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Vättis
vattis
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Vaettis Wappen.png
Vattis (Schweiz)
Vattis
Karte der Gemeinde, in der sich dieses Dorf befindet
Ort
KantonSt. Gallen
KreisSarganserland
GemeindePfäfers
Koordinaten46° 54′ N, 9° 26′ O
Allgemeines
Einwohnerca. 440
Höhe940 ich
Andere
Postleitzahl7315
offizielle SpracheDeutsche
UmgangsspracheSchweizerdeutsch
Sprache in der VergangenheitRätoromanisch
Portal  Portalsymbol  Schweiz
Das Zentrum von Vattis

vattis ist ein Dorf in der Gemeinde Pfäfers in dem schweizerisch Kanton St. Gallen, und ist Teil des Bezirks Sarganserland.

Erdkunde

Vättis liegt auf ca. 940 m NAP im in Tamina-Tal am Fuße des calanda (2697 m NAP).Westlich von Vättis liegt der Calfeisental mit dem Gigerwald-Stausee. Zusammen mit den Dörfern Pfäfers, St. Margrethenberg, Vadura, valens und Vasön Vättis gehört zur Gemeinde Pfäfers. Das Hochtal von Vättis ist vor West- und Ostwind geschützt und erhält daher nicht so viel Niederschlag wie andere Berggebiete (ca. 1100 mm/Jahr). Mit seiner Höhenlage über der Nebelgrenze hat es ein angenehmes Klima mit warmen Sommern, kalten Wintern und viel Sonnenschein.

Mit dem sogenannten "Vättner Fenster"gemeint ist das östlichste Erscheinungsbild der Aare-Massiv. Im Tal bei Vättis (beim Crüzbachtobel) treten mehrere Gesteinsschichten an die Oberfläche: Gneis, Kalk, Schiefer und Sandstein. Das Vättner Fenster ist Teil des Geopark Sarganserland. Südlich des Dorfes steigt der Talboden langsam zum Kunkelspas (1375 m NAP) im Nachbarkanton Graubünden.

Geschichte

Das Drachenloch (2427 m NAP), hoch über Vättis, ist die höchstgelegene prähistorische Höhle Europas, in der Spuren menschlichen Lebens gefunden wurden. Holzkohlereste aus der Zeit um 50.000 v. und Knochen von Höhlenbären wurden im Zeitraum 1917-1923 von Theophill Nigg, Lehrer in Vättis, ausgegraben. Diese und weitere Fundstücke können im Dorfmuseum besichtigt werden. Speerspitzen und Münzen stammen aus der Römerzeit. Damals wurde der Kunkelspass als Verbindungsstraße zwischen Italien und Nordeuropa genutzt, weil das Rheintal mit seinen vielen Mooren und dem mäandernden Rhein schwer zu passieren war.

Um 730 n. Chr. das Kloster Fabariensis (später Pfäfers) wurde unter der fränkische Könige die mehr solcher Klöster errichteten, um wichtige Kommunikationswege zu schützen. Erst im Mittelalter wird das Dorf Vethin (später Vättis) schriftlich erwähnt. Der Beweis für die Existenz einer Kirche in Vättis stammt aus dem Jahr 1274. Die heutige Kirche St. Anian wurde 1695 unter dem Abt Bonifaz I. von Pfäfers erbaut. Im Calfeisental wurde 1346 die kleine Kirche St. Martin erbaut und die Existenz eines Walserdorfes dort schriftlich festgehalten. Das walser waren deutschsprachig und kamen aus Wallis (Kanton). Die letzte dauerhafte Besiedlung von St. Martin und dem Calfeisental war im 16. Jahrhundert: Klimaveränderungen haben die Bewohner gezwungen, das Tal nur im Sommer als Weideland zu nutzen.

Im 18. und 19. Jahrhundert wurde am Fuße des Calanda eine Kupfer- und Silbermine getrieben.

1893 wurde das Kloster Pfäfers aufgelöst und die Ordensgemeinschaft in Vättis selbständig. Im 20. Jahrhundert nutzte Vättis den aufkommenden Tourismus und mehrere Wellnesshotels gebaut. Seitdem ist das Dorf in Bezug auf die Einwohnerzahl ungefähr gleich geblieben, im Gegensatz zu vielen anderen Bergdörfern, in die immer mehr Einwohner weggezogen sind.

Heute findet ein kleiner Teil der Einwohner Arbeit im Dorf in der Viehwirtschaft, der Gastronomie, im Kleingewerbe sowie in der Forst- und Holzverarbeitung. Die meisten arbeiten ausserhalb des Dorfes unter anderem in den Talsperren, den Kliniken Valens und Pfäfers sowie im Rheintal.

Sehenswürdigkeiten

  • Drachenloch-Museum; archäologische Funde, Geologie etc. mit gelegentlichen Sonderausstellungen
  • Gigerwaldtalsperre; 150 Meter hoch, davon 100 über dem Boden
  • Drucker Parnassia; handwerkliches Komponieren, Buchdrucken und Buchbinden
  • (Berg-)Wanderwege, Landschaft und Natur
  • Vättner Steinskulpturenweg; Skulpturenroute mit 12 Steinskulpturen internationaler Künstler[1]

Andere

Das Gebiet von Vättis umfasst auch das Sommerweidengebiet Vättnerberg auf 1600 m NAP; ein Plateau, das bis zur Spitze des Monta Luna. Das weite Wiesengebiet war bisher nur über sehr gefährliche Bergpfade erreichbar. Heute werden Vieh und Geräte mit einer kleinen, freihängenden Seilbahn (das Kabel ist 1064 m lang) fast steil auf 625 Meter transportiert. In der Sommersaison ist die Seilbahn auch am Wochenende (und nach Vereinbarung) zu festen Zeiten für Touristen in Betrieb. Der Vättnerberg ist ein beliebtes Wandergebiet wegen der fehlenden Gastronomie und der schönen Aussicht über das Taminatal, das Rheintal, Liechtenstein und bei klarem Wetter sogar auf den Bodensee.

Ein Bus (Postauto) fährt tagsüber stündlich von Bad Ragaz nach Vättis; im Sommer führt sie teilweise bis zur Staumauer Gigerwald.In der Umgebung von Vättis gibt es einige Bergrestaurants und Hütten.

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