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Otto Staudinger
Otto Staudinger
Otto Staudinger
Vollständiger NameOtto Staudinger
Geboren2. Mai1830
Verstorben13. Oktober1900
GeburtslandFlagge von Deutschland Deutschland
StandardabkürzungStaudinger
Portal  Portalsymbol  Biologie

Otto Staudinger (Groß Wüstenfelde, 2. Mai 1830 - Luzerne, 13. Oktober 1900) war Deutscher Entomologe und Insektenhändler.

Otto Staudingers wurde 1830 als Sohn von Johann Diederich Andreas Staudinger und Adolfine Staudinger (geb. Schröder) geboren, wuchs in Groß Wüstenfelde auf und wurde von einem Käfersammellehrer zu Hause unterrichtet Entomologie und begann selbst Insekten und vor allem Schmetterlinge zu sammeln. Als er im Oktober 1849 seine Medizin Studium begonnen in Berlin er hatte bereits eine beachtliche Sammlung. die inspirierende Zoologie Vorlesungen und Kurse an der Universität brachten ihn dazu, irgendwann zu studieren Naturwissenschaften Folgen. Zusammen mit einigen anderen deutschen Entomologen unternahm er damals viele Exkursionen zum Insektensammeln und hatte auch gute Kontakte zu einigen anderen Sammlern.

Im Herbst 1851 erkrankte Staudinger und verließ Deutschland, um sich zu erholen. So brachte er Mitte Mai bis Mitte August 1852 Genf und in der Nähe des Mont Blanc durch. Dann wanderte er über die Simplon-Pass bis um Genua, dann weiter Marseille und Montpellier, wo er bis Ende November blieb und Kontakte zu französischen Entomologen und Sammlern knüpfte. Nach einer kurzen Heimkehr reiste er im Januar 1853 erneut nach Paris um sein Französisch zu perfektionieren und Italienisch und Englisch zu lernen. Erst 1853 setzte er sein Studium in Berlin wieder fort.

Staudinger unternahm viele Sammelexpeditionen mit anderen Entomologen, wie 1860 bis Norwegen und Finnmark (mit MF Wocke), 1862 bis Kastilien, La Granja und San Ildefonso und 1866 reiste er nach Südfrankreich und die Ardèche und dann zum Kilikischer Stier (mit E. Funke). Reisen nach . folgten 1875 Truthahn und amasya (mit E. Funke und F. Zach). Mit seiner Frau und Mutter besuchte er 1880 Süd Spanien und Granada und mit seinem Sohn und A. Bang-Haas sammelte er 1884 Insekten in Kastilien und San Ildefonso und reiste auf Umwegen nach Lissabon. Neben kürzeren Fahrten in die Alpen folgte 1887 seine letzte große Reise nach Algerien, Biskra. Er bezahlte diese Expeditionen durch den Verkauf von Insektensammlungen und mit Hilfe seines Vaters nahm dieser Handel schließlich ernsthafte Gestalt an. Otto Staudinger starb am 13. Oktober 1900 während eines Urlaubs in Luzern.

Arbeiten

Einer seiner wertvollsten Beiträge ist die Veröffentlichung von drei Katalogen der Schmetterlingsfauna Europas und schließlich der ganzen Welt Paläarktisches Gebiet, beschrieb er die Makrolepidopteren und Maximilian Ferdinand Wocke nahm die Mikrolepidopteren in seinem Namen.

Einige Werke sind:

  • 1861: Mit Wocke, M. F.: Katalog der Lepidopters Europas und der angrensden Länder. – Dresden.
  • 1871: Mit Wocke, M. F.: Katalog der Schmetterlinge des Europaeischen Faunengebiets. –Dresden (Burdach).
  • 1871: Beitrag zur Lepidopteren-Fauna Griechenlands. – Horae societatis entomologiae rossicae.
  • 1878–1881 : Schmetterlingsfauna Kleinasien`s. – Horae societas entomologiae rossicae
  • 1884–1888: Mit Schatz, E.: Exotische Schmetterlinge. 2 Teile.
  • 1886–1887: Zentralasiatische Schmetterlinge. – Stettiner entomologische Zeitung.
  • 1892: Die Makrolepidopter des Amurgebietes. – Memoirs sur les Lépidopteres.
  • 1892: Lepidoptera des Kentei-Gebirges. – Deutsche Entomologische Zeitschrift
  • 1894: Hochandinischer Schmetterling. – Deutsche Entomologische Zeitschrift
  • 1898: Schmetterlinge des Apfelgebirges. – Deutsche Entomologische Zeitschrift
  • 1901: Mit Rebell, H. : Katalog der Schmetterlinge des paläarktischen Faunengebietes. – Berlin

Taxa

Die Wirkung, die Staudinger als Initiator der entomologischen und allgemeinen biologischen Forschung auf vielen Kontinenten hatte, ist nicht zu unterschätzen. Er kaufte nicht nur Sammlungen aus der östlichen Paläarktis und vielen tropischen Regionen, sondern schickte auch gezielt Sammler in entomologisch wenig bekannte oder völlig unerforschte Gebiete.

Die taxonomische Bearbeitung dieser Sammlungen war Staudingers eigentliches Lebenswerk. Er beschrieb Hunderte, wenn nicht Tausende von neuen Taxa, insbesondere die Familien der sogenannten Macrolepidoptera. Viele Taxa sind auch nach Staudinger benannt.

Es wurde zu einem der weltweit führenden Experten für die Lepidoptera und der Umfang seiner Sammlung wird auf 2 bis 3 Millionen Exemplare geschätzt. Staudingers Privatsammlung mit den von ihm beschriebenen Typentypen und seine Sammlung paläarktischer Mikrolepidoptera- und Makrolepidoptera-Raupen werden im Zoologischen Museum der Humboldt-Universität zu Berlin.