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Nikolaj Medtner
Nikolai Medtner, Postkarte, (1910)

Nikolai Karlowitsch Medtner (Russisch: икола́й Ка́рлович е́тнер) (Moskau, 5. Januar1880London, 13. November1951) war ein RussischKomponist und Pianist.

Biografie

Als Nikolai Medtner zwölf Jahre alt war, ging er in die Moskauer Konservatorium. Er studierte dort von 1892 bis 1900 und erhielt von beiden Klavierunterricht Wassili Safonow wenn Sapelnikov. Als er 1900 seinen Abschluss machte, gewann er den Anton Rubinstein-Preis. Sergej Tanejew gab ihm dann von 1901 bis 1903 privaten Kompositionsunterricht. In der Zeit danach bis zum Oktoberrevolution 1917 widmete sich Medtner weitgehend dem Komponieren und gab zum Entsetzen seiner Familie seine Karriere als Konzertpianist auf. Später unterrichtete er am Moskauer Konservatorium. In dieser Zeit verliebte sich Nikolai in die als Geigerin hoch angesehene Anna Mikhailovna, die Ehefrau seines älteren Bruders Emil. Großzügig gab Anna ihre Freiheit zurück, seinen Bruder zu heiraten. Die Trauung fand 1918 statt. Von 1921 bis 1924 lebte Medtner in Berlin, und dann in der Nähe Paris. 1924 organisierte der Komponist organiseerde Sergej Rachmaninow, einem Freund von Medtner, eine Konzertreise für ihn nach Amerika und Kanada. Außerdem gab er Auftritte in England, das ihm so gut gefiel, dass er sich 1936 dort niederließ.

Vom Ausbruch des Zweiter Weltkrieg Medtner erlitt einige Rückschläge. Seine Gesundheit ließ zu wünschen übrig und er hatte kein Einkommen mehr aus Deutschland. Glücklicherweise erhielt er ab 1946 Unterstützung vom Maharaja of Mysore (ein Bundesstaat Indiens, seit 1973 bekannt als 1973 karnataka). Seine Hoheit Jayachamaraja Wodeyar Bahadur gründete 1948 die Medtner-Stiftung mit dem Ziel, alle seine Werke zu dokumentieren. Medtner erlitt jedoch im selben Jahr einen Herzinfarkt. Dennoch gelang es ihm, vor seinem Tod im Jahr 1951 seine Klavierkonzerte, Sonaten und mehrere andere Werke aufzunehmen. Er starb zu Hause und ist in London im Stadtteil Hendon begraben.

Werke und Stil

Allgemeines

Anfang 20 earlyste Jahrhundert war Medtner in Russland ein bedeutender Komponist. Er war genauso einflussreich wie zum Beispiel Skrjabin oder Rachmaninow. Für die russische intellektuelle Elite war er ein Kultfigur. Er war auch ein ausgezeichneter Pianist und ein Mann, der viel über das Musikleben im Allgemeinen nachdachte und die Art, wie er mit großer Tiefe über Musik sprach, erregte die Aufmerksamkeit anderer Komponisten wie such Prokofjew, Glasunow, Koussevitsky, Rachmaninow und Furtwängler enormen Respekt.

In dem halben Jahrhundert, in dem Medtner komponierte, änderte sich sein Stil jedoch kaum und Kritiker waren gespalten, die einen nannten ihn erzkonservativ, die anderen progressiv. Tatsache ist, dass er es wirklich hasste Touren, zur Werbung und zum öffentlichen Konzert- und Musikleben, insbesondere Paris. Er schreibt dort in seinem Buch Die Muse und die Mode (übersetzt von A.J.Swan) ausführlich über. Er förderte kaum seine eigene Arbeit.

Seine Musik ist ziemlich komplex, hat aber eine intime Atmosphäre. Es ist ein ständiger Kampf zwischen seiner deutschen Herkunft, seinem russischen Geist (in Russland geboren und aufgewachsen), der Offenheit für einen neuen musikalischen Ausdruck und einer hingebungsvollen Konservatismus. Er ist ein Kind der russischen Renaissance, des sogenannten Silbernen Zeitalters (19 Russische Revolution von 1917 wurde über Nacht ausgelöscht.

