WikiDer > Sprechblase
EIN Sprechblase ist ein häufig verwendeter Weg, um Comics und Karikaturen um zu zeigen, was die Charaktere sagen oder denken.
Definition und Bezugsrahmen
Die Sprechblase kann als eine der Methoden angesehen werden, die dem Autor zur Verfügung stehen, um Bild- und Textdimensionen im Comic zu verarbeiten.[1] Insbesondere kann der den Cartoon begleitende Text dem Leser grundsätzlich auf zwei Arten präsentiert werden, nämlich: unten oder im Bild. Die einstige Darstellungstechnik, bei der Wort und Bild vollständig voneinander getrennt sind, war lange Zeit das vorherrschende Textverarbeitungsmodell im Cartoon des 19. Jahrhunderts.[2] Letzteres, neueres Verarbeitungsverfahren – gekennzeichnet durch die Einbettung des Textes in den Bildrahmen – in Form der modernen Sprechblase gilt einhellig als typisches Merkmal zeitgenössischen visuellen Erzählens.[2] Die doppelte Aufteilung des Cartoons in Text- und Ballonstreifen hat daher seinen Ursprung in der obigen Text- und Bildverarbeitungsphilosophie.
Trotz der Tatsache, dass die Sprechblase (oder jede andere Art von Text innerhalb des Bildrahmens) die charakteristischste Textform in der Moderne ist Comicstrip, kann es grundsätzlich nicht als wesentliches und einzigartiges Element des Comics angesehen werden. Es gibt Tausende von Comics mit Texten außerhalb der Bilder (die Textstreifen) oder sie erzählen eine textlose Geschichte (das stille oder dummer Comic). Darüber hinaus sind solche sogenannten streifenspezifischen Verhältnisse zwischen Text und Statue in anderen grafischen Erzählgenres (wie der illustrierten Roman) gefunden.[3] Außerdem viele Gemälde, Bilder und Karikaturen nutzte auch Sprechblasen. Der Streifen mit seinen verschiedenen Bildern eignet sich jedoch besser für den Einsatz von Sprechblasen als eine Kunstproduktion aus einem einzigen Bild, denn er Dynamik und erleichtert den reibungslosen Übergang von einem Streifenrahmen zum anderen.
Der Begriff Sprechblase hat sowohl eine breite als auch eine strenge Bedeutung. Die Bedeutung im weiteren Sinne bezieht sich vielmehr auf die Platzierung des Textes und spricht insofern von einer Sprechblase ab dem Moment, in dem der Text im und nicht unter dem Bildrahmen positioniert wird. Neben der oben erwähnten Positionierungsanforderung des Textes hat die enge Definition eines Ballontextes auch die Ballonform oder rechteckige Form (meist mit abgerundeten Ecken) als notwendiges zusätzliches Formkriterium.
Die Definition einer Sprechblase im engeren Sinne lautet: "Die Sprechblase ist ein ellipsoid- oder rechteckig umrissener Raum, der für den Text bestimmt ist, der über einen am Ballon angebrachten Anhang oder Schwanz den betreffenden Personen gehört Charakter oder Objekt."[4]
Zweck und Funktion
Sprechblasen verfehlen ihr Ziel, wenn sie etwas sagen, was grafisch dargestellt werden kann.[5] Wort und Bild sollen sich schließlich ergänzen, sich nicht in die Quere kommen.[5] Die Sprechblase sollte daher in erster Linie ihre Daseinsberechtigung (Eigenwert) daraus beziehen, dass sie ein unverzichtbares Element für ein gutes Verständnis der Geschichte. In der vorstehenden Ansicht kann daher sein wesentlicher Wert überprüft werden, indem der Text aus den Ballons weggelassen wird.[6]
Darüber hinaus bezieht sich der Ballon auf die verbindende und verankernde Beziehung (Disposition) zwischen den visuellen und verbalen Dimensionen des Comics.[3] Der Hauptzweck der Sprechblase besteht insbesondere darin, die Symbiose zwischen Bild und Text deutlich zu intensivieren.[7]
Darüber hinaus hat die oben erwähnte Kommunikationsform, vergleichbar mit der Theatersprache, eine Doppelfunktion.[7] Einerseits hebt sie die Kommunikation zwischen den Zeichen, andererseits informiert es den Leser.[7]
Schließlich kann eine professionelle Positionierung der Sprechblase helfen, die mitunter komplexe Leserichtung (=die Reihenfolge, in der die Bilder oder Frames gelesen werden sollen) bei langstehenden oder L-förmigen Frames zu verdeutlichen.[8]
Ballon-Genres und -Stile

Die folgende Ballontypologie unterscheidet zwischen dem Ballonstil einerseits und dem Ballongenre andererseits. Der Ballonstil ist dann vor allem ein stilistisches Ordnungsprinzip, das auf Kategorien basiert, die sich direkt auf das ästhetische Erscheinungsbild und die grafischen Elemente (die Linien, die Form,...) der Sprechblase beziehen. Sie beschreibt, wie eine Sprechblase gezeichnet wird (wie?). Das Ballongenre hingegen ist eher als thematisches Unterscheidungskriterium gedacht, das sich vor allem am inhaltlich-funktionalen Aspekt (ein Gedanke, eine Erzählung, ein Dialog,...) der Sprechblase (was?) orientiert. Der Ballonstil ist beispielsweise das Oval oder die Ellipse, das Ballongenre ist der Charakterballon.
