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Karl Guttmann
Karl Guttmann (1983)

Karl Guttmann (Bielitz, 30. Juli1913Amsterdam, 6. Januar1995) war ein Niederländisch Theaterdirektor von österreichisch Abstammung.

Jugend und Bildung

Guttmann studierte an der Gymnasium im Bielsko-Biała, danach ging er zu Wien Studium an der Hochschule für Welthandel und später am Reinhardt-Seminar. Sein Bühnendebüt gab er am 9. Mai 1935 in Titelseite, Regie: Otto Preminger. Seine ersten Engagements hatte er in Wien an der Theater in der Josefstadt und das Stadttheater in Bielsko-Biała.

Werdegang

Irwin Shaw bei seinem Besuch in Israel 1949 zusammen mit der Dramatikerin/Journalistin Luisa Treves (G. Roselaar) und dem Schauspieler/Regisseur Karl Guttmann vom Teatron Kameri in Tel Aviv

Nach vielen Wanderungen in der Zweiter Weltkrieg Guttmann kam 1942 herein Tel Aviv wo er einer der Mitbegründer des Teatron Kameri wurde (als Schauspieler, Regisseur und Dramatiker sowie in der Unternehmensführung tätig). Nach seiner Heirat 1949 mit dem Niederländisch Dramatiker/Journalist Luisa Trier (Pseudonym von G. Roselaar) kam er 1950 in die Niederlande und wurde Dramaturg an der Haagse Comedie, Regisseur Cees Laseur und Paul Steenbergen. Dort blieb er bis 1956, Regie Maria Stuart von Schiller, Es wird keinen Krieg für Troja geben von Giraudoux, und Requiem für eine Nonne von Faulkner. 1957 wurde er als niederländischer Staatsbürger eingebürgert.

Er hat Regie geführt Anne Franks Tagebuch im Theater, Regie Rob de Vries; die Uraufführung fand am 27. November 1956 in Amsterdam. Auch dieses Stück entstand unter Guttmanns Leitung in Wien, Frankfurt und Köln. In dieser Zeit hat er viele Auslandsrezensionen gemacht, insbesondere am Theater in der Josefstadt in Wien, wie zum Beispiel Zwei auf der Wippe von Gibson und Heinrich IV von Pirandello. Nach einer Zeit als Regisseur/Dramaturg an der Rotterdamer Theater, Regie unter anderem Don Carlos van Schiller1960 wurde er künstlerischer und kaufmännischer Leiter des Southern Theatre and Television Company Ensemble, wo er acht Jahre lang intensiv daran arbeitete, die Theaterkultur im Süden der Niederlande in Gang zu bringen. Zusammenarbeit mit u.a. Regisseur Wim Bary im Tilburg und später Ben Ullings im Eindhoven führte zur Eröffnung von zwei neuen Theatern: dem in Tilburg am 1. März 1961 mit der Uraufführung von Cortmantel von Christopher Fry, der sich am 2. Oktober 1964 in Eindhoven traf Die Hochzeit von Figaro von Beaumarchais.

Bei der Bildung eines neuen Publikums, neben klassischen Schriftstellern wie Shakespeare, Turgenew, halbklassisch als Tschechow, Shaw, Pirandello, stellte viele moderne Dramatiker vor, wie zum Beispiel pinter, Albee, Kipphardt, Raffalt, Hugh Leonard.

Die Regie übernahm Guttmann selbst Der Hausmeister von Harold Pinter (Uraufführung außerhalb Englands), Cortmantel von Christopher Fry (auch im Burgtheater in Wien), Der zehnte Mann von Chayefsky, Der Nachfolger von Raffalt, Das herzzerreißende Haus von Shaw, Es scheint dir U von Shakespeare, Heinrich IV von Pirandello, Die Marquise von Arcis aus Sternheim, Die Hochzeit von Figaro von Beaumarchais, Krieg ist so ein schönes Spiel aus Chilton/Littlewood, Der Fall J. Robert Oppenheimer von Kipphardt, Der Kaufmann von Venedig von Shakespeare, und Pygmalion von Shaw. Darüber hinaus gelang es ihm, Regisseure von internationalem Rang zu gewinnen: neben Peter Scharoff für das russische Repertoire Erwin Axer, Hans Bauer, Ronald Eyre, Angelika Hurwicz, Gilles Léger, Claude Regy und Hilton Edwards. Nicht zuletzt dadurch erlangte das Ensemble europäisches Niveau und Prestige.

Nach einer Zeit als Leiter der Theaterabteilung der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart und Auftritten als Regisseur in Deutschland und als Schauspieler im Fernsehfilm Alma Mater von Meichsner/Hädrich wurde Guttmann in der Spielzeit 1971/72 Regisseur, als er nach der Regie Müllers Preis und Die einsame Straße von Schnitzler wurde zum Direktor in Rotterdam ernannt, erlitt einen Herzinfarkt. Nach mehreren Jahren des Nichtstuns gründete er 1974 mit seiner Frau Accolade Productions b.v.. etablierte sich als freier Produzent, insbesondere von hochwertigen zeitgenössischen Stücken: Der Tag, an dem der Papst entführt wurde von Bethancourt (ebenfalls Regie 1992 in Bielsko-Biała, das ehemalige Bielitz), Nicht verfügbar von Grau, eine glückliche Hand aus Coburn, Der saubere Körper von Saunders, Wessen Leben ist es überhaupt? von Clark, Vater gesegnet von Leonard, Rita und Die Reise zu Fuß nach Rom von Russell, und Geboren in Blijdorp von Nichols.

Neben diesen beiden letzten Stücken führte Guttmann 1982 auch Regie Die Dame ist nicht zum Verbrennen von Fry am Theater in der Josefstadt in Wien, und Das Gin-Spiel (eine glückliche Hand) in Coburns Heimatstadt Dallas.

Karl Guttmanns Darbietungen zeichnen sich aus durch eine große Loyalität zum Autor, eine tiefgründige Behandlung des Textes, die ihn immer deutlicher macht, eine sorgfältige Begleitung des Schauspielers, der ihn zur realen Schöpfung führt, und eine große Musikalität im Umgang mit dem Dramaturgischen uvre.

Begraben

Karl Guttmann wird auf dem begraben Liberaler jüdischer Friedhof Gan Hashalom zu Hoofddorp.

Kooperationen

Karl Guttmann arbeitete mit vielen bekannten niederländischen Schauspielern und Schauspielerinnen zusammen. So gespielt Paul Steenbergen und Ko van Dijk jr. in seiner Richtung eine ihrer schönsten Aufführungen, Schönes Wetter heute... bei der Haager Komödie, funkelnd Gus Hermus, Caro van Eijck und später Mary Dressel Haus im eine glückliche Hand, und er brachte Lex Goudsmit, Ton van Duinhoven, Ellen Vogel, Ton Linse zu großen Leistungen in verschiedenen Rollen.

Externe Links