Beethoven, Schumann und Goethe waren die wichtigsten Inspirationsquellen für Medtner. Er betrachtete sich als Anhänger Beethovens. Medtner wird manchmal verglichen mit Brahms aber das ist nicht ganz richtig. Er ist definitiv nicht Brahms Epigone. Es gibt Berührungspunkte wie den philosophischen Aspekt in der Musik, der in beiden vorhanden ist, wie die Verwendung von antimetrischen Figuren, aber hier hört es auf. Medtner hat niemanden nachgeahmt. Er hat bewusst Musik für einen kleinen Kreis von Intellektuellen geschaffen

Seine Arbeit besteht aus 14 Klaviersonaten, drei Sonaten für Klavier und Violine, drei Klavierkonzerte, ein Klavierquintett, zwei Werke für zwei Klaviere, viele kurze Stücke, davon 38 unter dem Namen gebündelte Stücke Skazki (russisch für 'Märchen'), einhundertacht Lieder nach Texten u.a. von Goethe, Nietzsche,Puschkin, Eichendorff und Von Chamisso und zwei vokalisiert.

Ausgewählte Werke

Klavierkonzerte

  • Klavierkonzert Nr. 1 c-Moll op. 33 (1914-18)
  • Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 50 (1926/27)
  • Klavierkonzert Nr. 3 e-Moll op. 60"Ballade" (1941-43)

Kammermusik

  • Violinsonate Nr. 1 h-Moll op. 21 (1909/10)
  • Violinsonate Nr. 2 G-Dur op. 44 (1923-26)
  • Violinsonate Nr. 3 e-moll op. 57"Sonate epica" (1935-38)
  • Klavierquintett C-Dur (1904-08, 1944-48)
  • Über 100 Lieder für Stimme und Klavier

Klaviersonaten

  • Sonate f-moll op. 5 (1902/03)
  • Sonate As-Dur op. 11/1 (1904-08)
  • Sonate d-Moll op. 11/2 "Elegie" (1904-08)
  • Sonate C-Dur op. 11/3 (1904-08)
  • Sonate g-Moll op. 22 (1909/10)
  • Märchensonate c-moll op. 25/1 (1910)
  • Sonate e-moll op. 25/2 (1910/11)
  • Sonaten-Ballade Fis-Dur op. 27 (1912-14)
  • Sonate a-Moll op. 30 (1914)
  • Sonate reminiscenza a-moll op. 38/1 (1918-20)
  • Sonate tragica c-moll op. 39/5 (1918-20)
  • Sonate Romantica b-Moll op. 53/1 (1929/30)
  • Sonate minacciosa f-moll op. 53/2 (1929-31)
  • Sonata idillica G-Dur op. 56 (1935-37)
Klavier solo andere Stücke
  • op.7: Arabesken (3)
  • op.8: Zwei Marken
  • op.9: Drei Märchen
  • op.10: Dithyramben (3)
  • op.14: Märchen (2)
  • op.17: Nouvelles (3)
  • op.20: Märchen (Zwei skazki)
  • op.26: Märchen (4)
  • op.31: Drei Stücke
  • op.31 Nr.1: Improvisation Nr.1 ​​in b-Moll
  • op.34: Märchen (4)
  • op.35: Vier Geschichten
  • op.38: Vergessene Weisen
  • op.39: Vergessene Weisen
  • op.40: Vergessene Weisen
  • op.42: Drei Geschichten
  • op.48: Zwei Geschichten
  • op.49: Drei Hymnen An Die Arbeit
  • op.51: Märchen
  • op.54: Esquisses romantiques pour la jeunesse
  • op.55: Thema und Variationen in cis-Moll
  • op.55 Nr.1: Thema mit Variazioni
  • op.59: Elegien (2)

Quellen

  • Dmitri Alexeev, Lehrbuch Nikolai Medtner, Hyperion 1994
  • J. Robijns und M. Zijlstra, General Music Encyclopedia, De Haan 1983, ISBN 90 228 4937 6

Externe Links