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Kleinbahn Wesel-Rees-Emmerich
Das Straßenbahn- und Kleinbahnnetz zwischen Nimwegen und Wesel.
Düwag-Großraumwagen 8 der Kleinbahn Wesel-Rees-Emmerich verkehrte ab 1967 als 437, ab 1968 als 436, bei der SSB und kam 1991 zum Straßenbahnlinie des elektrischen Museums Amsterdam, 1991.

Das Kleinbahn Wesel-Rees-Emmerich war eine Fernstraßenbahnverbindung im Landkreis Rees, die KreisstadtWesel mit den Städten Rees und Eimer Bund. Sie wurde vom 6. November 1914 bis 31. Dezember 1966 operiert. Die Verbindung hatte ein eigenes Gleis und verlief in Wesel ca. 2 Kilometer entlang der heutigen Bundesstraße 8 (B8) und dann über ein separates Gleis entlang des Rheindeichs von Dorf zu Dorf bis zur Wiedereinmündung in die B8 bei Emmerich.

Die Frequenz betrug normalerweise eine Straßenbahn pro Stunde, während sie sonntags alle 30 Minuten verkehrte. Die Gesamtstrecke von fast 40 Kilometern wurde in 1 Stunde und 50 Minuten zurückgelegt. In der Stadt Rees bestand ab 28. Februar 1915 eine Verbindung zum Kleinbahn Rees-Empel. Eine Kleinbahn war eine preußische Definition einer „Eisenbahnstrecke, die wegen ihrer geringen Bedeutung für den allgemeinen Eisenbahnverkehr nach weniger strengen Regeln gebaut und betrieben werden kann als eine Hauptstrecke“ (Preußisches Kleinbahngesetz vom 28. Juli 1892).

Geschichte

1908 beschloss der Landkreis Rees den Bau einer Bahnverbindung zwischen Wesel und Emmerik über Rees, woraufhin 1909 beschlossen wurde, daraus eine elektrische Kleinbahn auf Normalspur zu werden. (Das Hauptstrecke Oberhausen – Emmerik, auch 'Hollandstrecke' genannt, existierte seit 1856, besuchte aber Rees nicht.) In Wesel sollte ein Umsteigen auf die Bahnstrecken nach Bocholt, Münster, Oberhausen und xanten (das über goch mit den Holländern boxtel und 's-Hertogenbosch angeschlossen wurde) und in Emmerik auf der von der Klever Straßenbahn GmbH bereitgestellten Trasse (Straßenbahn aus Kleve) betriebene Fähre über den Rhein nach Kleve. Der Plan beinhaltete auch einen Anschluss an die niederländische Straßenbahnverbindung zwischen Emmerik und , die am 4. Juni 1903 eröffnet wurde Zutphen (Straßenbahnlinie Zutphen - Emmerik).

Der Bau der Strecke wurde am 23. Juli 1910 beschlossen; Damit wurde RWE (Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG) beauftragt. Eine Tochtergesellschaft der RWE, die Rheinisch-Westfälische Straßen- und Kleinbahnen GmbH, führte den Auftrag aus und erhielt die Konzession für den Abschnitt zwischen Wesel und Rees am 5. August 1912 und für den Abschnitt Rees – Emmerik am 29. April 1916. Am 6. November 1914 wurde die Verbindung zwischen Wesel und Rees feierlich eröffnet. Neben dem Personenverkehr war der Güterverkehr eine wichtige Einnahmequelle. Leider stellte sich während der Bauzeit heraus, dass es in Wesel nicht, wie ursprünglich geplant, durch die Innenstadt zum Hauptstation fahren. Diese Verbindung kam erst 1951. Aufgrund des Ausbruchs der Erster Weltkrieg der Bau des Abschnitts zwischen Rees und Emmerik verzögerte sich. Da auf diesem Streckenabschnitt noch keine Oberleitungen installiert waren, erfolgte der Service mit Hilfe einer Dampflok. Im November 1919 wurde der Abschnitt Rees – Vrasselt elektrifiziert und am 3. Mai 1921 folgte der letzte Abschnitt nach Emmerich.

Kriegsschäden und Erholung

Während der Zweiter Weltkrieg der Abschnitt um Emmerik wurde am 7. Oktober 1944 durch Bombenangriffe schwer getroffen, danach auch in Rees. Das Unternehmen wurde bis Februar 1945 weitergeführt. Aufgrund schwerer Bombardements auf Wesel wurde der Betrieb auf der gesamten Strecke am 24. Februar 1945 wegen erheblicher Schäden an Bahn und Ausrüstung eingestellt. Am 13. Juli 1950 beschloss der Landeskreis den Neubau der Strecke zwischen Wesel und Rees. Die nicht mehr zu öffnenden Fahrleitungsmasten und -schienen des Abschnitts zwischen Rees und Emmerik wurden zur Sanierung des südlichen Abschnitts verwendet. Juni 1951 konnten die Fahrgäste wieder die Kleinbahn zwischen Wesel und Rees nutzen, eine Verbindung von 25,8 Kilometern Länge. Da sich die Innenstadt von Wesel nach den Bombenangriffen radikal verändert hatte, konnte die Kleinbahn schließlich durch die Stadt bis zum Hauptstation van Wesel werden verlängert.

Auf der reaktivierten Strecke kamen Aufbautriebwagen mit alten Fahrgestellen und Beiwagen der Bauart KSW (Kriegsstraßenbahnwagen) zum Einsatz. Dazu kamen noch zwei zweiachsige Triebwagen und ein Beiwagen des 1949 stillgelegten Straßenbahnlinie Utrecht - Zeist des NBM übernommen. Das waren die Nummern 17, 20 und 43. 1966 kehrten sie in die Niederlande zurück. Die 17 wurde später verschrottet, die 20 und 43 wurden nach der Restaurierung am Straßenbahnlinie des elektrischen Museums Amsterdam.

Stornierung

Der Straßenbahnbestand war Anfang der 1960er Jahre mit zwei Met erneuert worden Düwag Einheitswagen, sogenannte Großraumwagen. Am 28. Februar 1964 beschloss der Landeskreis Rees, die Kleinbahn abzuschaffen. Grund dafür war der schlechte Zustand der Start- und Landebahn über den Rijndijk. Die letzte Straßenbahn zwischen Rees und Wesel verkehrte am 30. April 1966 und der Güterverkehr wurde am 31. Dezember 1966 eingestellt. Die Kleinbahn wurde komplett aufgelöst und beide Großraumwagen nach Bonn verkauft. Ein Großteil der ursprünglichen Strecke kann noch als Radweg genutzt werden.

Düwag-Großraumwagen 8 der Kleinbahn Wesel-Rees-Emmerich verkehrte ab 1967 als 437, ab 1968 als 436, bei der SSB und kam 1991 zum Straßenbahnlinie des elektrischen Museums Amsterdam. 2003 ging es nach Nieuwegein und 2005 an ein Straßenbahnmuseum in Ferlach in der Nähe von Klagenfurt (Österreich).