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Jan Tschichold (Leipzig, 2. April1902 – locarno, 11. August1974) war ein DeutscheGrafikdesigner und Schriftdesigner. Eine häufig verwendete Schrift seiner Hand ist die Sabon.
Leben
Jan Tschichold war der Sohn eines Landesschildmachers und wurde als Kalligraph. Dieser künstlerische Hintergrund machte ihn zu einem besonderen Typografen seiner Zeit.
Tschichold verwendete bei seinen Arbeiten nicht wie damals üblich Büttenpapier und spezielle Schriften, sondern bevorzugte Standardbuchstaben auf handelsüblichem Druckpapier in Standardgröße.
Kommunismus
Während der Nazi-Regime alle Designer mussten sich beim Kultusministerium anmelden, ebenso alle Institutionen, die an der Kommunismus. Nazi-Mitarbeiter verhaftet ihn und seine Frau 1933, nach Plakaten für die Sovietunion wurden in seiner Wohnung gefunden, so dass sie der Kollaboration mit Kommunisten verdächtigt wurden.
Alle Bücher von Tschichold sind im Verlag Gestapo beschlagnahmt zum Schutz des deutschen Volkes. Sechs Wochen später gelang Tschichold und seiner Familie die Flucht nach Schweiz. Dort lebten sie den Rest ihres Lebens.
Arbeit
In den Jahren 1937-1938 ging er zu England auf Einladung des Pennrose Annual. In den Jahren 1947-1949 hielt sich Tschichold in England auf, wo er die 500 Taschenbücher der Pinguin-Bücher zusammen mit dem Typografen Ruari McLean neu gestaltet. Hier wendete er ein Standardwerk typografischer Regeln an, die sogenannten Penguin Composition Rules. Er gab Penguin-Büchern (insbesondere der Pelican-Reihe) ein einheitliches Aussehen und verwendete viele typografische Praktiken, die heute selbstverständlich sind.
die neue typografie
Tschichold übernahm seit 1923 nach dem Besuch der Weimarser Designprinzipien der Moderne Bauhaus Ausstellung. Er wurde ein wahrer führender Modernist: zuerst mit einem einflussreichen Zeitschriftenartikel 1925, dann mit einer persönlichen Ausstellung 1927 und darüber hinaus mit seinem einflussreichsten Werk in Die neue Typografie. Dieses Buch war ein Manifest für modernes Design in dem er nicht alles gehörte serifenlos entsprechende Schriftklassen. Er äußerte eine Vorliebe für außermittige Designs auf den Titelseiten. Er definierte viele andere Designkonzepte der Moderne. Tschichold zitierte die Bedeutung der Fotografie im Druck.
Er empfahl die Verwendung von Standardpapierformaten (wie z LÄRM-A-Formate) für alle Drucksachen und anschaulich erklärt, wie man unterschiedliche Schriftstärken und -größen effektiv nutzt, um Informationen schnell und einfach zu vermitteln, und hatte zunächst großen Einfluss auf die deutsche Druckwelt.
die neue typografie gilt immer noch als Standardwerk zu Typografie.
Klassizismus
obwohl Die neue Typografie Klassiker bleibt, wich Tschichold selbst ab 1932 immer weiter von diesen Vorstellungen ab (er nannte sein Buch später zu extrem) und bewegte sich in eine klassizistische Richtung. Dies ist in seiner Schrift Saskia von 1932 zu sehen; die klassiker enthält Römische Buchstabenformen.
Schriftarten
Von Tschichold gestaltete Schriftarten:
- Archityp Tschichold (1929, experimentell)
- Transit (1931)
- Saskia (1931/1932)
- Zeus (1931)
- Sabon (1966/1967)
Literaturverzeichnis
- Schriften: 1925 - 1974 Band 1/2. Berlin, 1992.
- Die neue Typographie, Ein Handbuch für zeitgemäss Schaffende, Berlin, Verlag des Bildungsverbandes der Deutschen Buchdrucker, 1928.
- Typografische Entwurfstechnik, Stuttgart: Akademischer Verlag Dr. Fritz Wedekind & Co., 1932.
- Schreibstudien, Schreibübungen und Skizzieren, Basel 1942, 2. stark verbesserte und stark erweiterte Auflage: Berlin, 1951, Verlag des Druckhauses Tempelhof
- Ausgewählte Aufsätze über Fragen der Gestalt des Buches und der Typographie, 1948.
- Schatzkammer der Schreibkunst, Basel, 2. Auflage 1949.
- Meisterbuch der Heiligen Schrift. Ein Lehrbuch mit vorbildlichen Teksten aus Vergangheit und Gegenwart für Tekstenmaler, Graphiker, Bildhauer, Engraver, Lithographen, Verlagshersteller, Buchdrucker, Architekten und Kunstschulen, Ravensburg, 1952, 2. Auflage 1965.
- Geschichte der Heiligen Schrift in Bildern, Hamburg, 4. Auflage 1961.