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Rotown
Rotown am Nieuwe Binnenweg

Rotown ist ein Musiklokal auf der Nieuwe innere Straße westlich des Zentrums von Rotterdam.

Gründung und Eröffnung

Im Bereich der Popmusik geht es in Rotterdam 1987 nicht gut. Das Jugendzentrum Eksit (wo Sex Pistols und U2 spielten) wurde drei Jahre zuvor in die Arena an der West-Kruiskade verlegt und muss nun wegen Mangels seine Pforten schließen von Geld. De Lantaren an der Gouvernestraat (heute Theater Lantaren/Venster am Otto Reuchlinweg) bietet nur sporadisch Popmusik und Musikcafés gibt es in der Maasstad kaum. Der Journalist und Musiker Fons Burger beschließt, mit seinem eigenen Musikcafé/Bühne einzugreifen. Sein Blick fällt auf ein ehemaliges Chinarestaurant am Nieuwe Binnenweg. Der junge Architekt Peter Jens entwirft den Raum, der ein Café mit Bühne, eine Plattenfirma, einen Kiosk, einen Sandwichladen, ein Lokal, eine mexikanische Picanteria und eine Fotogalerie beherbergen soll. Der Name Rotown - eine Verfälschung von Motown (Detroit) - wurde in den sechziger Jahren von dem Rotterdamer Musiker Peter Snoei erfunden und vom Rotterdamer Dichter/Schriftsteller Jules Deelder in dem Gedicht 'Rotown Magic' verewigt.

Die Eröffnung findet am 30. April (Queen's Day) 1987 statt und Rotown ist ein sofortiger Erfolg. An fünf Abenden in der Woche gibt es Livemusik und alles wird mit dem vorhandenen Studioequipment aufgenommen. Die Rotterdamer Musikszene hat einen weiteren Club, in dem sie auftreten kann.

Nach einigem Tauziehen mit anderen Parteien gelang es Burger auch, das leerstehende Arena-Gebäude an der Kruiskade in die Hände zu bekommen. Hier entsteht 1988 Nachtstadt die fast als Erweiterung von Rotown angesehen werden kann. In einer Zeit, in der die niederländische Popkultur noch unter die geförderte Jugendarbeit fällt, ist es etwas Besonderes, dass Burger diesen Raum zu einem großen Teil kommerziell verwerten will. Jetzt gibt es in Rotterdam auch Platz für größere lokale und ausländische Club-Acts. Aber Nighttown ist vor allem ein Pionier im Bereich Dance und verbindet als erster niederländischer Club Rockkonzerte mit House-Partys. Als dieser jedoch seinen Höhepunkt erreicht, verfällt Nighttown langsam und muss 2006 endgültig seine Pforten schließen.

Der Jugendarbeiter Dick Pakkert betrieb seine eigene New Wave/Punk Bar Disco in Hengelo und arbeitete einige Jahre in der Nijmegen Theater- und Musikhochburg O42, als er Ende der Achtziger nach Rotterdam kam. Er beginnt in Nighttown als Manager zu arbeiten, wechselt aber bald nach Rotown. Nach seinen eigenen Worten funktionierte das Geschäft zwischen ihm und Burger nicht, was ihm die Möglichkeit gab, Rotown selbst zu verlassen oder zu kaufen. Burger unterstützt ihn bei letzterer Idee und 1991 wird Pakkert neuer Eigentümer von Rotown. So trennt sich Rotown von Nighttown.

Musikprogramm

Anlässlich des einjährigen Bestehens von Rotown erscheint 1988 die LP 'Live At Rotown' auf Rotown Records. Von den acht Gruppen mit Namen wie Bo The Rude, The Mates und Gino Cappuccino, die der Techniker Loek van Putten bei ihren Auftritten in Rotown aufgenommen hat, ist danach nicht mehr viel zu hören. Bis 2012 bleibt es bei einer LP von Rotown Records. Mitinitiatorin und erste Programmiererin von Rotown Helene Verwey ist noch unerfahren im Bereich Schauspielbücher und muss in ihrer Rolle als Programmiererin von fünf Konzerten pro Woche wachsen. Ihr Nachfolger Harry Hamelink (1990 - 1991) ist sofort viel entschlossener und versucht aus dem breiten Künstlerkreis möglichst viele vielversprechende Namen herauszufiltern. Dies verbindet er mit Nighttown, wo er bis zuletzt als Hauptprogrammierer und Schöpfer des noch laufenden Motel Moza festivalque Festivals arbeitet. Bei Rotown wird er von Tom Tromp (1992) abgelöst, der sich vor allem traditionellen Musikstilen wie Country und Blues verschrieben hat. Majel Blonden (1993 - 1994) bläst frischen Wind und konzentriert sich mehr auf Alternative/Indie-Musik, mit der sie ein junges Publikum ansprechen möchte. Marguerite Melchers (1994 - 1997) fügt weitere theatralische und kabarettartige Acts hinzu, wie einen finnischen Scream-Chor und El Vez, den glamourösen Mexikaner Elvis Presley.

