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Peter Lewyllie (Zillebeke, 13. Mai1888 - Berliner Tiergarten, 22. Juli1964) war ein flämisch-Deutsche Aktivist, graue Eminenz und Vermittler zwischen Belgier Mitarbeiter und die deutschen NSDAP.
Lebenszyklus
Petrus Cornelius Lewyllie war der Sohn von Ferdinand Maximilien Lewyllie (1858-1911) und Marie Catherine Debaere (1857-1915). Seine Eltern heirateten am 17. April 1885 in Westflämisch Viel Glück und ließen sich in Zillebeke bei Ypern. Das Paar hatte vier Kinder (eine Tochter und drei Söhne), von denen Petrus (später Pierre und später Peter) das zweite war.
Er besuchte die Berufsschule und wurde Schuhmacher. Als er 18 Jahre alt wurde, unterschrieb er 1906 einen Vertrag als Berufsfreiwilliger bei der belgischen Armee. Er wurde in das Third Line Regiment eingezogen. Nach wenigen Monaten wurde er zum Gefreiten und am 1. Mai 1908 zum Feldwebel befördert. Am 1. Februar 1909 verlängerte er seinen Vertrag.
Im Januar 1911 wechselte er an die Gendarmerie, wo er als Adjutant zunächst bei den Fußsoldaten, dann bei der Kavallerie eingesetzt wurde. Er wurde kaserniert, zuerst in Brüssel, dann in Kortrijk.
Zu Beginn des Erster Weltkrieg er schloss sich dem Berufskader der belgischen Armee im Rang eines Unterleutnants an. Er wurde Anfang 1915 vermisst und es wurde vermutet, dass er am 26. Oktober 1914 während der ersten gepanzert an der Brücke von Schoorbakke getötet worden war. Er wurde deshalb posthum mit dem Ritterschlag im Leopold-Orden und das Eiserne Kreuz.
Er wurde jedoch nicht getötet, sondern schwer verwundet und von den Deutschen gefangen genommen und ins Krankenhaus eingeliefert. Nachdem er sich erholt hatte, wurde er in das Gefangenenlager von gebracht Göttingen. Dieses Camp wurde regelmäßig besucht von Aktivist Militante, die kamen, um Soldaten zu ihren Ansichten zu bekehren. Lewyllie war einer von ihnen und wurde Aktivistin.
Nach dem Waffenstillstand er verließ das Gefangenenlager und seine Aufhebung wurde der belgischen Regierung mitgeteilt. 1919 wurde er der Fahnenflucht angeklagt und am 17. Februar 1920 von einem Brüsseler Kriegsgericht zum Soldaten degradiert. Zwei Jahre später verurteilte ihn dasselbe Kriegsgericht zum Tode. Das Urteil wurde in Abwesenheit verkündet, da Peter Lewyllie nicht nach Belgien zurückgekehrt war.
Nachdem er in Deutschland geblieben war, wurde er Anfang 1925 deutscher Staatsbürger. In Berlin wurde er Leiter eines berühmten Restaurants, Am Zoo, neben dem Tiergarten. In den 1930er Jahren wurde er ein überzeugter Anhänger der NSDAP. Er freundete sich mit deutschgesinnten Flamen an und erhielt regelmäßig Besuche von u.a. Reimond Tollenaere, Ward Hermans, Victor Leemans und Paul Freitags. Er wurde auch in der Berliner aktiv, mit der Nationalsozialismus sympathisch Bund der Flamenfreunde, geleitet von H. O. Wagner.
Diese Freundschaften führten dazu, dass er auf der Liste der Begünstigten der Bormser Ausschuss eingetragen und erhielt eine Entschädigung von 250'000 Fr. zuzüglich eines Jahresgehalts von 200'000 Franken.
In den letzten Monaten des Deutschen Reiches hielt er Kontakt zu seinen flämischen Freunden. Er würde (laut Historiker Arthur De Bruyne) haben dafür gesorgt, dass die Schande Hendrik Elias wurde nicht in ein Konzentrationslager deportiert. Er soll sich auch um die Installation des sogenannten Flämische nationale Führung im Bad Pyrmont. Er selbst verbrachte die letzten Kriegstage in den Berliner Ruinen.
Mit Urteil vom 19. September 1945 wurde er vom Brüsseler Kriegsgericht als Strafe für die Entschädigung, die er von der Bormser Kommission erhalten hatte, auf Lebenszeit seiner Rechte entzogen. Er wurde nicht nach Belgien ausgeliefert und floh nach Argentinien. 1951 ließ er sich wieder in Berlin nieder und ließ sich dort in der britischen Zone mit dem Beruf Gastronom.
Privat
Lewyllie heiratete Augusta-Ghislaine Gilbert am 2. September 1914. Von ihr gibt es derzeit keine Spur mehr. Tatsache ist, dass er am 28. August 1944 in Berlin die Deutsche Martha Anna Luise Pieritz (1899-1992) heiratete, sie mit ihm nach Argentinien aufbrach und dann mit ihm nach Berlin zurückkehrte.
Literatur
- A. DE BRUYNE, Die bösen Jahre, Teil 4, Brecht, 1973.
- W. DOLDERER, Die neue deutsch-flämische Annäherung nach dem Ersten Weltkrieg, in: Wissenschaftliche Nachrichten 1987 & 1988.
- Y. MASSCHELN, Emilianus-Henricus Lewyllie, 1871-1944 & Marguerite-Justine Vanneste, 1874-1951 und ihre Nachkommen, Menen, 1996.
- W. DOLDERER, Die Weimarer Republik und die Flämische Bewegung, in: Wissenschaftliche Nachrichten, 1997.
- R. VANLANDSCHOOT, Kaplan Verschaeve, Tielt, 1998.
- W. DOLDERER, Hans O. Wagner, in: Neue Enzyklopädie der Flämischen Bewegung, Tielt, Lannoo, 1998.
- Pieter-Jan VERSTRAETE, Peter Lewyllie, ein biografischer Beitrag, in: Vivat Academia, 1999.