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Jozef Noterdaeme

Joseph Louis Maria Noterdaeme (Brügge, 1. November 1892 - dort, 24. Oktober 1981) war ein belgischer römisch-katholischer Priester und Historiker.

Lebenszyklus

Noterdaeme war ein Sohn von Jeroom Noterdaeme (1862-1933). Er ging zur Schule in der Saint Louis College und schloss die Geisteswissenschaften in Rhetorik 1911 zusammen mit seinem Bruder Alfons ab. Während zwei Brüder und zwei Schwestern Mönche wurden (Weiße Väter und Weiße Schwestern von Afrika) wurde er Diözesanpriester.

1911-1912 studierte er Geschichte an der Staatlichen Universität in Gent, wo er unter anderem Henri Pirenne als Professor. Danach ging er auf das Kleine Seminar in Roeselare und zu den großes Seminar in Brügge. Am 25.05.1918 wurde er zum Priester geweiht. Es wurde festgestellt, dass seine Gesundheit zu schwach war, um ihn mit einer Aufgabe als Lehrer zu betrauen, und er wurde Hilfspriester in Dudzele (1918), Hundeschuss in Französisch-Flandern (1919) und Vlissegem (1920). 1925 wurde er Pfarrer in Sankt Michael und 1933 in Heiliger Andreas. Sein Vater war bei ihm eingezogen und starb dort 1933.

1944 wurde er Pfarrer in Snelgem. Die Besonderheit, dass die Pfarrkirche an der östlichen Gemeindegrenze lag, veranlasste ihn, den Grund dafür zu untersuchen. Er begann, das Pfarr-, Bischofs- und Stadtarchiv zu studieren. 1962 trat Noterdaeme zurück und wurde Kaplan an der Königin Elisabeth Sanatorium im sijsele. 1978 trat er dort ebenfalls zurück und kam im fortgeschrittenen Alter in das Elternhaus auf der Langerei, wo er drei Jahre später verstarb.

Studien über Snellegem und das früheste Brügge

Während seiner Zeit als Pfarrer in Snellegem beschäftigte sich Noterdaeme aktiv mit dieser römischen Siedlung und begann ein Lebenswerk mit Veröffentlichungen auf diesem Gebiet. Dies brachte ihn sofort in direkten Kontakt mit der frühesten Geschichte von Brügge, zu der er innovative Studien veröffentlichte. Nicht alle seiner Thesen erwiesen sich als richtig, aber es ist sicher, dass er einen frischen und anregenden Blick auf die früheste Geschichte von Brügge und seiner Umgebung einführte.

Der „Fiscus regius Snellegem“, dem er sich widmete, stand einst am Ursprung von Brügge und untersuchte so die Entstehung und früheste Entwicklung der Stadt, die Entwicklung der Pfarreien, der Grafschaften etc.

Später studierte er auch diesen anderen 'fiscus regius' oder 'Kronendomäne', nämlich sijsele, die auch einer der Ursprünge von Brügge war.

Die Streitigkeiten um Jacob van Maerlant

1951 veröffentlichte Noterdaeme seine erste und sofort berüchtigtste Studie, die sich Jacob van Maerlant. Aufgrund von Archivdokumenten kam er zu dem Schluss, dass man 'Jacob, Küster in Maerlant' (at Den Briel im Süd-Holland), aber 'Jacob de Costere vom Maerlant in Houtave-Zuienkerke', in dem Brügge Frei. Gleichzeitig stellte er eine neue Hypothese über die Chronologie von Maerlants Schriften auf.

Sofort als angesehener Maerlant-Experte angesehen, geriet er in Streit mit den Maerlant-Schriftstellern des Jesuitenordens, deren wichtigster Joseph Van Mierlo s.j. (1878-1958). In den nördlichen Niederlanden wurde seine Dissertation von Dr. Herbert Paul Schaap (1894-1982) und Prof. Dr. Wytze Gs. Hellinga (1908-1985). Insofern man in Maerlant bei Voorne daran dachte, die Gedenktafel zu Ehren von Jacob zu entfernen.

Noterdaeme war überzeugt, dass er recht hatte und glaubte auch, dass Van Mierlo endlich (widerwillig und nur mündlich) mit ihm einverstanden war. Nach dem Tod der Protagonisten stellte sich heraus, dass Noterdaemes These aus einer Fehlinterpretation eines Manuskripts entstand, in dem er „Matlant“ als „Marlant“ oder „Maerlant“ gelesen hatte.

Noterdaeme wurde Mitglied der Gesellschaft für niederländische Literatur im Führen.