Melchers stellt auch das Buch „Rotown Magic“ zusammen, das 1997 zum zehnjährigen Jubiläum von Rotown erscheinen wird. Die riesige Liste von Künstlern und Bands aus diesem ersten Jahrzehnt, die „Rotown Magic“ abschließt, umfasst beeindruckende Namen wie Adrian Borland ( The Sound), Alex Chilton (Big Star), Big Country, Giant Sand, Kevin Coyne, Yo La Tengo, Van Dik Hout und K's Choice. Der legendäre Singer/Songwriter Townes van Zandt gibt vor seinem Tod 1997 eines seiner letzten Konzerte in Rotown.

Mit Dave Andriesse (1997 - 1999) und Gideon Karting (1999 - 2002) wächst Rotown von einem Musikcafé zu einem ernstzunehmenden Musiklokal mit nationaler Bekanntheit, dem internationale Booking-Agenturen Rechnung tragen. Für junge und vielversprechende niederländische und ausländische Bands wird es interessant, auf der Bühne von Rotown zu spielen, was zu Konzerten von u.a Calexico, Katzen-Kraft, Ilse Delange, Kane, Peaches und Ian Brown (Stone Roses).

Karting und der Rotterdamer DJ/Turntablist Eni-Less haben „National Phonographic“ ins Leben gerufen, ein bahnbrechendes Festival, bei dem im Jahr 2000 der DJ/Scratcher/Turntablist zum ersten Mal als Musiker und Klangkünstler hervorgehoben wird. Karting wird auch der Gruppe Live auf dem Höhepunkt ihres Ruhms für eine Fanclub-Nacht angeboten, die weltweit im Live-Stream verfolgt wird.

Henry Oogjen (2002 - 2005) begann in Rotown als DJ für Indie-Musik und setzt diese Linie mit seinem Programm fort. Neben Gruppen wie The Raveonettes, Bright Eyes und Oceansize ist er stolz darauf, Frans Ferdinand begrüßen zu dürfen, nachdem diese schottische Gruppe gerade mit der Single 'Take me Out' den Durchbruch geschafft hat. Mit der Ankunft des aktuellen Programmierers Joey Ruchtie im Jahr 2005 setzt sich die Professionalisierung von Rotown nur fort und wird zu einer internationalen Bühne im Bereich Indie, Americana, Singer/Songwriter-Musik und verwandten Stilen. Zu Ruchties Leistungen in seinen frühen Jahren zählen The Kooks und The Veils.

Zwischen 2001 und 2007 kooperiert Rotown mit anderen niederländischen Clubs bei der Programmierung des Metropolis-Festivals im Zuiderpark. Das zirkusähnliche Zelt, in dem unter anderem The Strokes und The Thermals ihr niederländisches Debüt geben, wird mit dem Amsterdam Paradiso geteilt.

Im neuen Jahrzehnt zieht Rotown regelmäßig an andere Standorte um. So finden zum Beispiel Konzerte von Sexteto Cayegue und Susanna And The Magical Orchestra im praktisch neben Rotown Kirche des Paradieses. Seit 2010 besitzt Pakkert auch das Café De Unie am Mauritsweg. Der belgische Singer/Songwriter Guido Belcanto spielt hier und Rotterdamer Singer/Songwriter wie Vera und Tamara Woestenburg präsentieren ihre neuen CDs im Uniezaal.

