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Hugo Dinger | ||||
| persönliche Daten | ||||
| Geboren | München, 7. Juli1881 | |||
| Land | Deutschland | |||
| Funktion | Philosoph | |||
| Leitdaten | ||||
| Disziplin | Philosophie der Wissenschaft | |||
| Domain | westliche Philosophie | |||
| Epoche | Zeitgenössische Philosophie | |||
| Strom | Konventionalität | |||
| Beeinflusst von | Edmund Husserl, Immanuel Kant, Ernst Mach, Henri Poincare | |||
| betroffen | Peter Janich, Paul Lorenzen, Kuno Lorenzo, Wilhelm Kamlah, Jürgen Mittelstraße | |||
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Hugo Albert Emil Hermann Klinger (München, 7. Juli1881 - Dort, 29. Juni1954) war ein DeutscheWissenschaftler und Philosoph. Seine Arbeit hat die sog Erlanger Schule, eine deutsche Philosophenschule einschließlich Paul Lorenzen und Peter Janich. Seine Wissenschaftsphilosophie wird als eine Form der Konventionalismus.
Biografie
Hugo Dinger hat studiert Mathematik, Philosophie und Physik Biene Felix Klein, Hermann Minkowski, David Hilbert, Edmund Husserl, Woldemar Voigt und Wilhelm Röntgen an den Universitäten von Göttingen und München. Er schloss sein Studium an der Universität München mit einer von betreuten Diplomarbeit ab Aurel Voss. Er promovierte 1960 in Mathematik, Physik und Astronomie unter Führung von Ferdinand von Lindemann. 1910 unternahm Dingler seinen ersten Versuch eines Habilitation was jedoch gescheitert ist. Zwei Jahre später folgte ein zweiter Versuch, diesmal mit Erfolg. Dann lehrte Dinger als Privatlehrer mit Vorlesungen in Mathematik, Philosophie und Wissenschaftsgeschichte. 1920 wurde er Professor an der Universität München, 1932 wurde er Professor ordinarius in Darmstadt.
Auch in München scharte er eine Gruppe von Denkern um sich und bildete den sogenannten "Dingler-Kreis" (Dinger-Kreis), mit unter anderem Edward May, Wilhelm Müller, Bruno Thüring und Max Steck. Dingler selbst war ein starker Kritiker der Relativitätstheorie, und dieser Kreis stand auch der Idee einer der "jüdischen Physik" überlegenen sogenannten "deutschen Physik" wohlwollend gegenüber. Dinglers Kritik war jedoch mehr als „kulturell“, sondern bezog sich auch auf seine philosophische Sicht der Wissenschaft.
1934, ein Jahr nach der Nazi-an die Macht gekommen Deutschland er wurde von dieser Position aus noch unklaren Gründen enthoben. Dingler selbst behauptete in späteren Interviews, dass dies auf seine übermäßig positiven Schriften darüber zurückzuführen sei Judentum, wie Die Kultur der Juden (1919). Tatsächlich sind sowohl philosemitische als auch antisemitisch Botschaften in seiner Arbeit. Dingler würde schließlich auch 1940 beitreten NSDAP, woraufhin im November desselben Jahres, nach ebenfalls einiger Korrespondenz mit Joseph Göbels, nahm dann eine Lehrstelle wieder auf.
1945, nach dem Zweiter Weltkrieg, wurde er von dieser Position entbunden. Für den Rest seines Lebens würde es ihm nicht mehr gelingen, einen Stuhl zu ergattern. Darüber hinaus wurde er 1948 zu 1380 . verurteilt Reichsmark wegen seiner Kollaboration mit dem NS-Regime verhängt.
Hugo Dingler stirbt schließlich am 29. Juni 1954 in München an den Folgen eines Herzversagens.
Philosophie
Dinglers Philosophie wird oft als eine Form von Konventionalismus, einschließlich von Karl Popperoder gar als 'radikaler' Konventionalismus oder 'kritische' Freiwilligkeit', Wie bei Rudolf Carnap. Er selbst bezeichnete seine Position zunächst als „kritischen Konventionalismus“ im Gegensatz zu einem „naiven“ Konventionalismus, den er Autoren wie Henri Poincare. Später gibt er selbst das Etikett des Konventionalismus auf, weil es mehr Missverständnisse aufwirft als löst.
