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Duitse troonstrijd

Das Deutscher Thronkampf war ein politisches Ereignis im Heiliges Römisches Reich Ende des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts. In diesem Kampf zwischen den Hohenstaufen und der Welfen ging es um die Nachfolge des Verstorbenen Kaiser Heinrich VI. In diesem fast 20-jährigen Kampf wird sich am Ende ein Staufer durchsetzen als Kaiser Friedrich II.

Ursprung der Thronschlacht

Am 28. September 1197 starb der erst 32-Jährige unerwartet Kaiser Heinrich VI. Unsicherheit über die Richtung des Reiches entstand, weil sich in den Kreisen der Reichsfürsten Gegenkräfte gegen die bis dahin stabile Machtposition des Reiches erhoben hatten. Hohenstaufen, wie schon aufgrund des Ausfalls der sogenannten Erbreichplan von Heinrich VI. Die Prinzen wurden nun gefragt, ob sie nun der dreijährige Sohn von . seien Friedrich als sein Nachfolger. Obwohl Friedrich Ende 1196 in Frankfurt unter maßgeblicher Beteiligung des Mainzer Erzbischofs Konseil III von Wittelsbach, und von herzog Philipp von Schwaben gewählt wurde, wuchs die Idee, nicht mehr lange dasselbe Haus für die Kaiserwahl zu unterstützen.

Auftrag von Papst Innozenz III

Fresko von Papst Innozenz III. in der Abtei von Subiaco (um 1219).

Während die Beziehungen im Reich zu Zwietracht führten, bestieg der 37-jährige Lotario dei Conti di Segni am 22. Februar 1198 den Stuhl Petri und wurde Papst Inozenz III, der wie eine machthungrige Persönlichkeit eine Zeit einläuten würde, in der der Papst eine neue Machtposition einnahm. Seine Ziele waren die Wiederherstellung der souveränen päpstlichen Autorität in Rom und des Kirchenstaates, die Wiederherstellung als oberster Lehnsherr des Königreichs Sizilien, die Rückgewinnung der mittelitalienischen Gebiete und die Aussöhnung der italienischen Gebiete unter der Führung des Papstes.

Friedrichs Mutter, Konstanz von Sizilien, eine politische Wende in Süditalien eingeleitet. Sie näherte sich Rom, brach die Verbindungen zum Rest des Reiches ab, verwarf die Deutschen aus ihrem sizilianischen Reich, verzichtete auf das römisch-deutsche Königtum ihres Sohnes Friedrich und ließ ihn stattdessen 1198 zum König von Sizilien krönen. Eine solche Trennungspolitik entsprach ganz dem Wunsch von Innozenz III., aber erst nachdem er einen Vertrag mit Konstanze hatte Konkordat so dass die kirchlichen Privilegien der sizilianischen Krone noch in dem Ausmaß der Tankred Zugeständnisse gemacht und nur den kleinen Rest eines königlichen Zustimmungsrechts bei den Bischofswahlen hinterlassen. Innozenz III. stellte das alte Darlehensverhältnis wieder her. Dieser kam gerade noch rechtzeitig, um nach dem unerwartet schnellen Tod von Konstanze (1198) durch ihre Disposition als Landesherr das Sorgerecht für den jungen Friedrich zu beanspruchen und damit das Schicksal Siziliens in seine Hand zu legen.

Die Doppelwahl

Darstellung von Philip van Swaben aus einer Handschrift (um 1200).

Nachdem Konstanz für ihren Sohn Frederik auf das römisch-deutsche Königtum verzichtet hatte, waren sich die Reichsfürsten untereinander uneinig, wen sie zum König erheben sollten. Der aussichtsreichste Kandidat war zunächst Duke Bernhard III. von Sachsen aus der Abstammung der Askanier, die unter anderem mit Unterstützung des Erzbischofs von Köln, Adolf I. von Altenazählen konnte. Währenddessen trug der König king Richard I. von England sein Neffe und dann Herzog von Aquitanien, Otto von BraunschweigHerzogs Sohn Heinrich der Löwe von Sachsenals Kandidat für. Die Aussicht auf die Königswürde des Welfen Otto bewegte Bernhard und den sächsischen Adel auf die Seite des jungen Bruders Heinrichs VI Philipp von Schwaben, weil befürchtet wurde, dass die Welfen ihre Ansprüche auf den sächsischen Herzogstitel geltend machen wollen, den sie ihnen 1180 am Gerichtstag in Gelnhausen weggenommen worden war. Auf Druck der sächsischen Adligen stimmte Philipp von Schwaben, der als Onkel des jungen Friedrich ursprünglich nur seinem Neffen das römisch-deutsche Königtum sichern wollte, schließlich seiner Erhebung zum König zu. Am 8. März 1198 wurde er dann von den Staufengezindener Fürsten zum König gewählt. Dies wollten die staufenfeindlichen Fürsten jedoch nicht hinnehmen. Deshalb erhoben sie am 9. Juni wiederum Otto von Braunschweig zum Gegenkönig des gewählten, aber noch nicht zum König gekrönten Philipp von Schwaben. Ottos Krönung folgte dann am 12. Juli, während Philipp erst am 8. September gekrönt wurde.

