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Ophicleïde
ophicleide
Ventilschlange
ophicleide
Die Familie der Ophikleiden
Einstufung
Verwandte Instrumente
Tuba, Euphonium, Sousaphon, Tenorsaxhorn, Schlange
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Das ophicleide ist ein 19. Jahrhundert Blechblasinstrument französischer Herkunft. Das Instrument verwendet Ventile anstelle von Ventilen (üblich bei modernen Blechblasinstrumenten). Das Instrument spielt im Tenor- und Bassregister.

Name

Der Name setzt sich aus den griechischen Wörtern zusammen ophis (Schlange, Schlange) und Lehm (Schlüssel, Ventil) und bedeutet somit wörtlich "Ventilschlange". Dies ist ein Hinweis auf den direkten Vorgänger dieses Instruments, den Schlange, das durch das Ophikleid verdrängt wurde.

Bauen

Die Form der Ophikleide ähnelt der von a Fagott: eine etwa 3 Meter lange Röhre (für die Basophicleide in B♭), die "in zwei Hälften gefaltet" ist und einen "Hals" enthält, in dem die Düse geht. Die Röhre ist fertig konisch. Bei älteren Instrumenten hat der Hals eine runde Form; bei späteren Instrumenten wurde diese Form abgeflacht, damit eine Stimmmechanik eingebaut werden konnte. Das Instrument ist komplett aus Messing gefertigt. Das Mundstück hat ungefähr die Größe von a Posaune, weicht aber davon ab, weil der Kessel nicht becherförmig sondern konisch ist. Da das Mundstück genauso funktioniert wie das einer Posaune oder Tuba, ist das Instrument Blechbläser gezählt.

Die Ophikleide-Familie ist das einzige Blechblasinstrument, das Ventile verwendet. Frühe Ophikleiden haben 9 Klappen; bei späteren Instrumenten wird diese auf maximal 13 erweitert.

Geschichte

Die Ophikleide wurde 1817 aus der Ventiltrompete von Halary (Künstlername von Jean Hilaire Asté); seine Patentanmeldung stammt aus dem Jahr 1821. Halary entwickelte diese Ventiltrompete zu einer Familie mit neben Sopraninstrumenten auch Altinstrumente (die Quintklave oder Altophicleide in E♭ oder F) und Bassinstrumente (die Ophikleide in B♭ oder C) . Später kam noch eine Kontrabasophicleide ("ophicleide monstre" in Es oder F) hinzu, aber dieses Instrument blieb sehr selten.

Halary war durch eine bemerkenswerte Kombination von Umständen mit der Ventiltrompete in Kontakt gekommen: nach dem Schlacht von Waterloo Truppen aus mehreren Ländern blieben monatelang in Frankreich. Auch die englischen Truppen hatten ihre Musikkapellen mitgebracht, in denen Ventiltrompeten eine wichtige Rolle spielten. Irgendwann habe ich gehört Großherzog Konstantin von Russland ein solches Corps zu spielen und war so beeindruckt von den Möglichkeiten der Ventiltrompete, dass er selbst eine haben wollte. Da es zu lange dauern würde, ein Instrument aus England zu bekommen, wurde ein französischer Instrumentenbauer gesucht, der die Kopie herstellen konnte. Dieser Instrumentenbauer war Halary.[1]

Benutzen

Die Basophicleide hat sich schnell einen Platz im (französischen) Sinfonieorchester erobert: Bereits 1819 spontan ihn in seiner Oper "Olympie". Die Ophikleide wurde äußerst populär; viele führende französische Komponisten der Früh- und Hochromantik (z. Berlioz, Bizet, lalo, Meyerbeer, Offenbach) schrieben ihm in ihren Orchesterwerken, aber auch Komponisten aus anderen Ländern, die ihre Werke in Frankreich aufführen wollten, wie z Rossini und Wagner.

Lange Zeit blieb die Ophikleide das Bassinstrument der Blechbläser in Frankreich, schon damals in Deutschland die Tuba war bereits entwickelt worden. Am Ende verlor die Ophikleide gegen die Tuba, die dank Ventilen viel leichter zu spielen war und auch viel lauter spielen konnte, was sicherlich eine Vorgabe für die (Militär-)Bläser war, die viel im Freien spielten. Das Instrument war bis ca. 1880 vorgeschrieben und wurde bis ca. 1910 gespielt. Heute wird es noch von wenigen Spezialisten gespielt, vor allem in Orchestern, die sich auf "authentische Aufführungspraxis" spezialisiert haben. Bemerkenswerte Namen sind Nick Byrne, Erhard Schwartz und Marc Girardot.

Außerhalb Frankreichs war die Ophikleide in England besonders beliebt (Sullivan) und Italien (Verdi); war in Deutschland Mendelssohn derjenige, der die Ophikleide eingeführt hat Ein Sommernachtstraum und Elias. Allerdings wurde er hier durch die Erfindung der Tuba in Deutschland kaum nachgeahmt. Auch in England eroberte das Instrument einen Platz in den typischen Brass Bands; in einem Fall bis heute.

Ophikleide und Saxophon

Die Ophikleide war der Vorfahre der Saxophon; Hector Berlioz beschreibt in einem Artikel, wie Adolphe Sax experimentierte, indem er ein Klarinettenmundstück auf eine Ophikleide aufsetzte, und so kam ihm die Idee zu seinem neuen Instrument.[2]

Externe Links