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Spiegelproef

Das Spiegeltest ist ein Test, um festzustellen, ob Tiere sich in ihrem eigenen Spiegelbild erkennen. Der Test wurde vom amerikanischen Psychologen Gordon Gallup entwickelt und erstmals 1970 bei seinen Recherchen eingesetzt Selbsterkenntnis bei Schimpansen.[1] Der Spiegeltest erfordert ein hohes Maß an Erkenntnis und nur sehr wenige Tierarten bestehen den Spiegeltest.

Methode

Beim Spiegeltest wird ein Tier mit einem Fleck oder Punkt markiert, ohne es zu merken. Der Spot ist so angeordnet, dass das Tier ihn nur durch das Spiegelbild sehen kann. Das Tier wird dann vor einen Spiegel gestellt und überprüft, ob es erkennt, dass sich der Fleck auf seinem eigenen Körper befindet. Dies ergibt sich aus dem Berühren der Stelle beispielsweise mit der Hand (bei Affen), Schnabel oder Bein (Vogel) oder dem Rüssel (bei Elefanten). Manchmal dreht das Tier (wie ein Delfin) seinen Kopf zum Spiegel, um die Stelle genauer zu betrachten. Vögel versuchen, den Schnabel- oder Beinfleck zu entfernen, nachdem sie in den Spiegel geschaut haben.

Folgende Tiere haben die Prüfung bestanden:

Kinder bestehen den Spiegeltest erst im Alter von eineinhalb bis zwei Jahren. Das hat ein Rouge-Test bewiesen: Sie reiben mit der Hand einen Rougefleck ab, von dem sie nicht wussten, dass er da ist, wenn sie vor dem Spiegel stehen. Kinder, die den Rouge-Test abschließen, scheinen die Wörter „ich“ und „ich“ häufiger zu verwenden als Kinder, die dies nicht tun.[5]

Elstern bestehen auch im Spiegeltest

Manchmal wird als Kontrollbedingung ein „Fake Spot“ angewendet, der sich genauso anfühlt und riecht wie der echte Farbfleck. Dies kann beispielsweise eine Markierung mit unsichtbarer Farbe sein. In Experimenten mit Elstern wurde ein roter Aufkleber als echter Fleck oben auf der Brust und ein schwarzer Aufkleber als Kontrollfleck angebracht, der auf ihrem schwarzen Gefieder nicht auffiel. Elstern zeigten das Erkennungsverhalten nur an der sichtbaren Stelle und versuchten, den Aufkleber durch Picken oder hektisches Kratzen am Bein zu entfernen.[6] Andere Tiere wie Hunde, Fische oder Vögel reagieren oft mit Angst oder Aggression auf ihr eigenes Spiegelbild oder schauen hinter den Spiegel. Es ist bekannt, dass Amseln und Finken manchmal ihr Spiegelbild angreifen.[7][8]

Kind und Spiegel

Interpretation

Tiere sind gut darin, Anblicke, Geräusche oder Gerüche anderer Arten zu erkennen. Aber inwieweit erkennen sie sich auch selbst wieder? Das Bestehen des Spiegeltests gilt als Zeichen der Selbsterkenntnis. Selbsterkennung bei Tieren ist unter anderem Frans de Waal verbunden mit besonderen kognitiven Fähigkeiten wie z Selbstbewusstsein, ausgeprägtere soziale Beziehungen, sich in das Verhalten anderer Tiere „versetzen“ können (Deutsch: Perspektiven einnehmen), oder Empathie.[9][10] Auch wenn diese Art von Eigenschaften keinen direkten evolutionären Nutzen haben, können sie sich dennoch in der Evolutionsevolution fortsetzen gemeinsames Auftreten mit anderen kognitiven Eigenschaften. Zum Beispiel ist bekannt, dass Elstern und jay verstecken Nahrung und plündern auch Nahrungsvorräte von Artgenossen. „Ein Dieb versteht einen anderen Dieb“ ist ein Sprichwort, das darauf hindeutet, dass diese Vögel möglicherweise in das Verhalten ihrer Artgenossen einfühlen.[11][12] Auch bei Kindern scheint das Alter, in dem sie den Spiegeltest zum ersten Mal bestehen, dem Zeitpunkt zu entsprechen, in dem sie in der Lage sind, sich in eine andere Lage zu versetzen oder Selbstbewusstsein zu entwickeln.[13][14]