Es gab also nun zwei römisch-deutsche Könige, bei denen Wahl und Krönung in beiden Fällen jedoch nicht nach altem Brauch stattgefunden hatten: Philipp war zwar im Besitz der Insignien (Staatskrone, Reichsapfel und Schwert des Imperiums), seine Wahl fand jedoch nicht auf fränkischem Boden statt, sondern in Mühlhausen in Thüringen. Außerdem fand seine Krönung nicht am „richtigen“ Ort statt, in Mainz statt in Aachen, statt, auch nicht von der „rechten“ Hand, vom burgundischen Erzbischof statt vom Kölner Erzbischof. Ottos Wahl und Krönung hingegen waren an den richtigen Stellen, nämlich in Köln und Aachen, passiert. Außerdem erfolgte seine Krönung durch den Erzbischof von Köln, wenn auch mit gefälschten Ornaten. Infolgedessen besaßen weder Philipp noch Otto die volle Legitimität für ein Königtum gemäß den Vorschriften.

Innozenz III. glaubte, es gehöre dem Papst, in dieser Angelegenheit ein Urteil zu fällen, dem sich die geistlichen und weltlichen Beamten zu unterwerfen hätten. Anfangs hielt er sich dem Machtkampf aber offenbar zurück. Er wurde jedoch von seinem päpstlichen Legaten Bischof Radulf von Sutri, die mit Philip über die Abschaffung der Kirchenverbot verhandelt, allzu gut über die Ereignisse informiert. Es gibt Hinweise darauf, dass die Frage nach der Stellung Siziliens im Reich zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den Staufen und dem Papst führte. Philipp teilte offenbar nicht die Ansichten seiner Schwägerin über die Lehensabhängigkeit Siziliens und war daher nicht bereit, das Königreich Sizilien als päpstliches Lehen zu betrachten. Zwangsläufig wandte sich Innozenz III. nun der Welfenpartei zu, was ihn veranlasste, mit der Ankündigung einer Wahl im April 1199 einzugreifen. Nach dem Tod des englischen Königs und mächtigsten Fürsprechers der Welfen waren Richard I., Erzbischof Adolf von Köln und Otto IV. umso mehr auf die Unterstützung des Papstes angewiesen. Am 28. Mai 1199 platzierte sich die Staufenpartei auch in der Speyerer Fürstenerklarung ihre Einwände. Sie argumentierte mit der eindeutigen Mehrheit der Anhänger Philipps und versicherte, dass die Rechte der Kirche respektiert würden, wenn im Gegenzug die Rechte des Königreichs von der Kirche respektiert würden. Außerdem wurde angekündigt, dass Philipp so schnell wie möglich zu seiner Kaiserkrönung reisen würde.

Aussprache von Papst Innozenz III

Nun gab Innozenz III. seine Zurückhaltung auf und kündigte am 3. Mai 1199 an, bald zu entscheiden, wem er die päpstliche Gunst gewähren werde. Am 20. Mai 1199 teilte er dem Kölner Erzbischof und den anderen Unterzeichnern des Empfehlungsschreibens Ottos mit, er wolle die Welfen unterstützen, wenn sie sich künftig als kirchenliebende Herrscher zeigen wollten. Für Otto war der Weg frei für ein Bündnis mit den Kurie Öffnen. Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren die politischen Interessen des Papstes, denn Otto musste nun seine früheren Verpflichtungen in einer Urkunde festhalten, und nicht zuletzt die noch gültige Exkommunikation von Philipp.

