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Paolo Cortesi
Libri sententiarum

Paolo Cortesic (14651510) war ein Humanist von Rom wer -neben seinem Lebenswerk Der Kardinal- einige weitere Traktate, darunter seine bekannte Diskussion mit Angelo Poliziano vernachlässigt. Er war nicht nur Schriftsteller, sondern machte auch eine Karriere bei der Kurie.

Biografie

Über das Privatleben von Paolo Cortesi ist nicht viel bekannt. Beruflich war er Teil des künstlerisch-intellektuellen Milieus unter Papst Julius II. An den Papst Kurie 1481 machte er Karriere als Drehbuchautor und stieg später zum Apostolisch Sekretärin im Jahr 1498.

1490 wurde seine erste humanistische Abhandlung veröffentlicht: Der Hominibus Doctis Dialogus. Für dieses Traktat verbrachte er lange Zeit in Florenz und studierte die ausgelassene Lebensweise der Medici am Hof ​​der Medici. Lorenzo 'Il Magnifico' (1449-1492). Während seines Aufenthalts dort kam er in Kontakt mit der Florentiner Hofkultur, spielte Tennis gegen die Medici-Familie (für viel Geld), was ihm ein gewisses Prestige beweist.

Auch in Rom kam er mit einer höfischen Kultur in Berührung, nämlich der des Papstes. Aufgrund seiner administrativen Funktion bei der Kurie er kam mit Vertretern aller Gesellschaftsschichten in Kontakt. Er hatte eine gute Vision als Grundlage für sein Lebenswerk Der Kardinal.

Neben diesem bekannten Werk hatte Cortesi noch einige weitere Abhandlungen verfasst.Eine zweite bekannte Schrift von Cortesi ist Liber Sententiarum (1504). Dieses theologische Lehrbuch befasst sich mit der christlichen Lehre und ist als Kommentar zum Text des Peter Lombard (Libri quattuor sententiarum).

Der Cardinalatu (Über den Kardinal)

Cortesi schrieb dieses Werk mit der Absicht, einen Maßstab für das Leben des Kardinals zu setzen. Das Buch war daher für ein ausgewähltes Publikum gedacht, da es damals nur 34. in Rom gab[1] waren Kardinäle. Leider konnte er die Veröffentlichung seines Buches nicht selbst miterleben, da er kurz zuvor verstarb. Das 1510 dank der Unterstützung von Kardinal Ascanio Sforza veröffentlichte Werk wurde Julius II. gewidmet.

Das Werk besteht aus drei Bänden: Ethisch und kontemplativ, Oeconomicus und Politiker[2]. Der erste Teil (Ethisch und kontemplativ, Ethik und Kontemplation) befasst sich damit, wie der Kardinal als Individuum richtig handeln sollte. Im zweiten Teil (Oeconomicus, Haushaltspolitik) nimmt Cortesi genauer unter die Lupe, wie der Kardinal seinen Haushalt organisieren soll. Der dritte und letzte Band (Politiker) befasst sich mit kirchlichen und politischen Aufgaben in der Gesellschaft. Kurz gesagt, es wird ein ganzes Arsenal von Themen diskutiert, um ein möglichst vollständiges Bild davon zu vermitteln, wie der Kardinal leben sollte.

Diese Arbeit wird oft als Vorläufer von Il libro del Cortegiano geschrieben von Baldassare Castiglione. In beiden Arbeiten wird ein Bild/eine Norm eines neuen Menschentyps aufgestellt: der Kardinal (bei Cortesi)/der Höfling (bei Castiglione).

Die Domo

In den Ratschlägen befindet sich auch ein Artikel, der sich mit der Residenz des Kardinals befasst, nämlich: Die Domo (im zweiten Buch Oeconomicus). Cortesi betrachtet den Cardindal's Palace dabei als einen kleinen Königshof, der alle möglichen Anforderungen erfüllen muss, um einem Herrscher ein würdiges Zuhause zu sein.

Inhalt von Die Domo:[3]

  1. Qualis Esse Debeat Domus Cardinalis: Wie der Kardinal leben sollte.
  2. Ratio Aspectus Coeli: Ausrichtung zur Sonne.
  3. Ratio Ventorum: Ausrichtung zum Wind.
  4. Descriptio Domus: Grundriss des Hauses.
  5. Der Ornamento Domus: Zur Dekoration des Palastes.
  6. Ornamenta Interiora: Dekoration des Innenraums.

Es ist wichtig zu wissen, dass Cortesi diesen Text nicht als Architekt für andere Architekten geschrieben hat, sondern als Benutzer für andere Benutzer[4]Cortesi will, wie oben erwähnt, einen Maßstab für das Leben des Kardinals setzen, von dem auch das Haus einen kleinen Teil ausmacht, weshalb dieser Text in der Architekturtheorie oft als Beispiel dafür zitiert wird, wie ein Typus innerhalb einer Kultur definiert wird Kontext.

Polemik über Nachahmung

Eine gewisse Korrespondenz zwischen Cortesi und Poliziano die sich mit der Nachahmung oder Nicht-Nachahmung klassischer Autoren beschäftigten, wurde häufig, aber hauptsächlich innerhalb der Literaturkritik, untersucht. Dies liegt daran, dass es eine der frühesten Diskussionen über den Artikel ist Nachahmung, hier in der literarischen Perspektive. In den Texten findet sich immer ein Hinweis auf Marcus Tullius Cicero zitiert. Zum Beispiel, so Poliziano, ist der beste Weg, einen guten Stil zu erhalten, das Lesen und Analysieren einer Reihe guter Modelle (einschließlich beispielsweise Cicero); der Stil, den man annimmt, folgt natürlich aus dem, was man liest. Cortesi antwortet darauf, dass Cicero allein - er hatte den besten Stil - als Vorlage für das Schreiben ausreichen würde. Poliziano spielt also eher mit dem Talent des Schriftstellers selbst, während Cortesi Cicero für absolut hält.