Stadtcafé

Rotown kennt seit den ersten Jahren die sogenannte „Houseshow“. Mit einer festen Band (der Houseband) sind meist lokale Künstler eingeladen, ihre Lieblingslieder zu singen. Außerdem werden sie auf der Bühne von Burger und Verwey interviewt. Dieser wächst zu einer festen Größe heran, an der traditionell sonntagabends ein prominenter Gast ein volles Konzert mit Cover-Repertoire gibt, unterstützt von der treuen Houseband. Unter anderem Frédérique Spigt, Barry Hay (der ohne eine Version von 'Radar Love' nicht davonkommt) und Herman Brood (der seine 'Saturday Night' nicht vergisst) schaffen sie es.

In den 1990er Jahren entwickelten sich die Sonntagssessions zu beliebten Abenden, die von gelegentlichen Bands angeboten wurden, die hauptsächlich aus der Rotterdamer Musikszene mit Namen wie Cobraz, Bad To The Bone, Ramjets, Ramonas und Doppelgängers bestanden. Die ganze Musikgeschichte ist zu Ende: AC/DC, Blondie, Joy Division, Thin Lizzy, etc.. Willem Cramer (East Meets West, Cobraz) verteilt für seine Tom Waits Session ein so lebensechtes Konzertplakat, dass Rotown ans Telefon geht anruft oder der echte Tom Waits kommt und Chris Grem (Cobraz, Charlie Dée) legt einen so starken David Bowie auf, dass das Publikum zweimal hinschauen muss, um sicherzustellen, dass nicht der echte Star auf der Bühne steht. Henk Koorn (Hello Venray) aus Den Haag findet in Rotterdam eine ideale Begleitband, um sein geliebtes Neil Young-Repertoire zu spielen. Dazu kommen Themen wie der 'Class Evening' (mit Mitgliedern von Cobraz, Belmondo, Ramjets und Nits) voller Soul-, Disco- und Popklassiker mit hohem Shuffling-Anteil oder die 'Whore Session' (von Stinksister mit Gästen) in denen nur Lieder über Prostitution ein Angebot machen. Programmierer Andriesse macht mehr oder weniger Schluss mit diesen meist Rotterdamer Treffen, aber die Rotown-Sessions verschwinden nie ganz. 2010 spielt Mono das Repertoire von Led Zeppelin und Elle Bandita zeigt 2011, dass sie sich mit der Musik von PJ Harvey bestens auskennen.

Als Stadtcafé spielte Rotown in den 1990er Jahren eine wichtige Rolle als Spiel- und Experimentierort für Rotterdamer Musiker. So sind beispielsweise die Montagabende seit vielen Jahren dem 'Club Yellow Moon' vorbehalten, wo oft mit akustischer Musik und Weltmusik experimentiert wird. Hier entstand die multikulturelle Band East Meets West. 'Club Yellow Moon' entwickelt sich zu einem Singer/Songwriter-Abend mit Auftritten bekannter Namen wie Jeffrey Lee Pierce (Der Waffenclub), Jonathan Richman und Chuck Prophet.

1991 wurde in Rotown nach einer Idee von Burgers Finanz-Rechtsmann Hugo Boudesteyn die „Barkeepersgala“ ins Leben gerufen, bei der talentierte oder unbegabte Barmitarbeiter aus ganz Rotterdam in Begleitung der Houseband singen dürfen.

Das Rotterdamer Stiftung für Kunsterziehung (SKVR) und die Zuid-Hollandse Popunie nutzen das Rotownpodium gerne bei Festivals und Wettbewerben wie 'SKVR Group Presentation', 'Singer Songwriter Festival', 'Kleurrijk Talent' und 'De Grote Prijs Van Zuid-Holland'. In Zusammenarbeit mit 3voor12 Rotterdam werden regelmäßig lokale Bands präsentiert.

Immer beliebter wird das „Rotown Pop Quiz“, das seit 2003 regelmäßig von der Rotterdamer Marketing- und Booking-Agentur Rock 'n' Roll Highschool angeboten wird. Die Präsentation liegt ausnahmslos in den Händen von Ex-Jakhal Sjoerd van Oortmerssen, der einst als Glassammler und Barkeeper bei Rotown begann und danach bis 2007 im Rotown-Büro als Werbebeauftragter arbeitete. Das Pop-Quiz entwickelt sich zur größten Veranstaltung „Pop-Quiz-Marathon“, an der die meisten Gastronomiebetriebe am und um den Nieuwe Binnenweg teilnehmen. Die Preisverleihung findet nach wie vor in Rotown by Van Oortmerssen statt.