Nun intervenierte der Papst energisch, Philipp bzw. seine Unterstützer machten die Unterzeichner der Speyerer Fürstenerklarung und ging hart gegen sie vor. Die Staufener Partei formulierte an mehreren Gerichtstagen ihren vehementen Protest und wies die Einmischung des Papstes in die Bundestagswahl als beispielloses Ereignis zurück. Ende März 1202 schickte Innozenz III. einen weiteren Brief zurück, in dem er seine päpstlichen gerichtlichen Einwände und Forderungen zusammenfasste und begründete. Dieser Brief wurde in das kanonische Recht übernommen und wurde fortan als . bezeichnet DekretVenerabilem zitiert. Daraus leitete der Papst seinen Anspruch ab, einen nach Ansicht der Kirche untauglichen König ablehnen zu können. Damit griff er in das deutsche Verfassungsrecht ein. Schließlich wird auch deutlich, wie schwierig es war, die widersprüchlichen Rechtsansprüche und politischen Idealpositionen in Einklang zu bringen.

Die Ermordung Philipps von Schwaben durch Otto VIII. von Wittelsbach im Sächsische Weltchronik (13. Jahrhundert).

Ottos Macht wuchs in den Jahren 1202/1203 zunehmend durch Eroberungen, Vereinbarungen und Allianzen sowie die Angliederung einiger weltlicher Monarchen. Doch bald stellte sich heraus, dass dies nur scheinbare Erfolge waren und Anhänger ihm seine Loyalität verweigerten und zu Gegnern wurden. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten und Machtverlusten im Osten wurde sein eigener Bruder, Pfalzgraf Heinrich V. von Braunschweig, weg von ihm und sogar Adolf von Köln, dem Mann, dem er das Königtum verdankte. Als Philipp nun auch bis zum Niederrhein vordrang, vollzog der Erzbischof nach einer Neuwahl am 6. Januar 1205 für ihn die Krönung. Nach mehreren drei Verwarnungen wurde Adolf van Keulen nun seines Amtes enthoben und von Innozenz III. exkommuniziert. Es wurden sogar neue Bischofswahlen angesetzt. Da Otto im November 1206 auch Köln verlor und in Braunschweig die Niederlage drohte, war Innozenz gezwungen, sich mit Philipp zu einigen. Sie standen kurz vor dem Abschluss eines Vertrages, als Philipp am 21. Juni 1208 vom Pfalzgrafen in Bamberg getroffen wurde. Otto VIII. von Wittelsbach wurde aus privater Rache ermordet.

Der Königsmord würde den weiteren Verlauf der deutschen Geschichte radikal verändern. Papst Innozenz III. sah in diesem Fall ein göttliches Gericht als Bestätigung der Richtigkeit seiner Entscheidung im Thronkampf. Ohne Gegenkönig und mit der Absicht, die älteste Tochter des sohnlosen Philipp zu verloben, wurde Otto IV. plötzlich unangefochtener Herrscher des gesamten Reiches. Ottos Königtum wurde bei einer Wahl am 11. November 1208 in Frankfurt am Main anerkannt. De Welf erklärte, seinen Fall vollständig dem päpstlichen Rat und Testament unterbreiten zu wollen, und erneuerte in der Speyerer Urkunde vom 22. März 1209 seine früheren Verpflichtungen in noch umfangreicherer Form.

Der Wendepunkt

Damit war der Weg frei für Ottos Kaiserkrönung, die am 4. Oktober 1209 folgte. Aber Innozenz III. hatte in Bezug auf den neuen Kaiser einen schweren Fehler gemacht. Kurz nach seiner Kaiserkrönung versuchte Otto entgegen seinen Versprechungen, die päpstlichen Reklamationen, insbesondere die Güter der Mathilde von Toskanawieder in das Reich eingegliedert werden. Im Laufe des Jahres 1210 verschärfte sich der Konflikt weiter. Als der Welfenkaiser Mitte November Sizilien angreifen wollte, bereits mit dem Ziel, den Zustand von 1197 wiederherzustellen, verzauberte Innozenz III. nun Otto IV. und befreite die Untertanen von ihrem Treueeid. Innozenz III. war nun gezwungen, mit Unterstützung des französischen Königs und der deutschen Fürsten einen neuen Thronprätendenten einzusetzen. Nur dafür gekommen Friedrich von Sizilien berechtigt für. Nun musste Innozenz III. noch ein Mitglied einer Dynastie aufnehmen, die er bisher als Linie von Kirchenverfolgern geschwärzt hatte und einen Beitritt Siziliens zum Reich befürchtete. Aber er besaß eine gewisse Kontrolle, da er Oberherr von Sizilien war. Dies räumte Frederik ein: Auch im Falle seiner Kaiserkrönung würden diese Beziehungen bestehen bleiben. Auf Drängen des Papstes wurde Friedrichs einjähriger Sohn Heinrich zum König von Sizilien gekrönt, wodurch Innozenz III. eine Art Rückversicherung blieb. Mit dieser Politik machte sich Innozenz ungeliebt. Walther von der Vogelweide sprach in seinen Versen von der Unzuverlässigkeit der Kurie oder von der Säkularisierung der Kirche.

