WikiDer > Lüttich Schule

Luikse School

Unter dem Lüttich Schule wird im 18. und 19. Jahrhundert ein französisch orientierter Orgelbau sein Fürstbistum Lüttich verstehen.

Orgelbaustil der Lütticher Schule

Im Fürstbistum Lüttich begann mit dem Beginn der Tradition eine zweite Blütezeit der Orgelkunst Andries Severijn wurde durch den französisch orientierten Orgelbaustil der Lütticher Schule abgelöst. Der Gründer und erste Vertreter der Lütticher Schule war Philippe Le Picard der Jüngere, stammte aus einer nordfranzösischen Orgelbauerfamilie mit Sitz in Noyon (Picardie. Er folgte immer noch ziemlich streng der französischen Methode. Die einzige erhaltene Orgel, die ihm mit Sicherheit zugeschrieben werden kann, ist in Bodenfeld (Niederländisches Limburg).

Danach wusste sein Sohn Jean-Baptiste Le Picard (1706-1779), um seinen eigenen Lütticher Stil zu entwickeln und zu einem Höhepunkt zu bringen. Er kann daher als der wichtigste Vertreter der Lütticher Schule angesehen werden. Das Orgelkonzept von Jean-Baptiste Le Picard ist vergleichbar mit dem von Jean Baptiste Forceville, denn beide hatten eine starke französische Ausrichtung und lieferten monumentale Orgeln, die in der Breite komplett erweitert wurden. So lässt sich die Herkenrode-Orgel von der Gesamtkonstruktion her gut mit dem Forceville-Instrument in der Kirche Saint Charles Borromeo in Antwerpen. Jean-Baptiste fertigte unter anderem die Orgeln der Basilika in Tongeren, Bolderberg und der Abteikirche von Vlierbeek (Löwen).

Jean-François Le Picard (1711-1784) soll auch der etwas jüngere Bruder in den Ateliers von Jean-Baptiste gearbeitet haben. Er baute Instrumente in stöhnen (ca. 1742), die Liebfrauenkapelle in Hasselt (1754). Auch die fehlenden Organe von Houtain-l'Eveque und der Dominikanerkirche von Maastricht (1734-1735) werden ihm zugeschrieben.

Das Geschäft von Le Picard wurde von ihrem besten Lehrling weitergeführt Guillaume Robustelly. So wie Forcevilles Kunst fortgeführt wurde von Pieter van PeteghemWilhelm Robustelly führte die Tradition seines Meisters fort.

Als Schüler der Gebrüder Le Picard sollte man auf jeden Fall Heinrich Moseler alias Henry Mûseler oder Muselair, zu erwähnen.

Nach Robustellys Tod im Jahr 1793 wurden alle Materialien aus dem Atelier von seiner Witwe an Joseph Colina, der früher Stammgast bei Robustelly war.

Die letzten Vertreter der Lütticher Schule sind die Errungenschaften der Familie Graindorge. Vor allem Wilhelm Robustelly hatte einen enormen Einfluss auf das Stilkonzept seines Schülers Matthieu Graindorge und seines Sohnes Arnold. Matthieu Graindorge war eine Verbindung zwischen Robustelly und Arnold Graindorge. Matthieu wandte getreu die Standards der Lütticher Schule an. Davon wich er nur in wenigen Punkten ab: die Verwendung eines eigenständigen Pedals, das Fehlen eines Beckens im Echowerk und die Verwendung einer Oboe 8'.

Ebenfalls Arnold Graindorge kann als Vertreter der Lütticher Schule gelten, erlaubte sich aber viele Abweichungen. Er baute moderne Pedale "à l'allemande" mit teilweise sehr großen Abmessungen. Auch die Tessitura der Manuale ist bei Arnold Graindorge viel umfangreicher als bei le Picard und Robustelly. Die größten Abweichungen liegen jedoch in der Disposition, wo einige Füllstimmen typischen weichen müssen Klassiker abspielen. Arnold kann als Exponent der Klassizismus vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Sein Sohn Arnold-Joseph Graindorge ist ebenfalls ein Vertreter der Klassizismus, aber seine Arbeit ist nicht frei von romantischen Einflüssen. Da er sehr unterschiedliche Stilprinzipien (sowohl in Bezug auf Orgelgehäuse als auch auf Instrument) verwendete, kann er nicht mehr der Lütticher Schule zugerechnet werden.

Die französischen Einflüsse der Lütticher Schule zeigen sich besonders im Bau monumentaler Orgeln nach französischem Rokoko-Typus und im Gesamtbau mit „grand orgue“, „positif“, „echo“ und „recit“. In den Dispositionen gibt es schon einige Lütticher Besonderheiten, aber der eigene Lütticher Charakter macht sich erst in der Arbeitsstunden und in Ermangelung eines unabhängigen Pedals.

Die Vertreter der Lütticher Schule

  • Philippe Le Picard der Jüngere (1729)
  • Jean-Baptiste-Le Picard (1706-1779)
  • Jean-François Le Picard (1711-1784)
  • Heinrich Moseler (1777)
  • Wilhelm Robustelly ( 1793)
  • Joseph Colin (1742-1806)
  • Matthieu Graindorge (1794)
  • Arnold Graindorge (1775-1841)

Literatur

  • Ghislain POTVLIEGHE, 1730-1840. Süd. Der Orgelbau., In: Orgelkunst in den Niederlanden vom 16. bis 18. Jahrhundert, hg. von F. PEETERS und M. VENTE, Gaade-Amerongen, 1968/1984, S. 282-284
  • Guido SCHUMACHER, La facture d'orgues liégeoise au XVIIIe siècle: la dynasty des Picard et Robustelly, in B.S.L.M., jg. 9, 1980, Nr. 28
  • Michel LEMMENS, Die Graindorge-Familie. Eine Studie über ein Jahrhundert des Lütticher Orgelbaus (1771-1865). AWLSK, Palast der Akademien, Brüssel, 1985
  • Lukas BASTIAENS, Die restaurierte Le Picard-Orgel der Kirche Saint Lambert in Neeroeteren, In: Orgelkunst, jg. 39, Nr. 154, September 2016