WikiDer > Kaweco
Das KaWeCo - Federhalter-Fabrik Koch, Weber & Co war eine Schreibgerätefabrik in Heidelberg.
Geschichte
kaweco stammt aus der 1883 gegründeten Heidelberger Federhalterfabrik. Darauf aufbauend gründeten die Kaufleute Heinrich Koch und Rudolph Weber gegen Ende des Jahrhunderts die „Heidelberger Federhalter-Fabrik Koch, Weber & Co.“ Füllfederhalter-Industrie würde werden. Die Produktion begann mit den Füllhaltermarken Kaweco und Perkeo; die Voraussetzung dafür Gefieder wurden zunächst von Morton in Amerika geliefert.
Die Füllfederhalter waren Sicherheitsstifte, bei denen die Feder zum Schreiben aus dem Schaft gedreht und nach Gebrauch wieder zurückgedreht wurde. Die Firma Kaweco war wohl der erste deutsche Hersteller dieses Systems. Neben den Füllfederhaltern umfasste das Programm eine Vielzahl von Füllfederhaltern, Mechanische Stifte, Tinten, lernen Fälle und einer der ersten Filzstifte und stilografische Stifte.Nach dem Erster Weltkrieg Kaweco begann erfolgreich mit dem Aufbau einer eigenen Produktion von Goldstiften, um vom US-Markt unabhängig zu werden. Durch die Inflation der 1920er Jahre geriet das mittlerweile in eine Aktiengesellschaft umgewandelte Unternehmen in Schwierigkeiten. Ein Sanierungsversuch 1928 scheiterte, weil das Unternehmen nicht genügend Kapital aufbringen konnte und 1929 trotz gut gefüllter Auftragsbücher und 200 Mitarbeitern Konkurs anmelden musste.
Das Unternehmen wurde im August 1929 von der „Badischen Füllfederfabrik Worringen und Grube“ in Wiesloch bei Heidelberg übernommen. Kaweco war wohl der erste deutsche Hersteller, der auf die Spritzgussfertigung umgestellt hat. Anfang der 1930er Jahre wurden die ersten Kolbenfüllhalter produziert und unter den Namen Dia, Elite, Kadett, Carat und Sport vertrieben. In Deutschland belieferte Kaweco Fachgeschäfte und Werbegroßhändler; über Auslandsvertretungen auch in verschiedene Exportmärkte. Während des Zweiten Weltkriegs konnte die Produktion in kleinerem Umfang weitergeführt werden, 1947 war die Produktion wieder voll funktionsfähig. 1950 erreichte das Unternehmen unter der Führung von Friedrich Grube und seinen Söhnen mit 230 Mitarbeitern vor allem durch die Pflege der Auslandskontakte fast wieder die Vorkriegsgröße. Friedrich Grube starb 1960 im Alter von 63 Jahren. Seine Witwe und seine Söhne führten das Geschäft weiter, konnten aber den allmählichen Niedergang nicht aufhalten. Die Produktpalette wurde dem vorherrschenden Geschmack entsprechend gestrafft, die Federn waren teilweise unsichtbar. Der Großteil des Absatzes im mittleren Preissegment entfiel auf das Modell Sport. 1970 musste das Unternehmen die Produktion einstellen.
Ein Teil der Familie Grube konnte Namen, Maschinen und Patente übernehmen und zusammen mit einigen Mitarbeitern wurde die Produktion wieder aufgenommen. 1972 wurde der Sport anlässlich der Olympischen Spiele in München mit einer speziellen Olympiamünze überreicht. Die neueste Entwicklung, das Modell Sport als Patronenhalter, wurde unter anderem zu Werbezwecken an die Deutsche Post geliefert. 1981 musste Kaweco endgültig schließen, 1995 gelang es der h & m gutberlet GmbH, die Namensrechte für „Kaweco“ zu erwerben. Parallel dazu wurde die Produktserie „Sport“ im Stil der Originale aus den 1930er Jahren entwickelt. Als weltweiter Vertriebspartner konnte Diplomat gewonnen werden, der wiederum Ende der 1990er Jahre von Herlitz übernommen wurde. Seitdem baut die h & m gutberlet GmbH ein Vertriebsnetz auf: „Kaweco“ ist nun wieder in den Niederlanden, Deutschland, Österreich, Spanien, England, Belgien/Luxemburg, Schweden, USA, Australien, Japan, Korea und Hongkong verfügbar Kong/Macao . Weitere Länder sind in Vorbereitung: Die Serien „Kaweco Sport“, „Kaweco Dia“, „Kaweco Elite“, „Kaweco Student“ und „Kaweco Liliput“, die der langen „Kaweco“-Tradition folgen, wurden erfolgreich auf den Märkten vermarktet. inbegriffen.
Literatur
- Timo Teufert: Der Federhalter schreibt in Heidelberger Geschichte. In RNZ vom 16.12.2008