Dingler selbst stimmte den Konventionalisten zu, dass die Grundannahmen der Geometrie und Physik waren Dinge, die man weder empirisch in der Welt noch... transzendentale Sprache könnten ableiten. Gleichzeitig weicht er vom Konventionalismus in der These ab, dass es keine radikale Freiheit gibt, zwischen mehreren verschiedenen konventionellen Ausgangspunkten beliebig zu wählen. Laut Dingler ist die euklidische Geometrie und der Newtonsche Mechanik in erster Linie, aber nur, weil sie auf einer Reihe operativer Messverfahren basieren, die der mathematischen oder physikalischen Theorie vorausgehen. Will man zu einer physikalisch-mathematischen Beschreibung der Wirklichkeit gelangen, so Dingler, muss man zunächst Messgeräte einführen. Diese Instrumente selbst können jedoch noch nicht auf physikalisch-mathematischen Prinzipien beruhen, da sie noch nicht verfügbar sind. Andererseits basieren sie auf einer Reihe praktischer Operationen und Handlungen, die letztlich auf einem Voluntarismus beruhen (daher die Bezeichnung „Voluntarismus“).
Auch deshalb lehnte Dingler energisch neue Entwicklungen in der Physik ab, wie z Relativitätstheorie von Albert Einstein und der Quantenmechanik. Allenfalls sind solche Theorien interessante theoretische Spekulationen für Dingler, aber sie sollten nicht mit der Realität verwechselt werden, über die unser Wissen letztlich in unserem praktischen Handeln in der Welt und nicht in theoretischen Spekulationen begründet ist. In diesem Primat der lebende Welt gegenüber dem wissenschaftlichen Weltbild kommt Dingler auch der späteren Position des Edmund Husserl, mit dem er in Göttingen Student war und später auch einen Briefwechsel unterhielt. Husserl selbst spricht sich jedoch nicht gegen die Relativitätstheorie oder die Quantenmechanik aus.
Obwohl in seinem Dingler von bedeutenden Zeitgenossen wie Popper oder Carnap diskutiert, ist sein Werk heute weitgehend in Vergessenheit geraten. In Deutschland hat seine Arbeit jedoch eine gewisse Nachahmung in der sogenannten 'Erlanger Schule'. Diese philosophische Bewegung begann in den 1960er Jahren mit der Arbeit von Paul Lorenzen und wurde anschließend ausgearbeitet von Kuno Lorenzo, Wilhelm Kamlah, Peter Janich und Jürgen Mittelstraße. Anders als Dingler wenden sie sich nicht grundsätzlich gegen die Relativitätstheorie, sondern versuchen ihr einen Platz zu geben, und sie schreiben dem alltäglichen Leben und praktischen Handeln keinen grundsätzlichen Vorrang zu. Diese Schule arbeitet eine Form der philosophischen Konstruktivismus aus, manchmal jamethodischer Konstruktivismus' erwähnt.
Literaturverzeichnis
- Beiträge zur Kenntnis der infinitesimalen Deformation einer Fläche (Dissertation bei Aurel Voss), Amorbach, 1907.
- Grundlinien einer Kritik und exakte Theorie der Wissenschaften, 1907.
- Grenzen und Seele des Wissens, 1910.
- Die Grundlagen der angewandten Geometrie, Leipzig, 1911 / Die Grundlagen der Geometrie, Stuttgart, 1933.
- Die Grundlagen der Naturphilosophie, Leipzig 1913.
- Die Kultur der Juden – Eine Versöhnung zwischen Religion und Wissenschaft, Leipzig 1919.
- Die Grundlagen der Physik – Synthetische Prinzipien der Mathematik Naturphilosophie, Berlin/Leipzig 1919.
- Der starre Körper, im: Physikalische Zeitschrift, 21, 1920, S. 487–492.
- Kritische Bemerkungen zu den Grundlagen der Relativitätstheorie, Physikalische Zeitschrift, voll. 21 (1920), 668-675.
- Der Zusammenbruch der Wissenschaft und der Primat der Philosophie, München, 1926.
- Das Experiment – Sein Wesen und seine Geschichte, München 1928.
- Metaphysik und Wissenschaft vom Letzten, München 1929.
- Das System – Das philosophisch-rationale Grundsystem und die exakte Methode der Philosophie, München 1930.
- Philosophie der Logik und Arithmetik, München, 1931.
- über den Aufbau der experimentellen Physik, im: Wissen, 2, 1931, S. 21–38.
- Geschichte der Naturphilosophie, Berlin, 1932.
- Das Handeln im Sinne des höchsten Zieles, München, 1935.
- Die Methode der Physik, München, 1938.
- Vom Tierseele zur Menschenseele, Leipzig, 1941.
- Lehrbuch der Exakten Naturwissenschaften, Berlin, 1944. (posthum veröffentlicht von Paul Lorenzen as Aufbau der Fundamentalwissenschaften, München, 1964).
- Grundriss der methodischen Philosophie, Füssen, 1949
- Ergreifung des Wirklichen, München, 1955.