Der Raum

In ihrer Zeit als Programmiererin gelingt es Majel Blonden, die beliebte amerikanische Indie-Band Buffalo Tom für Rotown zu buchen. Als die Band jedoch ankommt, betrachten sie den Raum missbilligend und der Tourmanager teilt ihnen mit, dass die Gruppe nicht in Restaurants spielt. Das Konzert wird schließlich nach Nighttown verlegt. Das ist kein Zwischenfall, Rotown besteht anfangs nur aus dem Café-Teil und viele Bands haben zum Beispiel Probleme beim Soundcheck mit einem Essenspublikum im Saal. Die regulären Tonleute von Rotown versuchen den Künstlern so gut wie möglich entgegenzukommen und sich so einen Ruf als Schnellarbeiter aufzubauen.

Zunächst befindet sich eine Etage über Rotown mit dem mexikanischen Restaurant Picanteria. Mit der Ankunft von Pakkert wird es geschlossen und im Haus hinter dem Garten von Rotown wird eine Küche eingerichtet. Der Garten selbst wird provisorisch mit Plane abgedeckt und schließlich in einen Restaurantbereich umgewandelt. Das Problem mit den Soundchecks ist noch nicht gelöst, da das Café noch geöffnet ist und vor Konzertbeginn auch das bereits anwesende Publikum zum Verlassen oder zum Ticketkauf ermahnt werden muss. Als die Pizzeria neben Rotown verschwindet, zögert Pakkert nicht und kauft den freien Platz. Dies ist der Beginn einer groß angelegten Renovierung aus dem Jahr 2003.

Die Architekten Peter Hopman und Eline Strijkers von Bureau Lakenvelder sind für die spezielle Gestaltung eines neuen Café-Bereichs verantwortlich. Zwischen den alten und neuen Räumen werden verschließbare Passagen geschaffen, die mit unbehandelten Holzwänden und -möbeln und einem großen Glasfenster auf der Rückseite einen eigenen Charakter haben, der auf einen kleinen Hofgarten blickt. Der Toilettenbereich ist eine Etage höher zwischen den beiden Räumen platziert, sodass er von beiden Seiten erreicht werden kann. Außerdem bietet der neue Teil Platz für eine Dauerausstellung mit Live-Fotos aus Rotown. Nun kann der Konzertteil geschlossen bleiben, bis die Band den Soundcheck beendet hat. Auch das Restaurant im Hinterhaus wird saniert und 2007 geht Rotown nicht nur mit einem großen Fest ins 20. Jahr, sondern auch als Komplex mit drei Räumen mit eigenen Funktionen. 2011 schließlich wird im neuen Gebäude der Plattenladen Rotown Records in Zusammenarbeit mit dem Plattenladen Demon Fuzz eröffnet, der ein Sortiment an gebrauchten und neuen Schallplatten anbietet.

Kneipe und Club

„Bitte rauchen Sie Ihren Joint in Ihrem eigenen Joint“ steht in den Anfangsjahren von Rotown an prominenter Stelle auf einem Schild. Dass in einem hippen Musikcafé nicht geraucht werden darf, ist 1987 ungewöhnlich und Rotown gerät in die notwendige Kritik des Publikums. Die Rotterdamer Gruppe Doppelgängers hat ihr einen Song namens „Snowtown“ gewidmet, mit der Idee, dass es ein hartes Drogenzelt wird, wenn man dort keine weichen Drogen nehmen darf. Rotown will aber vor allem kein Drogenzelt sein, in dem jeder nur ein bisschen ein Affe ist. Von Anfang an öffnet es um 11 Uhr und ist tagsüber ein angenehmer, fast rustikaler Ort für Kaffee und eine große Auswahl an Sandwiches und anderen Mittagsgerichten. Die Musik bleibt auf Gesprächsstärke. Wenn im Frühling die Sonne scheint, wird die großzügige Terrasse geöffnet.

Ab dem frühen Abend wird Rotown vom Restaurant im Hinterhaus dominiert, aber wenn viel los ist, wird das Abendessen in ganz Rotown (bis auf die Terrasse) serviert. Danach rücken die Tische im Café weg und es ist Zeit für eine Band oder einen DJ – vor allem von Donnerstag bis Samstag. Zeit für Party!

