WikiDer > Großraumbüro
Das Bürogarten (Deutsche: Bürolandschaft oder Großraumbüro), manchmal auch Landschaftsbüro genannt, ist ein 1950er Jahre in Deutschland entwickeltes Konzept zur Klassifizierung von Büroraum. In den 1970er Jahren wurde es auch im Rest Westeuropas populär. In einem Großraumbüro arbeiten viele Mitarbeiter, meist mehr als 12, im selben Raum zusammen. Es gibt keine Partitionen. Schreibtische sind oft in Gruppen mit unregelmäßiger Geometrie angeordnet. Pflanzgefäße werden auch häufig verwendet, um den Raum zu unterteilen und ihm ein organisches Aussehen zu verleihen. Die Idee passte gut zu Gedanken über "Demokratisierung" und "ontHierarchie", die damals weit verbreitet waren, und es wurde davon ausgegangen, dass die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern einfacher und zugänglicher wird und die Produktivität steigt. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass diese Annahmen falsch sind: Der angebliche Nutzen von Großraumbüros existiert in der Praxis nicht not Es gibt jedoch insbesondere klare Nachteile Lärmbelästigung und ein völliger Mangel an Privatsphäre. Immer mehr Organisationen kehren daher zu ihrer früheren Entscheidung zurück, in offenen Büroräumen zu arbeiten.[1]
Nachteile des Bürogartens
Für das Großraumbüro gelten die gleichen Nachteile wie für andere Formen von Großraumbüros: Lärmbelästigung, fehlende Privatsphäre und leichtere Übertragung von pathogenen Mikroorganismen. Wenn zusätzlich der Bürogarten hauptsächlich draußen ist flexible Arbeitsplätze vorhanden ist (wobei die Mitarbeiter keinen „eigenen“ Schreibtisch haben, sondern jeden Tag einen freien Platz finden müssen) gibt es zusätzliche Nachteile.
Diese führen zu höheren Fehlzeiten und geringerer Produktivität.
Stressfaktoren
Der (gefühlte) Mangel an Kontrolle über den eigenen Arbeitsplatz kann ein Stressfaktor sein. Mehrere Faktoren können dazu beitragen:[2]
- Lärmbelästigung
- Fehlende Privatsphäre
- Ablenkung und Störung
Lärmbelästigung
Geräusche, die mehr „Bedeutung“ haben, stören die Konzentration stärker. Dies gilt insbesondere für verständliche Musiktexte und Gespräche zwischen Kollegen. Je besser jemand den gesprochenen Text verstehen kann, desto abgelenkter ist er. Laut den Forschern sinnvolle Geräusche maskieren "große Gewinne für ein angenehmes Akustikklima im Großraumbüro erwirtschaften."[3]
Für die Messung der Lärmbelastung in Großraumbüros steht eine offizielle ISO-Norm zur Verfügung: NEN-EN-ISO 3382-3. Messungen auf Basis dieser Norm berücksichtigen unter anderem den Grad der störenden und aussagekräftigen Hintergrundgeräusche, die Dimensionen des Raumes, Nachhallzeit, Ablenkungs- und Privatsphärenabstand.
Störungen
Forscher der University of California berechneten, dass es durchschnittlich 23 Minuten und 15 Sekunden dauert, bis jemand nach einem konzentrationsstörenden Ereignis wieder an die Arbeit geht.[4][5] Im Durchschnitt empfinden Mitarbeiter in einem Großraumbüro in diesem Bereich mehr Unannehmlichkeiten als Menschen in einer klassischen Büroumgebung aufgrund der vielen Reize, denen sie ausgesetzt sind.
