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Parentificatie

Parentifizierung ist ein Begriff aus der Psychologie und bedeutet kurz gesagt, dass ein Kind die Rolle des Erwachsenen viel zu früh angenommen und emotional und sozial übernommen hat. Das Kind bekommt schon früh die Rolle des Ratgebers, Trösters oder Vermittlers, obwohl es dafür noch zu jung ist.[1] Parentifizierung ist destruktiv. Wenn dem Kind eine seinem Alter entsprechende Rolle zugeteilt und dafür anerkannt wird, ist die Situation nicht destruktiv.[2] Umso destruktiver wird es jedoch, wenn das Kind die Erwartungen eines Elternteils nicht erfüllen kann.

Beispiele

  1. Die Eltern lassen sich scheiden, und das Kind ist in das Scheidungsproblem verwickelt. Das Kind muss einen Elternteil beispielsweise über Finanzen beraten.[3]
  2. Eine Mutter mit depressiven Symptomen, die ihr Kind um Hilfe bittet oder es als Klagemauer nutzt. Ein kleines Kind hat nicht das Wissen, seiner Mutter bei ihrer Depression zu helfen.[1]

Siehe auch

Verweise

  1. einbHannie van Genderen, Gitta Jacob & Laura Seebauer, Muster aufbrechen, negative Gefühle und Gewohnheiten erkennen und ändern, Verlag Nieuwezijds: Amsterdam 2014 (7. Auflage), S. 62.
  2. Herberd Prinsen, Klaas-Jan Terpstra, Jugendliche Ab sofort, Bohn Stafleu van Loghum: Houten 2009, p. 45.
  3. Wim Van Mulligen, Piet Gieles, Ard Nieuwenbroeck, Zwischen Zuhause und Schule, Acco: Leuven 2007, p. 54