Vermutlich dank des Rauchverbots hat sich Rotown zu einem beliebten Nachtleben mit einem energiegeladenen Stamm von Stammgästen und einem ständigen Zustrom junger Studenten, die zum Beispiel nach Rotterdam kommen, entwickelt. Als in den 1990er Jahren das gesamte Nachtleben im Bann von House und Techno stand, peitschten Rotown-DJs wie Bram Borsje, Hans Vermeer und Ronald Renirie von ihrem DJ-Spot über der aktuellen Garderobe (vor der Renovierung 2003 befanden sich hier die Toiletten) . ) das Publikum mit den unterschiedlichsten Platten: von Rock bis Soul und von Indie bis Disco; alles andere als einheitlicher House oder Techno. Eine Formel, die bei Tanzabenden regelmäßiger DJs wie DJ St. Paul, DJ Michiel und DJ Okkie immer noch nachhallt, obwohl mittlerweile schon einiges an Tanz zu hören ist.

Mirjam Koudijzer, die zwischen 1995 und 2010 als Miteigentümerin die Gastronomie betreute, beschreibt Rotown und sein Publikum in einem Interview für die 3voor12-Website wie folgt: „Was Rotown so viel ‚Durchhaltevermögen‘ verleiht, ist die Zugänglichkeit des Pops Bühne und Café. Eltern kommen mit ihren Kindern hierher und später kommen die Kinder mit ihren Eltern. Und die Tatsache, dass es keine Türpolitik gibt, 'wenn du dich benimmst, bist du willkommen', schafft eine gute, nicht arrogante Atmosphäre.'

Gegenwart und Zukunft

2012 feiert Rotown sein 25-jähriges Bestehen. In einem Vierteljahrhundert hat es sich von einer rauflustigen Initiative einer Gruppe unerfahrener Enthusiasten zu einem professionellen und straff organisierten Unternehmen entwickelt. Dies wird 2010 mit dem Preis „Bester Pop-Veranstaltungsort der Niederlande“ des Niederländischen Verbands für Poppodien und Festivals (VNPF) besiegelt. „Mit einer bescheidenen Kapazität von 250 Besuchern schafft es diese Bühne, sowohl in Rotterdam als auch national den Ton anzugeben. Die Organisation kann seit vielen Jahren ein interessiertes Programm präsentieren, das bundesweit nur wenige enge Verwandte hat. Kurz bevor die Acts durchbrechen, stehen sie auf der Bühne von Rotown.' laut Jurybericht.

In Interviews anlässlich des silbernen Jubiläums sagt Pakkert, er sei stolz auf diese berufliche Entwicklung, wolle aber auch die Funktion eines Stadtcafés wiederherstellen und mehr Platz für lokale Initiativen bieten: „Es kommt vor, dass hier Menschen arbeiten ... als Barkeeper oder Glassammler und veranstalten dann woanders einen DJ-Abend oder ein Konzert. Wenn jemand eine großartige Idee hat, muss sie machbar sein.“ Für diese eher stadtnahen Aktivitäten hat Rotown 2012 den Programmierer Stephan Maaskant rekrutiert. Koudijzer wird 2010 von Jessica Hogerhuis abgelöst.

Rotown sucht aber auch nach Locations, um größere Konzerte zu organisieren. Gespräche finden unter anderem mit Halle 4 und LP II statt. Pakkert und Rutchie sind jeweils als Veranstalter und Programmierer an der 2008 angesiedelten Pop-Location WATT im ehemaligen Nighttown-Komplex beteiligt, ziehen sich aber früh zurück, bevor der Club 2010 in Konkurs geht.

25 Jahre Rotown werden unter anderem mit einem Konzert der Haarlemer Gruppe Chef'Special (für das wir in den Hauptsaal von Nieuwe Oogst umziehen), einem Reunion-Konzert der Rotterdamer 80er-Jahre-Band Spasmodique und einem Konzert der Dänische Gruppe The Astroids Galaxy.Tour (die auch bei Pinkpop spielt). Rotown Records veröffentlicht ein Compilation-Album von Spasmodique, einer neuen Initiative, die gleichzeitig auf die LP 'Live At Rotown' von 1988 zurückgreift. Rotown mag professionalisiert sein, aber das künstlerische Motto, unter dem Pakkert seine vielseitige Musikbühne führt, tut es nicht weichen so stark von der ursprünglichen Initiative ab: 'Ich finde es besonders interessant, gemeinsam mit Menschen etwas zu erfinden und lustige Dinge zu organisieren.'

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