Schlechte Hygiene
In offenen Büroräumen ohne Trennwände haben pathogene Mikroorganismen freien Lauf, wodurch Mitarbeiter häufiger Infektionskrankheiten ausgesetzt sind, wie z Grippe. 72 % der Menschen gehen auch im Krankheitsfall zur Arbeit.[6]
Wenn das Großraumbüro hauptsächlich aus flexiblen Arbeitsplätzen besteht und Mäuse und Tastaturen geteilt werden, kommt hinzu, dass Krankheiten auch über Mäuse und Tastaturen übertragen werden können. Aus einer kleinen Studie der britischen Verbraucherorganisation Welche? fanden heraus, dass ein erheblicher Anteil der Tastaturen mehr schädliche Bakterien enthielt als der durchschnittliche Toilettensitz[7]
Andere negative Aspekte
Die Arbeit in (sehr) großen Räumen (und damit in großen Personengruppen) kann zu weniger sozialem Zusammenhalt und Kontrolle führen.[2]
Auswirkungen
Höhere Fehlzeiten
Beschäftigte in Großraumbüros sind häufiger (kurzfristig) krank als Beschäftigte in Zellenbüros mit maximal 3 Beschäftigten pro Raum.[2] Ursachen dafür können alle oben genannten Faktoren sein: mangelnde Hygiene, Lärmbelästigung, mangelnde Kontrolle und mangelnder sozialer Zusammenhalt in großen Gruppen.[2]
Geringere Produktivität
Lärmbelästigung und andere konzentrationsstörende Faktoren können zu einer geringeren Produktivität führen. Die Dynamik in Großraumbüros stört die Konzentration so stark, dass ein Mitarbeiter etwa doppelt so lange braucht, um eine Aufgabe zu erledigen. Dies führt zu einem durchschnittlichen Produktivitätsverlust von 86 Minuten pro Tag.[8] Darüber hinaus macht ein Mitarbeiter mehr Fehler bei der Arbeit, die er oder sie erledigt. Besonders komplexe Aufgaben, die ein hohes Maß an Konzentration erfordern, leiden unter den Auswirkungen der offenen Büroumgebung. Zwischen den Störungen verbleiben nur noch 11 ungestörte Arbeitsminuten pro Stunde.
Mögliche Lösungen
Die Aufteilung des Arbeitsplatzes in Zonen mit dedizierten Konzentrationsarbeitsplätzen kann eine Lösung für Mitarbeiter sein, die sich auf eine schwierige oder dringende Aufgabe konzentrieren müssen. Darüber hinaus kann das Aufstellen klarer Regeln Ordnung schaffen für Mitarbeiter, die nicht gestört werden möchten. Ohrstöpsel oder Kopfhörer können helfen. Die betroffene Person wird weniger durch Umgebungsgeräusche gestört und die Kollegen sehen, dass sie sie in Ruhe lassen sollten.
Arbeitgeber können auch erwägen, separate Bereiche zu schaffen, in denen Menschen laut sein können und sollten. Auf diese Weise können Menschen in entspannter Atmosphäre Kontakte knüpfen und Informationen austauschen.[9] Wie bereits erwähnt, führen Großraumbüros aufgrund von konzentrationsstörenden Faktoren zu Frustrationen bei den Mitarbeitern. Einige Organisationen organisieren ihre Kollaborationszonen daher jetzt anders. Denken Sie an kleine Sitzbereiche für Besprechungen oder vollständig geschlossene Bereiche für längere Besprechungen.[10] Ob sich diese Maßnahmen positiv auswirken, ist nicht bekannt.
Quellen
- Voskamp, Van Scheijndel, Peereboom (Hrsg.), Handbuch Ergonomie, Kluwer, Alphen aan den Rijn, 2008, p. 564.
- Maas und Pleunis, Facility Management: Strategie und operative Führung der Facility Organisation, Kluwer, Alphen aan den Rijn, 2006, p. 334-335.
- Winkler Prins enzyklopädisches Beiblatt 1976, p. 299.
- Brennan, Chugh und Kline, Traditionelles versus Open Office-Design – Eine Längsschnittstudie, Umwelt und Verhalten 34(3), 2002, p. 279-299.
- Danielsson, Chungkham, Wulff und Westerlund, Auswirkungen der Bürogestaltung auf die Krankenstandsquote, Ergonomie 57(2), 2014, p. 139-147.
- Mylonas und Carstairs, Offene Büroumgebungen: Rhetorik und Realität, Fortschritte in der Organisationspsychologie, 2008, p. 443-455.
- Die Datenschutzkrise – eine Belastung für das Mitarbeiterengagement
- In Großraumbüros sind Menschen häufiger krank
- Großraumbüro und Produktivität: "Schlechteste Kombination aller Zeiten"
- Warum Ihr Open-Office-Arbeitsbereich nicht funktioniert
- Die Kosten der unterbrochenen Arbeit: Mehr Geschwindigkeit und Stress
- Deswegen stört das Geplapper von Kollegen
Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise
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