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Emile Dumon (Brügge, 8. Juni1862 - Munsbach, Großherzogtum Luxemburg, 19. Januar1948) war ein Belgier Arzt und während der Erster Weltkrieg flämisch Aktivist und Mitarbeiter mit den deutschen Besatzern.
Lebenszyklus
Dumon war das älteste von sechs Kindern in der Familie von Edouard Dumon (1838-1912) und Louise Verriest (1841-nach 1918). Edouard hat sich auf die Herstellung von Möbeln und Billard spezialisiert.
Nach dem Studium der Geisteswissenschaften am Königlichen Atheneum in Brügge begann Emile ein Medizinstudium an der Universität Gent. 1884 kauften seine Eltern ein großes Herrenhaus in der in Hauptstraße in der er 1885 seine Arztpraxis einrichtete. Er hatte auch ein zweites Training in Blankenberge und beauftragte seinen Bruder, den Architekten Oscar Dumondort eine Klinik zu bauen. Berühmt wurde er als Sozialarzt, der sich um arme Patienten kümmerte. Er war viele Jahre Arzt bei der Sozialistischen Krankengewerkschaft Emile Moyson.
Wie sein Vater gehörte Dumon zu den Liberale Partei. 1894 stand er auf der Kandidatenliste für die Landtagswahlen, 1899 und 1911 für die Kommunalwahlen und 1912 für die Parlamentswahlen. Er war immer an ungeeigneten Orten. 1912 wurde er Ortsvorsitzender der Liberalen Van Gheluwes' Gesellschaft und von der Liberale Volksliga sowie stellvertretender Vorsitzender des Liberale Flämische Föderation. In diesen Positionen gehörte er zu den politisch-radikalen und flämisch orientierten Gruppen, die regelmäßig mit den Konservativen der Verein Liberale.
1900 heiratete er die Deutsche Ida Schüler und bekam drei Töchter und einen Sohn.
Erster Weltkrieg
Während des Ersten Weltkriegs wurde Dumon ein sehr umstrittener Unterstützer der deutschen Besatzer.
Er erhielt eine Lizenz zur Einfuhr von Bedarfsgegenständen, insbesondere von Die Niederlande (Nahrungs- und Rauchwaren) und liefern sie an deutsche Militärkantinen oder verkaufen sie gewinnbringend an wohlhabende Bürger. Das machte ihn berüchtigt und verhasst. Viele seiner Importaktivitäten organisierte er in Zusammenarbeit mit seiner Mutter, bis sich diese über die Verteilung des Gewinns uneinig waren, was zu einem Gerichtsverfahren führte, das aufgrund des entstandenen Skandals auf Anordnung der Besatzer eingestellt wurde. Er wurde auch zweimal wegen betrügerischer Praktiken (einschließlich der Weigerung, Zölle zu zahlen) verklagt, aber die Besatzungsmacht untersagte die Verfolgung eines Mitglieds der Rat von Flandern.
Als die deutschen Truppen am 14. Oktober 1914 in Brügge einmarschierten, war Dumon der Erste, der sie traf und begrüßte. Er führte die Vorsteher in die Stadt bis zum Rathaus und stellte sie dem Bürgermeister vor. Ein paar Wochen später erhielt er Jan Derk Domela Nieuwenhuis Nyegaard und versprach ihm seine Mitarbeit bei der Organisation des Junge Flämische Bewegung.
Wenn der erste Rat von Flandern wurde im Februar 1917 gegründet, war ihr als Vertreter von Brügge Mitglied und wurde deren Schatzmeister. Im Verlauf der Kriegsjahre trat er zunehmend als Befürworter eines unabhängigen flämischen Staates in den Vordergrund. Im März 1917 war er einer der sieben Vertreter des Flandernrates, die in Berlin die Kanzlerin Theobald von Bethmann-Hollweg getroffen.
Ende 1917 gründete er die Brügge Gröningewacht Aktivismus durch Treffen und Schriften zu fördern. Er nahm eine so extrem deutschgesinnte Haltung ein, dass die anderen Vorstandsmitglieder beschlossen, ihn auszuschließen. Außerdem wurde er 1918 Mitglied des kurzlebigen Zweiten Rates von Flandern und Mitglied der Kommission für soziale Dienste und des Unterausschusses für Medizin.
Ende 1918, kurz vor dem Waffenstillstand, Dumon floh nach Deutschland. 1922 wurde er in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Nach einigen Jahren in einem Kinderheim in Barkhausen lebte er sich als inoffizieller Bürger ein Hannover. Während der Zweiter Weltkrieg er besuchte Brügge. 1944 floh er aus dem zerbombten Hannover und floh nach Munsbach (Großherzogtum Luxemburg), wo er starb.
Literatur
- J. D. DOMELA NEWENHUIS NYEGAARD, Aus meinem Kriegstagebuch, 1915.
- Armand WULLUS, Un livre noir de la trahison Aktiviste, 1920.
- Armand WULLUS, Flamenpolitik, 1921.
- Armand WULLUS, Les Archives du Conseil de Flandre, 1928.
- A. L. FAINGNAERT, Verrat oder Selbstverteidigung, 1933.
- Marcel VAN DE VELDE, Geschichte der jungen flämischen Bewegung, 1941.
- Jos DE SMET, Brügge im Krieg 1914-191818, 1955.
- Romain VAN AOO, Ein Beitrag zur Geschichte der Arbeiterbewegung in Brügge (1864-1914), Löwen, 1959.
- Ader WILS, Flamenpolitik und Aktivismus, 1974.
- Koen ROTSAERT, Der umstrittene Arzt Emile Dumon, in: Brügge-Ommeland, 1984.
- Luc SCHEEPENS, Brügge beschäftigt, Tielt, 1985.
- Daniel VANACKER, Das Aktivisten-Abenteuer, 1991.
- Koen ROTSAERT, Emile Dumon, in: Neue Enzyklopädie der Flämischen Bewegung, Tielt, 1998.
- Andries VAN DEN ABEELE, Ingenieur-Architekt Oscar Dumon, in: Brugs-Ommeland, 2017.
- Jos MONBALLJU, Die strafrechtliche Verfolgung von Aktivismus in Westflandern, 1918-1921, in: Proceedings of the History Society of Brügge, 2018.