Frederiks Weg zum Königtum

Eine erste Folge der päpstlichen Opposition war, dass Otto im Oktober 1211 Sizilien verließ und nach Deutschland zurückkehrte, während seine Machtposition im Reich zu bröckeln begann. Seine Truppen besetzten jedoch weiterhin Sizilien.

Friedrich ging nach Rom, schwor seinem päpstlichen Herrscher persönlich einen Eid, wurde von ihm mit Geld unterstützt und mit seinem Einverständnis von den Römern zum künftigen Kaiser ausgerufen. Friedrich begegnete dem Papst in allem und nannte sich „von Gottes und Papst Gnade“ König und gewählter Kaiser, was den tatsächlichen politischen Machtverhältnissen entsprach. Im September 1212 konnte er Konstanz betreten und seine Anhänger um sich sammeln. In Deutschland brach erneut ein Bürgerkrieg aus. Noch einmal, wie Walther von der Vogelweide es formulierte, hatte der Papst "zwei Deutsche unter eine Krone gebracht, damit sie Unzufriedenheit und Verderben über das Reich brachten". ("zwei Deutsche unter eine Krone gebracht, das ist sie über das Reich Unfrieden und Verwüstung brächten")

Friedrich verdankte seinen Erfolg seinem Staufennaam, dem Papst und der französischen Unterstützung. Am 5. Dezember 1212 wurde er in Frankfurt von einer großen Versammlung von Monarchen formell zum König gewählt und vier Tage später in Mainz gekrönt.

Die Entscheidung fällt

Die endgültige Entscheidung im Thronkampf fiel auf einem fremden Schlachtfeld. Im Konflikt zwischen den englischen und französischen Königen um die Besitzungen des englischen Königs auf dem Festland unterstützte Otto seinen Onkel Johannes ohne Land. Am 27. Juli 1214 nahm Philipp II. August ohne Beteiligung seines Verbündeten Friedrich am Schlacht von Bouvines ein glorreicher Sieg über Otto. Otto IV. wollte sich von dieser Niederlage nicht erholen, seine verbliebenen Verbündeten wandten sich von ihm ab und er starb am 19. Harzburg.

Friedrichs Machtergreifung wurde am 25. Juli 1215 in Aachen vollendet, als er hier erneut zum König gekrönt wurde, jetzt aber am richtigen Ort. Den Preis für seine Unterstützung im Thronkampf hatte er dem Papst bereits bezahlt. Am 12. Juli 1213 hatte er der römischen Kirche ein großes Privileg verliehen, der römisch-katholischen Kirche ein großes Privileg zu erteilen: die Goldene Bulle von Egerdarin bekräftigte er die Zugeständnisse an die Kurie, die Otto ihr bereits gemacht hatte. Sie umfasste unter anderem die Freiheit der Bischofswahlen, die Anerkennung der päpstlichen Requisitionen, die Anerkennung des Papstes als oberster Lehnsherr des Königreichs Sizilien und die Zusicherung seiner Hilfe gegen ketzerisch. All dies geschah nicht in einer geheimen Vereinbarung, sondern in Form eines feierlichen Privilegs, das von Fürsten und Reichsministern unterzeichnet wurde.

Literatur

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  • E. Boschhof, Innozenz III. und der deutsche Thronstreit, in T. Frenz (Hrsg.), Papst Innozenz III. Weichenteller der Geschichte Europas Europa, Stuttgart, 2000, p. 51-67. ISBN 3515074333
  • P. Csendes, Philipp von Schwaben. Ein Staufer in Kampf um die Power, Darmstadt, 2003. ISBN 3896784587
  • B.U. Hucker, Otto IV. Der wiederentdeckte Kaiser (= Insel-Taschenbuch. 2557), Frankfurt am Main - et al., 2003. ISBN 3458342575 .
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  • R. Schneider, Innozenz der Dretterit (= dtv. 116), München, 1963.
  • W. Sturner, Dreizehntes Jahrhundert. 1198–1273 (= Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte, 6), Stuttgart, 2007(10), S. 156 f. ISBN 978-3608600063