Kritik und Fragen

Die Spiegeltests mit Tieren wurden unter anderem auch von Heyes kritisiert.[15] Die Kritik betrifft insbesondere die Art und Weise, wie die Spiegeltests unter anderem von Gallup durchgeführt wurden. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft eher die Verwendung des Begriffs Bewusstsein. Zeigen diese Tests tatsächlich Selbstbewusstsein bei Tieren? Kann es nicht auch ein intelligentes Erkennen des eigenen Verhaltens oder eigener Eigenschaften geben? Etwas anderer Ordnung als das Selbstbewusstsein des Menschen?

Gelernt oder spontan?

Manche Forscher glauben, dass das Verhalten von Tieren im Spiegeltest erlernt wird, zum Beispiel durch Konditionierung. So ist beispielsweise bekannt, dass Tauben den Spiegeltest zunächst nicht bestehen, aber erst nach einer Lernphase.[16] Tauben bestehen die Prüfung jedoch nicht spontan. Eine wichtige Voraussetzung für den Nachweis der Selbsterkenntnis ist, dass dieses Verhalten spontan auftritt, also ohne Übung, zusätzliche Reize oder äußere Hilfsmittel.

Kontrollbedingungen

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass bestimmte Tiere, wie zum Beispiel Schimpansen, eine natürliche Tendenz haben, sich oft das eigene Gesicht zu berühren. Um echtes Selbsterkennungsverhalten (Reaktion auf das Spiegelbild) von zufällig auftretendem natürlichem Verhalten zu unterscheiden, ist es notwendig, dass eine Kontrollbedingung eingebaut wurde, wie beispielsweise der unsichtbare Fleck. Mehrere Tiere derselben Art müssen dann nach Betrachtung des Spiegelbildes nur an der realen Stelle und nicht an der Kontrollstelle mit gezielten Bewegungen auf die jeweilige Stelle am eigenen Körper reagieren.

Andere Sinne

Eine interessante Forschungsfrage ist, inwieweit die Selbsterkennung von untersuchten Tieren anhand von Spiegelbildern der Erkennung des eigenen Geräusches, Geruchs etc. entspricht. In der natürlichen Umgebung ist die eigene Identität wahrscheinlich nur in Form von Geruch vorhanden oder Ton, aber nicht indirekt in Form eines Selbstbildes. Tiere erkennen wahrscheinlich den Geruch ihres eigenen Kots oder Urins.[17] Säugetiere und Vögel erkennen ihr eigenes Nest und das Geräusch ihrer eigenen Jungen im Nest. Aber inwieweit kann beispielsweise eine Amsel eine Tonbandaufnahme ihres eigenen Liedes von der anderer Amseln unterscheiden?

Empathie und Gehirn

Empathie, so dass die Fähigkeit, das Verhalten anderer wahrzunehmen oder vorherzusagen, mit bestimmten Bereichen des Gehirns wie dem Parietallappen und der motorischer Kortex wo sich Nervenzellen befinden, die aktiv werden, sobald ein Mensch oder ein Tier das Verhalten anderer beobachtet. Beispielsweise kann das Beobachten der Bewegungen anderer Zellen im motorischen Kortex aktivieren, ohne die Bewegung selbst auszuführen. Dieses sogenannte Spiegelneuronen kann auch der Fähigkeit zugrunde liegen, sich selbst zu erkennen oder sich in andere hineinzuversetzen.[18]

Perspektive und Theorie des Geistes

Aus dem Spiegeltest werden weitreichende kognitive Interpretationen gezogen, von der Selbstwahrnehmung bis zur Empathie mit anderen. Aus den Tests lässt sich jedoch nicht viel ableiten. Bleibt die Frage, ob Tiere über das hinausgehen, was sie direkt wahrnehmen. Kritische Studien weisen darauf hin, dass Perspektivenübernahme (auch 'Theorie des Geistes') bisher wurde eigentlich kein Argument gefunden. Penn und Povinelli[19] Beginnen Sie mit dem Spiegel und verwandten Tests und nehmen Sie Anpassungen vor, um kritisch zu testen, wo die Grenzen und Möglichkeiten von Tieren in diesem Bereich liegen. Erste Versuche an Schimpansen zeigten, dass sie bei weiteren Versuchen scheiterten.