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Hilde Coppi
Hilde Coppic
Hilde Coppi (1940)
Geboren30. Mai 1909, Berlin
Verstorben5. August 1943, Berlin
GruppeDie Rote Kapelle
Gedenktafel in Berlin-Tegel, Seidelstraße 20, Parzelle 107.

Hilde Coppic (Berlin, 30. Mai 1909 als Betti Gertrud Käthe Hilda Rake - dort, 5. August 1943)[1] war ein deutscher Widerstandskämpfer während der Nationalsozialismus. Sie gehörte zusammen mit ihrem Mann Hans Coppi . der Widerstandsgruppe an Rote Kapelle.

Biografie

Hilde Rechen wurde in Berlin geboren und ist im Bezirk aufgewachsen Berlin Mitte. Ihre Mutter besaß ein Lederwarengeschäft. Nach dem Schulabschluss arbeitete sie die meiste Zeit der 1930er Jahre als hausärztliche Beratungsassistentin. Anschließend arbeitete sie als Schadenbearbeiterin bei einer Versicherungsgesellschaft, der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte. 1939 lernte sie ihren Mann Hans Coppi kennen.[2] Er war 1932 der Kommunistischen Jugendorganisation beigetreten und hatte bereits 1934 ein Jahr im Gefängnis verbracht, weil er Flugblätter geschrieben und verteilt hatte. In einem hatte er vor der Reichstagswahl im November 1933 zusammen mit mehreren anderen ein Plakat gestaltet, das mit den Worten endete: "Und Euch zu wählen ist ein Gräuel".[3] Hildes erste Kontakte mit Mitgliedern der Kommunistische Partei Deutschlands datiert von 1933.

Hans und Hilde heirateten am 14. Juni 1941. Sie versteckten Opfer des NS-Regimes, und Hilde hörte Sendungen von Radio Moskau die daraus gewonnenen Informationen mit den Rote Kapelle und andere Widerstandsgruppen. Über diesen Sender leitete sie auch Funkgrüße deutscher Kriegsgefangener an ihre Angehörigen weiter, um ihnen mitzuteilen, dass sie noch am Leben waren.[4] Das war wichtig, weil die Sowjets laut NS-Propaganda deutsche Soldaten nicht in Kriegsgefangenschaft nahmen, sondern sofort erschossen. Hilde und Hans waren auch an der Verteilung von Flugblättern und Aufklebern beteiligt und organisierten ein Netzwerk, das es den Untergetauchten ermöglicht, über verschiedene Adressen zu rotieren. Gegen die antisowjetische Ausstellung "Das Sowjet-Paradies" richtete sich eine bekannte Sticker-Aktion. Sie ließen auch einen Radiosender aus Moskau kommen, um Informationen über Nazi-Deutschland an die Sowjetunion zu übermitteln. Dafür war der Sender jedoch nicht leistungsfähig genug.

Hilde Coppi und ihr Mann wurden am 12. September 1942 zusammen mit Hanss Eltern, seinem Bruder und Hildes Mutter festgenommen. Hilde war zu diesem Zeitpunkt im sechsten Monat schwanger. Ihr Sohn Hans Coppi jr. wurde am 27. November in Berlin geboren Frauengefängnis Barnimstraße. Hans Coppi sen. wurde zum Tode verurteilt, das Urteil wurde am 22. Dezember 1942 vollstreckt, das vor Hilde geheim gehalten wurde.[5] Hilde wurde am 20. Januar 1943 zum Tode verurteilt, das Urteil wurde jedoch vorerst verschoben, um ihr Baby zu ernähren. Ein Gnadengesuch wurde im Juli 1943 von Adolf Hitler abgelehnt.[6] Am 5. August 1943, im Plötzensee (Gefängnis) der mit dem ausgeführte Satz Axt fallen lassen. Am selben Abend wurden 12 weitere Frauen, von denen einige auch (sehr) kleine Kinder hatten, und drei Männer hingerichtet.[7] Sohn Hans jun. war bereits am 2. August abgeholt worden und wurde dann von Hildes Mutter aufgezogen, die inzwischen entlassen wurde.[8] Später wurde er Ökonom und Historiker und promovierte 1992 an der Technische Universität Berlin über eine Dissertation über den Widerstandskämpfer Harro Schulze-Boysen.[9]

Nach der Verhängung der Todesstrafe drückte Hilde in einem Brief an ihre Mutter ihre Verzweiflung aus:

Du wirst dir denken können, dass ich keine schönen Stunden hinter mir habe. Ein Glück, dass das kleine Hänschen noch bei mir ist, in seinem Interesse muss ich mich sehr sistersammennehmen. Ah, Mama, der Gedanke an die Trennung von meiner Kinde wird mich schnell lockern. Ich glaube für eine Mutter kann keine größere Strafe sein, wenn sie von ihrem Kind zu trennen.

-- Sie können sich vorstellen, dass ich keine guten Stunden hatte. Es ist ein Glück, dass der kleine Junge noch bei mir ist, um seinetwillen muss ich mich neu gruppieren. Oh Mama, der Gedanke, mich von meinem Kind scheiden zu lassen, macht mich fast verzweifelt. Ich glaube, dass es für eine Mutter keine größere Strafe geben kann, als sie von ihrem Kind zu trennen.

Andenken

Stolperstein
  • In einigen deutschen Gemeinden sind Straßen und Straßen nach ihr benannt.
  • Im Distrikt Berlin-Tegel wurde im Schrebergarten „Am Waldessaum“ (Seidelstraße 20) errichtet Stolperstein gelegt. Am ehemaligen Wohnhaus (Weg 5, Parzelle 107) ist eine Gedenktafel angebracht.
  • Es Hans-und-Hilde-Coppi-Gymnasium in Berlin-Karlshorst ist nach dem Ehepaar benannt.
  • Peter Weiss hat mit seinem Roman ein literarisches Andenken geschrieben Die Ästhetik des Widerstands (1975–1981).

Siehe auch

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