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Ernst Preczang (Gewinnen (Luhe), 16. Januar 1870 - Sarnen (Kanton Obwalden), 22. Juli 1949) war ein deutscher Schriftsteller und Verleger, der hauptsächlich in der Arbeiterbewegung tätig war.
Biografie
Ernst Karl Preczang wurde in die Familie des Polizisten Franz Karl Preczang, der später beim preußischen Kriegsministerium angestellt war, und Anna Marie Emilie Jarkisch geboren. Nach seiner Kindheit in Winsen zog er nach Berlin. Dort ging er zum Volksschule, danach trat er ein Buxtehude wurde Buchdruckerlehrling. Hier wurde er schon früh von der Welt der Arbeiterbewegung und der Sozialdemokratie gefesselt. Er belegte Kurse und besuchte Theateraufführungen. 1888 kehrte er nach Berlin zurück. Er arbeitete dort als Schriftsetzer, hatte aber auch mit Arbeitslosigkeit und Armut zu kämpfen. Ab 1890 war Preczang aktiver Gewerkschafter und Mitglied der SPD. In dieser Zeit entstanden seine ersten Gedichte, daneben verfasste er Artikel für Parteien und Gewerkschaften. mit dem stück Signaljubiläum 1896 debütierte er als sozialistischer Dramatiker. Er war mit seinen Schriften so erfolgreich, dass er ab 1900 von seiner Feder leben konnte. 1901 heiratete er die drei Jahre jüngere Ella Maria Luise Kascheike. Die Ehe wurde 1913 geschieden. Später freundete er sich mit Emmy Thiede (1878-1949) an, die zunächst beim Vorwärts-Verlag arbeitete, wo einige von Preczangs Arbeiten erschienen, von 1904-1919 Redakteurin der Zeitschrift In freien Stunden und ergriff 1924 gemeinsam mit Bruno Dreßler, dem Präsidenten der Druckergewerkschaft, u. a. die Initiative für Buchergilde Gutenberg, ein Verlag, der den deutschen Arbeitern gute und bezahlbare Bücher zur Verfügung stellen wollte. Der Verlag arbeitete mit Mitgliedern zusammen, die Bücher zum Sonderpreis erwerben konnten. Innerhalb von sechs Monaten waren es bereits 5000 Mitglieder und 1931 allein in Deutschland 85.000. Es gab auch Abteilungen in Afdelingen Österreich, Tschechoslowakei und Schweiz. Preczang leitete täglich die Literaturabteilung. Er selbst veröffentlichte bei der Büchergilde, die unter anderem auch Bücher herausgibt von: Mark Twain, Jack london, Oskar Maria Graf und die von Preczang . entdeckte B. Traven ausgestellt. 1933, nach Hitler an die Macht gekommen war, wurde die Gilde ausgeglichen und von den Nazis übernommen. Preczangs Werk wurde verboten und landete im Mai desselben Jahres während der berüchtigten Bücherverbrennungen auf dem Scheiterhaufen.Preczang wartete nicht auf die Entwicklungen und floh mit seiner Lebensgefährtin in die Schweiz. Hier arbeitete er in der Schweizer Sektion der Büchergilde, während immer wieder neue Werke von ihm erschienen. Nach dem Zweiter Weltkrieg der Schriftsteller kehrte nicht in seine Heimat zurück.
Schriftsteller
Preczang debütierte mit Gedichten, die stark von der Arbeiterbewegung inspiriert waren. Auch seine erste Prosa war klar mit den sozialen Fragen seiner Zeit verbunden. Er veröffentlichte auch unter den Pseudonymen Pan und Peter Labor, sein Debüt als Dramatiker steigerte schnell seinen Ruhm. Wie in den Niederlanden war es auch in Deutschland innerhalb der sozialistischen Bewegung üblich, politische oder gewerkschaftliche Abende mit Bühnenauftritten abzuschließen. Daneben gab es zahlreiche Laienarbeitstheatervereine, die nach passendem Repertoire suchten. Im Zeitraum 1900-1933 wurde Preczang zu einem der meistgespielten Autoren im deutschsprachigen Raum. Unter anderem wurden sie bekannt Töchter der Arbeit (1898) und Im Hinterhaus (1903), veröffentlicht 1919 von Inte Onsman wurde unter dem Titel übersetzt und bearbeitet gestuft und hat seitdem eine Reihe von Auftritten in den Niederlanden erlebt. Nach der Veröffentlichung von Die Glücksbude (1909) erschienen immer mehr seiner Prosa. Er hat mit den Romanen viel Erfolg gehabt Zum Lande der Gerechtigkeit (1928) und Ursula (1931). Der Roman wurde in seinem Todesjahr veröffentlicht Severin der Wanderer, aber das Interesse an Preczangs Werk war in Deutschland nach den Ereignissen des NS-Regimes zu dieser Zeit begrenzt.
Arbeiten
Poesie
- Das Zuchthaus - Song (1899)
- Lieder eines Arbeitslosen (1901)
- Im Strom der Zeit (1908)
- Röte dich, junger Tag (1927)
Prosa
- Die Glücksbude, Novelle (1909)
- 66 Prolog zum Arbeitsfest (1911)
- Der Ausweg, Novelle (1912)
- Versucht im Tod, zwei Novellen (1913)
- Nuckel, das Kapital und andere (1918)
- Der leuchtende Baum und andere Novellen (1925)
- Im Satansbruch, Märchen (1925)
- Ursula. Geschichte eines kleinen Mädchens. Roman (1931).
- Ursel Macht Hochzeit, Roman (1934)
- Steuermann Padde, Roman (1940)
- Severin der Wanderer, Roman (1949)
Theater
- Signaljubiläum. Ein Bild aus dem Handwerkerleben (Einakter, 1896)
- Töchter der Arbeit (Einakter, 1898)
- Die Wiederkehr Gutenbergs. Ein Bühnenfestspiel in einer einzigen Aufzuge. (1899)
- Der verlorene Sohn ein Akt, 1900)
- Im Hinterhause, Drama in vier Akten (1903)
- Der Teufel in der Wahlurne (Einakter, 1909)
- Die Polizei als Ehestifterin (Einakter, 1909)
- Gabriello der Fischer, Komödie in vier Akten (1910)
- Wachtmeister Pieper, Drama in drei Akten (1927)
Literatur
- Ernst Preczang. In: Franz Osterroth: Biographisches Lexikon des Sozialismus. Verstorbene Persönlichkeiten, Hannover, 1960
- Ursula Münchow (Hrsg.): Aus den Anfängen der sozialistischen Dramatik. Teil 2: Ernst Preczang: Töchter der Arbeit, Berlin, 1965
- Inte Onsman: Einführung in gestuft, Übersetzung von Im Hinterhause, Naarden, 1919
Externer Link
| Bibliographische Informationen |
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Bibsys:12064596 |