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De misantroop
der menschenfeindliche
der menschenfeindliche
KünstlerPieter Bruegel der Ältere
Jahr1568
TechnikTempera auf Leinwand
Maße86 × 85 cm
MuseumNeapel
OrtNationalmuseum von Capodimonte
Portal  Portalsymbol  Kunstkultur

der menschenfeindliche ist ein Malerei von Pieter Bruegel der Ältere ab 1568, ausgestellt im Capodimonte-Museum von Neapel. Es ist eines der vier erhaltenen Werke, die Bruegel in der Technik des Tuchlein.

Die Leinwand ist unten rechts signiert und datiert BRVEGEL 1568, aber die Buchstabenformen würden darauf hinweisen, dass dies nicht von Hand gemacht wurde.[1]

Präsentation

Auf einer quadratischen Leinwand malte Bruegel a tondo in dem ein alter Mann ausgeraubt wird. Die Bildunterschrift macht deutlich, dass seine schwere Kapuze und sein Umhang a Trauer sein: Denn die Welt ist soe ontru / daer om gha ic in den ru. Verbitterung über die Untreue der Welt spiegelt sich in seinen nach unten gezogenen Mundwinkeln. Nase und Bart bilden einen langen, spitzen Bildreim. Der alte Mann scheint mit gefalteten Händen zu in Gedanken versunken, um zu bemerken, dass er eintreten wird Fußstiche oder dass ihm ein Dieb genüsslich seine gut gefüllte herzförmige Handtasche stiehlt, die er an einer langen Schnur trägt. Der zerlumpte Geldbörsenschneider ist von einem transparenten Kugel. Im Hintergrund sehen wir eine Hirtenlandschaft mit einer Mühle und einem Hirten, der sich zwischen seinen Schafen auf einen Stab stützt. Die friedliche Szene kontrastiert mit der Melancholie des Protagonisten.

Gravur von Jan Wierix frei nach Bruegel. Randbeschriftung: De sulck draecht rou / weil das Wetter onghetrou ist, Die most ghebruijcken am wenigsten richtig und vernünftig, Weijnich liveer now / as he leuen sou, One raubs one treckt elck steeckt full of gheueijsde seden. Hinter dem Menschenfeind: Je porte dueil voyant le monde / Qui en tant de betrugs abonde.

Interpretationen

Das abgebildete Menschenfeind ist der Legende nach ein desillusioniertes Opfer der treulosen Welt. Über diesen Text, der anscheinend nicht von Bruegel selbst gemalt wurde, haben Forscher zahlreiche Interpretationen vorgelegt.

Die Tolnay glaubte, dass die Inschrift die wahren Motive des Misanthropen nicht widerspiegelte.[2] Er sieht einen Einsiedler, der sich in den Wald zurückzieht, aber von seinem vollen Geldbeutel als heuchlerischer Geizhals verraten wird, der versucht, sein Geld vor einer bereits brennenden Welt am Horizont zu retten. Die Herzform der Geldbörse zeigt, wo seine wahre Zuneigung liegt. Das idiotische Monster, das ihn ausraubt, steht zwar für die treulose Welt, zeigt aber gleichzeitig, dass der Menschenfeind nicht davon getrennt ist und nur von seiner eigenen Medizin schnuppert.

Für Gibson zeigt das Gemälde, dass es töricht ist zu glauben, man könne den Machenschaften der Welt entkommen. Auch der Weg zur Ruhe ist gespickt mit Fallen.[3]

Marijnissen sieht keinen Grund, die Inschrift zu ignorieren, die nur eine Verurteilung der Welt ist. Auch wenn der Text nicht von Bruegel stammt, stammt er doch aus seiner Zeit. Auch auf der Gravur, die Jan Wierix zum Gemälde geht die Botschaft in diese Richtung.

Sellink erkennt mehrere Bedeutungsebenen. Wer sich von der Welt abwendet, muss auf das Material verzichten. Die Herzform des Geldbeutels lässt vermuten, dass auch der Menschenfeind in seiner Wahl gegen die Welt sein Herz und seine Menschlichkeit verliert. Täuschung und Selbsttäuschung hängen eng zusammen. Bruegel scheint dem Betrachter einen Spiegel vorzuhalten, ein Effekt, der vielleicht seine Entscheidung für eine runde Form hätte verstärken sollen.

nachleben

Wierix hat die Szene in eine zwölfteilige Serie von Drucken über flämische Sprichwörter aufgenommen. Die anderen Drucke basieren nicht auf Bruegel und auch der Misanthrop ist wahrscheinlich eine freie Interpretation mit einigen zusätzlichen Elementen. Es gibt auch verschiedene bemalte Varianten von Bruegels Menschenfeind, darunter zwei von ihm ältester Sohn, der jedoch nicht über das Original verfügte.

Ursprung

Das Gemälde befand sich früh in Italien, ebenso wie die Das Gleichnis vom Blinden. Da die beiden Arbeiten auch thematisch und technisch verwandt erscheinen, könnten sie für denselben Auftraggeber entstanden sein. Auf jeden Fall die Menschenfeind 1612 in die Sammlung des Grafen Giovan Battista Masi in Parma. Sein Vater Cosimo kehrte 1595 mit einer Gemäldesammlung aus den Niederlanden zurück. Giovan Battista Masi wurde vom Herzog entführt Ranuccio I Farnese der Verschwörung gegen sein Haus beschuldigt und sah, wie seine Güter beschlagnahmt wurden. Im erhaltenen Inventar von 1612 ist eine Beschreibung der description Menschenfeind finden. König Karl III. von Spanien erbte die Farnese-Sammlung und übertrug sie 1734 in seinen Palast in Neapel, der später ein Museum wurde.

Literatur

  • Roger Marijnissen, Bruegel. Das komplette Oeuvre, 1988, p. 360-364
  • Margaret Sullivan, "Bruegels Misanthrope: Renaissance Art for a Humanist Audience", in: Artibus et historiae, 1992, Nr. 26, p. 143-162
  • Philippe Roberts Jones, Pieter Bruegel der Ältere, 1997, p. 236-237
  • Manfred Sellink, Bruegel. Die vollständigen Gemälde, Zeichnungen und Drucke, 2007, s. 150

Externe Links

Fußnoten

  1. Hendrik D. L. Vervliet, "Die 'Zwölf Sprüche' des Museums Mayer van den Bergh. Eine Untersuchung zum Entstehungsdatum der Bildunterschriften", in: Jahrbuch Königliches Museum der Schönen Künste Antwerpen, 1960, p. 81
  2. Charles de Tolnay, Pierre Bruegel l'ancien, voll. I, 1935, S. 47
  3. Walter Gibson, Bruegel, 1977, p. 188
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