann-Hollweg. Bis zu seinem Tod 1859 in Berlin pflegte er intensive Beziehungen zu mehreren Mitgliedern dieser einflussreichen Familie, insbesondere zu August Bethmann-Hollweg (1795-1877).

Berlin

1820 wurde Ritter auf den ersten geographischen Lehrstuhl Deutschlands an die Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin berufen. Die ersten Teile seines Lebenswerks hatte er 1817 und 1818 Die Erdkunde im Verhältnis zur Natur und zur Geschichte des Menschen, oder allgemeine vergleichende Geographie als sichere Grundlage des Studiums und Unterrichts in undhistorischen Wissenschaften veröffentlicht und das war in Militärkreisen nicht unbemerkt geblieben. Es wurde erkannt, dass die geografischen Kenntnisse in der Armee verbessert werden könnten. Als Berliner Professor lehrte Ritter auch jahrelang an der Allgemeine Kriegsschule.

dass Erdkunde

dass Erdkunde war Ritters wichtigstes Werk. Es hat 19 Teile (21 Bänder). Regional beschränken sich die Inhalte auf die Geographie Afrikas und weite Teile Asiens. Ritter stützte seine geographischen Kenntnisse über Afrika und Asien auf eine umfassende Analyse der verfügbaren Literatur zu diesen Gebieten. Als großer Verfechter wissenschaftlicher Expeditionen hatte er auch Beobachtungen aus erster Hand von zahlreichen Entdeckern. Für die neuesten veröffentlichten Teile von dass Erdkunde Über Kleinasien Ritter verband sich mit Wissenschaftlern und Militärangehörigen, die diese Gebiete erforscht hatten. Das gesammelte Wissen war Heinrich Kiepert, mit dem Ritter eng zusammenarbeitete, kartographisch aufbereitet. 1852 wurde die dritte Ausgabe des Atlas von Asien im Rahmen dass Erdkunde. Klein-Asien bildete den unvorhergesehenen Abschluss von Ritters Werk (Bd. 18, 1024 S. Berlin, 1858 und Teil 19, 1200 S. Berlin, 1859).

Ansichten und Bedeutung

Als Geograph interpretierte Ritter die Ideen seiner Zeit. Die einflussreichen Ansichten der Philosophen Schäfer und Schelling und der Pädagoge Pestalozzi haben Ritters Arbeit geprägt.Met Alexander von Humboldt Ritter befreite die Geographie von den wenig inspirierenden Aufzählungen, die in der sogenannten „Staatsgeographie“ üblich waren. In seinem grelle Erologie empirische Beschreibung bildete die Grundlage für Erklärungen von räumlicher Kohärenz und Diversität. Dies waren Gebiete, die aufgrund einer spezifischen Kohärenz der sichtbaren Phänomene einen einzigartigen Charakter zeigten. In diesem Sinne führte Ritter die Geographie als individualisierende Wissenschaft ein.

Charakteristisch war auch die induktive Arbeitsweise in Ritters wissenschaftlicher Praxis. Gesetze konnten nur auf der Grundlage empirischer Beobachtungen aufgedeckt werden. Dies stand offenbar in scharfem Gegensatz zu seiner teleologischen Auffassung von »Zusammenhang« und »Totalität«. Aus seiner Sicht sollte sich die Erde als Ganzes an dem von der göttlichen Vorsehung bestimmten Ziel orientieren: der Erde als „Erziehungshaus des Menschen“. Inwieweit dieser teleologische Aspekt im Gegensatz zum empirisch-induktiven Ansatz steht, ist in der Wissenschaftsgeschichte der Geographie umstritten. Hanno Beck schreibt dazu in seiner Ritterbiographie (S. 78):

"Zur Welt des Ritterschen Glaubens gehört die in die Menschenwelt eingreifende Natur nicht in Form eines primitiven Geodeterminismus. Die Erde ist ihm wie schon Herder und vor ihm Varenius das Erziehungshaus des Menschen. Letztes Ende ist Fest Nastur das Adur Agen. , dasz diese Teleologie Ritters die Tatsachen nicht verweltigt hat, sondern als regulatives, nicht als konstitutives Prinzip gelten musz.

Abschließend kann festgehalten werden, dass Ritter mit seiner großen Aufmerksamkeit für das historische Element versucht hat, Geographie und Geschichte in sein Studium zu integrieren. Auch hier brach er mit den reinen Inventarisierungsarbeiten seiner Vorgänger.

Wissenswertes

Carl Ritters kletterte auch den Mont Blanc und veröffentlichte 1824 ein Buch darüber (Neuveröffentlichung 2008).[1] Darin schreibt er nicht nur über die Geschichte der Erstbesteigungen, sondern beschreibt auch die Natur und die Menschen von Chamonix und seiner Umgebung. Auffallend ist dabei sein Einwand gegen sinnlos Gipfelsturmerei: Nicht das Erreichen des höchsten Gipfels bestimmt für ihn ein erfolgreiches Erlebnis, sondern das Erreichen des Ortes, an dem die höchste Geistesempfindung ist möglich.

Siehe auch