Veröffentlichungen

  • Jacob van Maerlant, Schreiber der Herren von Roden in Snellegem, im: Akte der Gesellschaft für Geschichte in Brügge, 1951, S. 5-25.
  • Die Herren von Beveren-Waas, auch Herren von Diksmuide, in: Annalen des Archäologischen Kreises des Landes van Waas, 1953.
  • Baudouin I., Graf von Flandern, in: Transaktionen der Gesellschaft für Geschichte und Archäologie in Gent, 1953, S.55-63.
  • Wainebrucga, in: Biekorf, 1953 S.62-66.
  • Windmühlen in Snellegem, in: Biekorf, 1953 S.115-117.
  • Ein alter Aussätziger in Snellegem, in: Biekorf, 1953 S.204.
  • Ein Altarstein aus dem zwölften Jahrhundert in Snellegem, in: Biekorf 1953, S.218-220.
  • Das 'Goldene Ringstück' in Snellegem, in: Biekorf, 1953, S.259.
  • Die romanische Kirche in Snellegem in Westflandern, 1953, S. 75-76.
  • Die Grafen von Flandern und ihre Herrschaftsgebiete um Brügge, in: Transaktionen der Gesellschaft für Geschichte und Archäologie in Gent, 1954, S.31-38.
  • Die Fuchsbarm in Snellegem, in: Biekorf, 1954, S.77-78.
  • Studium der frühesten Kirchengeschichte von Brügge I. Sijsele und des St. Maarten Kapitels in Utrecht, in: Sacris Erudiri, 1954, S. 180-188.
  • Studien zur frühesten Kirchengeschichte von Brügge II. Das Finanzamt Weinebrugge und der Ursprung der St. Salvatorskerk in Brügge te in: Sacris Erudiri, 1955, S.131-139.
  • Heiliger Elegius im Pagus Flandrensis. Die Kirche in Snellegem, in: Sacris Erudiri, 1955, S.142-162 (mit E. Dekkers osb).
  • Jacob de Costere van Maerlant, in: Scientific Tidings, 1955, S. 313-321.
  • Der Oosthof in Snellegem, in: Transaktionen für Geschichte und Archäologie in Gent, 1956.
  • Jacob van Maerlant, in: Scientific Tidings, 1956, S.97-107 (Polemik zwischen Noterdaeme, J. van Mierlo und J. van Cleemput).
  • Das Finanzamt Snellegem und die früheste Christianisierung im Westen von Brügge, in: Transaktionen der Gesellschaft für Geschichte und Archäologie in Gent, 1957, S.49-128.
  • Mit dem Maerlant-Problem, in: Transaktionen der Gesellschaft für Geschichte und Archäologie in Gent, 1958, S.47-59.
  • Jacob de Coster van Maerlant, in: Ons Heem, 1958-1959, S.147-152.
  • Der Ursprung der Pfarrei Oudenburg, in: Sacris Erudiri, 1958, S. 151-161. 161.
  • Jacob van Maerlant und das Leben der Heiligen Clara, in: Transaktionen der Gesellschaft für Geschichte in Brügge, 1958, S.97-114.
  • Brügge Ortsnamen, in: Ons Heem, 1960, S.203-219.
  • Der Spiegel Historisch, in: Scientific Tidings, 1960, S.194-198.
  • Jacob van Maerlant, in: Wissenschaftliche Nachrichten, 1960, S.291-300.
  • Das Maerlant-Problem, in: Ons Heem 14, S.203-219.
  • Der Kirchplatz in Snellegem im dreizehnten Jahrhundert, im: Brügge Ommeland, 1960.
  • Die Ritter der Straßen, in: Brugs Ommeland 1, 1960, S.23-30.
  • Jacob de Costere van Maerlant, in: Proceedings of the Royal South Netherlands Society for Language, Literature and History, 1961, S. 233-272.
  • Jacob van Maerlant, in: Westflandern 10, 1961, S.197-199.
  • Jakob van Maerlant und der Kasselberg, in: Ons Heem, 1962-1963, S.132.
  • Galbert und die Ritter von Straten, in: Brugs Ommeland 2, 1962, S.12-21.
  • Die Ritter von Roden in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, in: The Brugs Ambacht, Albumarchivar Dr. Jos de Smet, Brügge 1964.
  • Die Ritter von Roden und Jacob de Coster von Maerlant, in: Appeltjes van Meetjesland, 1964, S.45-114 (im Anhang 14 Urkunden von 1235 bis 1252).
  • Die Ritter von Roden in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, in: De Leiegouw, 1966, S. 313-329.
  • Neues Maerlant-Problem, in: Tijdschrift voor Nederlandse Taalen Letterkunde, 1966, S.81-119 (zusammen mit H.P. Schaap).
  • Das Budanflit in Oostkerke, in: Rund um die Poldertorens, 1960, S.159 (Oostkerke-Ausgabe).
  • Jan van Rode, Herr von Ingelmünster, in: De Leiegouw, 1972, S.3-32.
  • Die früheste Geschichte von Brügge, in: Transaktionen der Gesellschaft für Geschichte in Brügge, 1975, S.5-59 und S.171-204; 1976, S.87-137; 1977, S. 211-238.
  • Mühlen und Müller in Snellegem, in: Brugs Ommeland, 1976, S.79-90.
  • Häuptlinge und Bürgermeister in Snellegem, in: Brugs Ommeland, 1977, S.91-95.
  • Jacob van Maerlant, in: Rund um die Poldertorens, 1978, S. 1-2.
  • Uhrengeschichte in Snellegem, in: Brugs Ommeland, 1977, S. 320-322.
  • Sodalität des gekreuzigten Erlösers, in: Brugs Ommeland, 1979, S.326-330.

Literatur

  • [Luc DEVLIEGHER], In Gedenken an Jozef Noterdaeme, in: Transaktionen der Gesellschaft für Geschichte in Brügge, 1981, S. 302
  • Marc RYCKAERT, In Gedenken an Jozef Noterdaeme'', in: Brugs Ommeland, 1982, S. 287.
  • Johan J. BALLEGEER, In Gedenken an Jozef Noterdaeme, in: Jahrbuch der Gesellschaft für niederländische Literatur, 1983
  • Frits van OOSTROM, Maerlants Welt, Amsterdam, Prometheus, 1996, p. 402.