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Johan van Eerde
Johan Christian van Eerde, 1925

Johan Christian van Eerde (Workum, 11. März1871 - Amsterdam, 1. April1936) war ein niederländischer Indologe, Beamter in Niederländisch-Ostindien und Museumsdirektor in Amsterdam.

Lebenszyklus

Bildung und Indianerjahre

Johan van Eerde, Sohn eines Pfarrers in Workum und später in Olst, folgte dem HBS und dann studiert Delft zum Indische Institution, die eine Ausbildung zum Beamten an der Inländische Governance in Indien. Er brach 1892 in den Osten auf und ein Jahr später wurde er zum Kandidaten für Rechnungsprüfer in Zentral-Sumatra ernannt. Drei Jahre später wurde er in die aufgenommen Bewohner von Bali und Lombok zur Regelung der Agrarangelegenheiten auf Lombok, nachdem dort 1894 die feudale, repressive balinesische Herrschaft der Niederlande mit blutigen Feldzügen geendet hatte, die als Befriedung von Lombok. Der von ihm verfasste Bericht über die vorgeschlagenen Agrarreformen brachte ihm 1900 eine Ernennung zum Ritter im Orden von Oranien-Nassau und eine Zufriedenheitserklärung der niederländischen Regierung. 1903 musste Van Eerde jedoch nach elf Dienstjahren in Niederländisch-Ostindien krankheitsbedingt ins Heimatland zurückkehren.

Karriere in den Niederlanden

In den Niederlanden wurde er Direktor der Tageszeitung Das Vaterland; dann arbeitete er von 1909 bis 1913 als juristischer Sekretär an der Ministerium für Kolonien. Van Eerdes großes Organisationstalent wurde bekannter und bildete den Ausgangspunkt einer vielseitigen, glänzenden Karriere. 1913 wurde er zum Direktor der Ethnologischen Abteilung des Kolonialinstituts (jetzt Königliches Tropeninstitut) in Amsterdam. Wegen dieses Instituts wurde er berufen Professor nach besonderer Ernennung zum Universität Amsterdam in 'Kolonialland- und Ethnologie'.

Van Eerde (mit Brille) während einer Expedition nach Krakatau (Mai 1929).

1922 wurde er auch außerordentlicher Professor an derselben Universität in der 'Kolonial Ethnology and Colonial Land Description'. Außerdem war er von 1919 bis 1925 außerplanmäßiger Professor für "Ethnologie Ost- und Südasiens, insbesondere Niederländisch-Ostindiens" an der Nederlandschen Handels-Hoogeschool (jetzt Erasmus-Universität) zu Rotterdam. Sehr ehrenvoll für Van Eerde - und bezeichnend für seinen Ruf - war dies auf Bitten von Königin Wilhelmina wurde zum Privatlehrer von Prinzessin Juliana um sie in der "Koloniekenntnis" und insbesondere im kolonialen Verfassungsrecht zu unterrichten. Diese Aufgabe übte er von September 1923 bis Februar 1927 aus. 1927 wurde er dafür mit der Ernennung zum Kommandant in dem Hausorden von Oranien.

Direktor des Kolonialmuseums

Van Eerdes Direktor der Ethnologischen Abteilung des Kolonialinstituts bedeutete auch, dass er der erste Direktor des Kolonialmuseums in Amsterdam wurde, der heutigen Tropenmuseum. 1913, im Jahr seiner Ernennung, war der Neubau des 1910 gegründeten „Vereeniging Koloniaal Instituut“ an der Amsterdamer Mauritskade noch lange nicht fertig. Es sollte bis 1923 dauern, bis dort die erste Ausstellung eröffnet werden konnte. Van Eerde war daher in der besonderen Lage, bis ins kleinste Detail bestimmen zu können, wie die Einrichtung seines zukünftigen Museums aussehen sollte. Eine Orientierungsreise in verschiedene europäische Völkerkundemuseen war eine seiner Inspirationsquellen. Aber seine Hauptinspirationsquelle war die humane Ideologie der ethische Politik jener Tage, die zu ausgewogenen Ausstellungen im Kolonialmuseum führen sollten, die zu Verständnis und Sympathie für die Menschen und Kulturen Niederländisch-Ostindiens führen sollten. Nicht nur Objekte in Vitrinen, sondern auch nachgebaute Szenen und lebensechte Wachsfiguren (die meist Feldfotografien nachempfunden waren) sollten den Alltag des kolonialen Subjekts darstellen. Die wohltätige Präsenz der Niederlande in den Kolonien waren daher eine Kreation von Van Eerde in den blühenden frühen Jahren. Er blieb Direktor bis zu seiner Pensionierung 1936; kurz darauf starb er plötzlich. Ihm folgte B.J.O. Schriek.

Literaturauswahl

  • „Bericht über die Regelung der landwirtschaftlichen Verhältnisse in West-Lombok“, in: Indischer Reiseführer 23, Nr. 1, 1901.
  • „Verwendung im Reisanbau und Reisernte auf Lombok“, in: Zeitschrift Batavian Society of Arts and Sciences XLV, 1902.
  • „Lombok unter niederländischer Verwaltung“, in: Der Führer, 1905, IV.
  • Koloniale Ethnologie (Mitteilung Royal Colonial Institute, Department of Ethnology 1), Amsterdam, 1914 (5. Dr. 1928).
  • Leitfaden zur Ausstellung zu Altjavanischer und zeitgenössischer balinesischer Hinduismus (Stadtmuseum, Sept.-Okt. 1915). Amsterdam: Kolonialinstitut in Amsterdam, 1915.
  • Über die Verwandten der Indonesier (Grund). Amsterdam: De Bussy, 1917.
  • Einführung in die Ethnologie von Niederländisch-Ostindien (Volksuniversitätsbibliothek 1). Haarlem: Die Erben F. Bohn, 1920.
  • Ein Rückblick auf die ethnologischen Untersuchungen im Niederländisch-Indischen Archipel. Königliche Akademie der Wissenschaften, Amsterdam, 1923
  • Unpersönlicher Tauschhandel im Indies-Archipel. Weltevreden: G. Kolff & co., o. J.

Über Van Eerde

  • T. J. Bezemer, 'Ein neuer Lehrstuhl für Kolonialethnologie', in: Niederländisch-Ostindien alt und neu 1917/1918, s. 261.
  • J. P. Lehmstraße der Schwan, 'Johan Christiaan van Eerde', in: Jahrbuch der Gesellschaft für niederländische Literatur, Leiden: 1935-1936, S. 114-122.