WikiDer > Dettmar Cramer

Dettmar Cramer
Dettmar Cramer
Ryuichi Sugiyama und Dettmar Cramer im Jahr 1964
Persönliche Informationen
Vollständiger NameDettmar Cramer
SpitznameNapoleon
Geburtsdatum4. April1925
GeburtsortDortmund, Deutschland
Sterbedatum17. September2015
Ort des TodesReit im Winkl, Deutschland
Ausgebildete Vereine
1964
1967
1971–1974
1974
1974
1975–1977
1977–1978
1978–1981
1981–1982
1982–1985
1991–1992
1997
Japan (Assistent)
Malaysia
Ägypten
Vereinigte Staaten
Hertha BSC
Bayern München
Eintracht Frankfurt
Al-Ittihad
Aris Thessaloniki
Bayer Leverkusen
Südkorea -23
Thailand
Portal  Portalsymbol  Fußball

Dettmar Cramer (Dortmund, 4. April1925Reit im Winkl, 17. September2015) war ein Deutsche Fußballtrainer. Er war in den 70er und 80er Jahren Trainer von Bayern München und Bayer Leverkusen und Bundestrainer unter anderem der Vereinigte Staaten und Ägypten. Außerdem war er viele Jahre als Berater und Fußballlehrer in Japan tätig, wo er als Begründer des modernen Fußballs gilt.[1][2]

Biografie

Dettmar Cramer hatte eine bescheidene Karriere als Spieler bei den Vereinen Victoria Dortmund und Germania Wiesbaden. Er begann seine Karriere als Fußballtrainer in jungen Jahren. Er trainierte die Vereine Teutonia Lippstadt, VfL Geseke, Paderborn 07 und TuS Eving-Lindenhorst. Sein Mentor war damals Bundestrainer Sepp Herberger, den er 1941 bei einem Jugendseminar kennengelernt hatte. Er trat auch als Fallschirmspringer während der Zweiter Weltkrieg und hatte den Rang Oberleutnant. Von der Saison 1948/49 bis zum 30. Juni 1963 arbeitete er als Trainer beim Westdeutschen Fußball-Bundes (WFLV) in Duisburg.

Cramer versuchte auch, eine Karriere als Sportjournalist aufzubauen. Er war eine Zeit lang Sportredakteur beim Sender ZDF. Nach drei Monaten gab er es auf und kehrte zum Fußball zurück. Er war anschließend Deutscher Fußball-Bund (DFB) als Fußballlehrer nach Japan geschickt. Dort wurde er schließlich auch berufen, um die Nationalmannschaft auf die Olympische Spiele 1964 in Tokio. Bei den Olympischen Spielen gewann Japan unter seiner Führung mit 3:2 gegen Argentinien, die sich überraschend für das Viertelfinale qualifizierten.

Im Januar 1964 kehrte Cramer in seine Heimat zurück, wo er Assistent des Bundestrainers wurde Helmut Schön. Er machte genau wie Udo Lattek Teil des technischen Personals, das das Finale der Weltmeisterschaft 1966 in England erreicht. Danach war er FIFA angeheuert, um Fußball- und Trainerkurse auf der ganzen Welt zu organisieren. 1969 organisierte er beispielsweise den ersten FIFA-Trainerkurs in Japan. Von 1971 bis 1974 trainierte er die Nationalmannschaft von Ägypten. Er wurde auch zeitweise Bundestrainer Vereinigte Staaten.

Zur Saison 1974/75 wurde Cramer Trainer von Hertha BSC, aber schon nach dem ersten Training stieg er wieder auf. Laut der deutschen Wochenzeitung des Spiegels er weigerte sich, mit Manager Wolfgang Holst zusammenzuarbeiten, der 1971 in den "Bundesliga-Skandal" verwickelt war.

Später in dieser Saison folgte er mit Bayern München sein ehemaliger Kollege Udo Lattek auf. Zunächst wurde Cramer, der im Gegensatz zu seinem Vorgänger eher nüchtern war, sowohl vom Vorstand als auch von den Fans kritisiert. In Ergänzung, Max Merkel, der österreichische Trainer von Mitbürgern TSV 1860 München, in der Presse regelmäßig als möglicher Nachfolger Cramers genannt. Am Ende durfte der 51-jährige Cramer bleiben, auch weil er vom Kapitän unterstützt wurde Franz Beckenbauer, mit dem er in den 1960er Jahren mit der Nationalmannschaft zusammengearbeitet hatte. Unter Cramers Führung gewannen die Bayern sowohl 1975 als auch 1976 die Europapokal I. 1977 eroberte der Verein auch die Weltmeisterschaft.

Die Leistung verschlechterte sich in der Saison 1977/78, woraufhin der Vorstand im Dezember 1977 beschloss, Eintracht Frankfurt Trainer wechseln. Der Ungar Gyula Lóránt wechselte zum FC Bayern, während Cramer nach Frankfurt am Main arbeitete. Aber der Trainerwechsel war kein großer Erfolg. Am 30. Juni 1978 trennten sich Cramer und Eintracht Frankfurt erneut.

Im Herbst 1978 wechselte Cramer nach Saudi-Arabien, wo er Cheftrainer von Al-Ittihad. Er leitete den Verein bis Dezember 1981. Anschließend wurde er bis zum Ende der Saison 1981/82 Trainer beim griechischen Verein Aris Thessaloniki.

In der Saison 1982/83 kehrte Cramer in die Bundesliga. Er wurde Trainer von Bayer Leverkusen, das in der Saison 1983/84 zum ersten Mal in seiner Geschichte unter den Top 9 landete. Dieses Kunststück konnte in der folgenden Saison nicht erreicht werden, so dass im Juni 1984 beschlossen wurde, die Partnerschaft mit Cramer zu beenden.

In den letzten Jahren seiner Trainerkarriere war er Bundestrainer von Malaysia, Thailand und Südkorea unter 23. Er wurde auch wieder Berater des japanischen Fußballverbandes. Cramer ist seit 2002 offiziell im Ruhestand. 2005 wurde er in die Japanese Football Hall of Fame aufgenommen. Cramer ist auch Träger der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Vom japanischen Kaiser Hirohito Er wurde auch für sein Engagement und seinen Rat für die japanische Nationalmannschaft geehrt, die bei der WM 1968 Bronze gewann Olympische Spiele in Mexiko. Aus diesem Grund gehört es in Japan zu den Orden für kulturelle Verdienste.

Dettmar Cramer verstarb 2015 im Alter von 90 Jahren.[3]

Spitzname

Wegen seiner geringen Statur (161 cm) erhielt Cramer den Spitznamen "Napoleon". Er hat sich auch einmal im Napoleon-Outfit in der Olympiastadion in München. Das Foto wurde von Diane Sandmann, der damaligen Lebensgefährtin von Franz Beckenbauer, aufgenommen. Von Torwart Sepp Maier Cramer wurde "der laufende Meter" genannt. Aufgrund seiner Fußballkenntnisse wird er in Deutschland auch regelmäßig als „der Fußballprofessor“ bezeichnet.

Ehrentafel

Bayern München

Europapokal I (2): 1975, 1976
Weltmeisterschaft (1): 1976
Siehe die Kategorie Dettmar Cramer von Wikimedia Commons für Mediendateien zu diesem Thema.