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Georg Sabinus
Georg Sabinus

Georg Sabinus (Brandenburg, 23. April1508 - Frankfurt an der Oder), 2. Dezember1560), ursprünglich Georg Schuler, war ein deutscher Professor, Diplomat und Neulateinischer Dichter.

Leben

Georg Sabinus wurde 1508 in Brandenbug in der gleichnamigen Markgrafschaft geboren, wo sein Vater dem gehobenen Bürgertum angehörte. Ab 1523 oder 1524 studierte er an der Universität Wittenberg, insbesondere bei Philipp Melanchthon, einer der bedeutendsten humanistischen Gelehrten des 16. Jahrhunderts in Deutschland. In Begleitung Melanchthons nahm Sabinus am Reichstag zu Speyer (1529) teil, Augsburg (1530) und Regensburg (1541), wo er die Mächtigen seiner Zeit kennenlernte. 1533 reiste Sabinos zu einer Studienreise nach Italien und gelernt in PadovaPietro Bembo (1470-1547), ein führender Historiker, Dichter und Philosoph, der 1539 zum Kardinal ernannt wurde.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland heiratete Sabinus 1536 Anna, Melanchthons Tochter. 1538 wurde er als Professor für Poesie und Rhetorik an die Universität Frankfurt (Oder) berufen und zum Rektor der neu gegründeten Universität Königsbergen. 1555 musste er Koningsbergen wegen anhaltender Religionsstreitigkeiten an dieser Universität wieder verlassen. Anschließend nahm er seinen alten Lehrstuhl an der Universität Frankfurt (Oder) wieder auf. Während dieser Zeit erfüllte er oft diplomatische Aufgaben im Namen des Kurfürsten von Brandenburg an Polen und Italien.

Arbeiten

Sabinus wurde als neulateinischer Dichter bekannt. Sein Bündel Puma erschien 1538 in Straßburg und später folgten mehrere verstärkte Nachdrucke. Das Puma besteht aus drei Büchern mit Elegien. Elegien sind Gedichte in der elegischen Versform, also einem Hexameter immer gefolgt von einem Pentameter. Der Bericht über seine Italienreise bildet das zweite Buch der Puma. Die restlichen Elegien reichen von einer Beschreibung des Eintrags von Kaiser Karl V in Augsburg 1530, Ermutigung des Kurfürsten bei seiner Abreise zum Kampf gegen die Türken, gelegentliche Gedichte für hochrangige Personen wie Fürsten und Prälaten bis hin zu Briefen an Bembo. Die Liebeslyrik, die in den Elegien (in Gedichten, die von der Liebe zu seiner Frau Anna singen) vorkommt, ist nur von begrenztem Umfang und gehört nicht zu Sabinus' besten Werken.Sabinus hatte große Bewunderung für die klassischen lateinischen Dichter, insbesondere für Ovid, dessen Einfluss auf Sabinus' Gedichte außergewöhnlich ist. Seine Bewunderung für Ovid war so groß, dass er, dessen Familienname ursprünglich Schuler war, den Namen Sabinus nach einem gewissen Sabinus annahm, von dem sonst wenig bekannt ist, den Ovid jedoch als Freund bezeichnet. Sabinus schrieb auch Epigramme, historische Gedichte über deutsche Kaiser und einige kleinere Gedichte.

Literatur

  • Allgemeine Deutsche Biografie, Band 30, S. 107
  • Ellinger, G., Die neuulateinische Lyrik Deutschlands in der ersten Halfte des sechzehnten Jahrhunderts, 2er Teil, Berlin 1929.
  • Kühlmann, W.- Seidel, R.- Wiegand, H. (Hrsg.)) Humanistische Lyrik des 16. Jahrhunderts, Frankfurt Main, (mit Kommentar und ausführlichem Literaturverzeichnis) 1997.
  • Texte veröffentlicht am http://www.uni-mannheim.de/mateo/camena/AUTBIO/sabinus.html