WikiDer > Tamina (Tal)

Tamina (dal)
Tamina
Tamina (Tal) (Schweiz)
Tamina (Tal)
Ort
LandSchweiz
FlussTamina
OrtSt. Gallen, Graubünden
Koordinaten46° 57′ N, 9° 29′ O
Grundinformationen
Bergecalanda, pizol, Ringelspitz
Fotos
Taminadal
Portal  Portalsymbol  Erdkunde

Das Tamina-Tal ist ein Seitental der Rheintal im Schweiz und ist nach dem gleichnamigen Bergfluss, dem Tamina. Das Tal liegt im südlichsten Teil des Schweizer Kantons St. Gallen und ein bisschen rein Graubünden. Es gehört größtenteils der Gemeinde Pfäfers. Das Tal hat zwei Seitentäler. Das erste, hinter Valens, ist das Mülitobeltal; die zweite, viel größere, at Vattis ist das Calfeisental, das vor allem für die warmen Quellen (36°C) bekannt ist, denen eine heilende Wirkung zugeschrieben wird. Paracelsus ist einer der namhaften Ärzte, die hier Patienten behandelt haben.

Direkt dahinter öffnet sich das Tal Bad Ragazi mit steilen Wänden, die die Taminaschlucht umschließen. Beiderseits der Talöffnung schlängelt sich eine Strasse zu den 400 m höher gelegenen Dörfern Pfäfers auf der Ostseite und Valens auf der Westseite. Ein dritter Weg folgt dem Fluss am Grund der Klamm und endet beim ehemaligen Badehaus "Altes Bad Pfäfers", das heute Ausstellungsraum und Gastronomie ist. (Aufgrund von Lawinengefahr ist diese Straße nur während der Sommersaison geöffnet.)

Direkt hinter dem ehemaligen Badehaus, an der engsten Stelle der Klamm, befindet sich die heiße Quelle. Heute wird sein Wasser der Rehaklinik in Valens und der Therme in Bad Ragaz zugeführt.

Auf halber Strecke zwischen Pfäfers und Vättis verengt sich das Tal beim Mapragg-Stausee zu einer Schlucht, öffnet sich aber wenige Kilometer vor Vättis wieder. Von dort fließt der Bergfluss über den Talboden ohne eingegrabene Schlucht in den Mapragg Stausee. Der Gorbsbach vom südlichen Talarm und die Tamina vom westlichen Arm laufen im Vättis zusammen. Wenige Kilometer südlich von Vättis liegt die Grenze St. Gallen/Graubünden, das Sommerdorf Kunkels und der Kunkelspass.

Das meiste Wasser in der Tamina stammt aus dem Naturpark Calseisental und dem davorliegenden Gigerwald-Stausee.

Die tief verschlissenen Talteile sind durch teilweise sehr dicke Schieferschichten gekennzeichnet. Rund um Vättis, im sogenannten "Vättner-Fenster"der Talboden besteht aus Gneis.

Der visuelle Eindruck des Tals wird von steilen Berghängen bestimmt, die hauptsächlich mit Nadelwäldern und Almen für die Viehzucht bedeckt sind. Bis zu einer Höhe von ca. 1100 Metern vermischt sich der Nadelwald mit Laubwald.

Entwicklung

Zwischen valens und Tschenner wurde 1983 die Tschennerbrücke eröffnet, eine einfache, schlanke Betonbrücke mit 144 Metern Länge und 96 Metern Höhe, die die alte Mauerwerksbrücke und die mehrere hundert Meter lange schmale Straße, die dorthin führt, überflüssig machte.

Vom selben Jahr bis 2003 wurden für die Strasse von Pfäfers nach Vättis entlang des Stausees Mapragg einige Unterstände und Tunnel gebaut, damit die Strasse nicht so oft wegen Lawinen gesperrt werden muss.

2017 wurde eine Bogenbrücke über die Taminaschlucht von Pfäfers nach Balen-Gasaura (über die Taminaschlucht) eröffnet, um den Zugang nach Valens zu verbessern. Die Brücke ist insgesamt 475 lang und erstreckt sich 200 Meter über den Canyonboden. Sie ist die grösste Brücke der Schweiz.