WikiDer > Estienne Roger
Estienne Roger (Caen, 1665 oder 1666 – Amsterdam, 7. Juli1722) war ein Französisch-NiederländischMusikdrucker und Herausgeber.
Leben und Arbeiten
Roger kommt aus einem Franzosen Hugenottenfamilie. Nach dem Widerruf der Edikt von Nantes 1685 floh die Familie nach Amsterdam, wo Roger das Druckerhandwerk erlernte. 1691 heiratete er Marie-Suzanne de Magneville (geboren um 1670 und gestorben 1712). Bis 1696 arbeitete er in der Gesellschaft des Mannes, dem er seine Ausbildung verdankte, Jean-Louis de Lorme; danach wurde er selbstständiger Drucker.
Die meisten seiner Ausgaben sind Geschichtsbücher, grammatikalisch arbeiten, Lexika aber vor allem Musikveröffentlichungen. Zwischen 1696 und 1722 gab er mehr als 500 Partituren die er nummeriert hat. Er schlug auch zwischen 1698 und 1716 vor Kataloge zusammen, die weit verbreitet und in Zeitungen nachgedruckt wurden. Roger drückte Werke von Albicastro, Albinonie, Bassani, Bonporti, bustin, kaldara, Corelli, Georg Friedrich Händel, Lebegue, Lully, Marais, Mossi, Pepusch, Riehman, Scarlattic, Johan Schenck,schnappen, manchmal, Torelli, Valentinstag, Veracin, Vivaldic, viscontis und zani. Einige davon waren zuvor bei anderen Verlagen erschienen (z.B. von Sala im Venedig oder bei Ballard im Paris) und wurde nur von Roger nachgedruckt. Dies war angesichts des damals unzureichenden Schutzes der Urheberrechte ©, eine gängige Praxis. Aber Roger selbst musste unautorisierte Nachdrucke seiner Ausgaben akzeptieren, zum Beispiel die von Pierre Mortier in Amsterdam oder von John Walsh im London, mit dem Roger auch ein Pionier in der Verwendung von . war Kupferplatten im Partiturdruck eine kostensparende und qualitätssteigernde Verbesserung. Mortier von 1708 bis zu seinem Tod 1711 billigere Nachdrucke von Werken aus Rogers' Fundus.
Rogers sorgfältig und geschmackvoll gestaltete Editionen fanden in ganz Europa hohes Ansehen. Komponisten wie Vivaldic oder Albinonie, die ihre Werke zunächst in ihrem Herkunftsland veröffentlichen ließen und dann die überlegene Qualität von Rogers Nachdrucken kennengelernt hatten, boten Roger ihre neuen gedruckten Sammlungen ab ca. 1710 an. Zum Beispiel Vivaldi, der zuvor zwei Arbeiten eingereicht hat Italien hatte in den Druck gehen lassen, 1711 be L'estro armonico direkt an Roger und fügte im Vorwort einige abfällige Bemerkungen über die italienischen Drucker hinzu. Nach dem L'estro armonico war Vivaldis la stravaganza 1714 die Duo- und Triosonaten opus 5 1716 die beiden Sammlungen Concerti a 5 stroomti Opus 6/7 1716-17, Il cimento dell'armonia e dell'inventione mit dem Konzert Die vier Jahreszeiten Opus 8 im Jahr 1725 und la cetra opus 9 (gewidmet Kaiser Karl VI) im Jahr 1727. Die erste vollständige Serie Flötenkonzerte erschien 1728 als Opus 10 und die Konzerte für Saiten, opus 11/12, folgte 1729. Andere Komponisten sollten Vivaldis Beispiel bald folgen. Zum Beispiel schließt Roger am 21. April 1712 mit Arcangelo Corelli einen hochkarätigen Vertrag über die Veröffentlichung seiner Concerti grossi opus 6. Albinoni ließ seine Oboenkonzerte, opus 7, 1715 von Roger drucken.
Durch Handelsvertretung in Rotterdam, Brüssel, Lüttich, Paris, Köln, Leipzig, Halle, Berlin, Hamburg und London seine Produkte hatten einen internationalen Vertrieb. Nicht nur Europa wurde mit einer Vielzahl von Veröffentlichungen konzipiert, sondern auch die italienische Musik Nordeuropa verteilt, was die italienischen Komponisten gleichzeitig dazu veranlasste, mit Blick auf ein breiteres Publikum zu komponieren.
Nachfolge
1716 heiratete Rogers Tochter Françoise (1694-1723) den Drucker Michel-Charles Le Cene, der in den letzten Jahren zu Rogers' nicht-musikalischen Veröffentlichungen beigetragen hatte, bevor er 1720 seine eigene Druckerei gründete. Ebenfalls 1716 machte Roger seine zweite Tochter Jeanne (1701-1722) zur testamentarischen Erbin; in den verbleibenden sechs Jahren bis zu seinem Tod erschienen seine Ausgaben unter ihrem Namen. Jeanne Roger überlebte ihren Vater nur fünf Monate. Da sie sich während der schweren Krankheit, die ihren Tod beschleunigte, von ihrer Schwester Françoise nicht ausreichend unterstützt fühlte, überließ sie das Unternehmen weder ihr noch ihrem Schwager Michel-Charles Le Cène, sondern ihrem Mitarbeiter Gerrit Drinkman. Als auch er nach wenigen Monaten verstarb, konnte Le Cène die Firma übernehmen. Bis 1743 führte er die Notenausgaben seines Schwiegervaters mit 100 Neuerscheinungen und zahlreichen Nachdrucken älterer Ausgaben fort, auch von Komponisten wie Zwillinge, ortelli,, Händel, Quantz, Telemann, Tartin und andere. Diese wurden unter dem Namen veröffentlicht Roger & Le Cene. 1743 starb Le Cène und G.J. de la Coste übernahm das Geschäft von ihm.
Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise
|