Thematische Einteilung
Die meisten thematischen Kategorisierungen erfolgen hauptsächlich aus der Perspektive der Spracheinstellung oder Sprachsituation.[9]
Eine Sprechblase ist ein üblicher Weg, um Comic-Bücher und Karikaturen um zu zeigen, was die Charaktere sagen oder denken. In diesem Sinne wird zwischen Rede- und Gedankenballons unterschieden.[7] Die erstere Form ist eine Sprechblase in Form eines einfachen Kreises, wie bei (1) rechts gezeigt, wobei ein Ende mit dem sprechenden Charakter verbunden ist.[7] Dieser Kreis überlappt normalerweise den Hintergrund des Bildes und wird mit dem gesprochenen Text gefüllt. Sagen mehrere Personen in einem Comic-Bild hintereinander etwas, werden die Sprechblasen oft chronologisch von links nach rechts angeordnet, damit die Geschichte klar bleibt. Neben der Sprechblase gibt es die Gedankenblase (abgebildet bei 3). Diese Gedankenblasen repräsentieren die Gedanken der Zeichentrickfigur. Normalerweise handelt es sich um a innerer Monolog oder ein beiseite.[7] Grafisch ist es das gleiche mit dem Unterschied, dass statt des Pfeils eine Reihe von Punkten (Wolken) zum (oder: vom) Denker läuft.
Eine weitere Unterteilung der Sprechblase (im weiteren Sinne) ergibt sich durch die Unterteilung in die narrative versus die dramatische Sprachhaltung.[9] Die Etikettierung der Sprechblase als Geschichtenerzähler und Charakterballon innerhalb der genannten Perspektive hat ihren Ursprung in der aristotelischen Unterscheidung zwischen den between Erzähler und Schauspieler- oder Charaktertext in dem Literatur.[10] Diese Differenzierung gibt der Comiczeichner durch die Form der Sprechblase Gestalt. Genauer gesagt weist der rechteckige Textrahmen am oberen oder unteren Rand des Streifenrahmens auf die narrative (narrative) Darstellung des Textes hin, während die ovale Form eher auf die spielerische (mimetische) Darstellung des gesprochenen Wortes verweist.[9] Der Text des Erzählers in seiner explizitesten Form wird als Erzählblock bezeichnet. Die Erzählung ist ein nützliches Werkzeug, um Drehpunkte in der Geschichte anzuzeigen.[11] In diesem Sinne fungiert es als Kanal für Zusatzinformationen meist technischer oder historischer Art, kann aber auch dazu dienen, eine zeitliche Lücke zu überbrücken, einen Szenenwechsel (Szenenwechsel) anzuzeigen oder umständliche Ereignisse prägnant zusammenzufassen.[12][13]
Ausgehend von der Natur der Schallquelle, der Botschaft (Schrei, Schrei, Fluch,...) und dem Schlüssel sprechen wir schließlich von Schrei, Eis, Blume, Klang, Fluch und mechanischem Ballon.
Formales Format
In Bezug auf die Morphologie gibt es Sprechblasen in allen Formen und Größen. Da der Ballonstil untrennbar mit dem Zeichenstil verbunden ist, gibt es im Prinzip so viele Varianten wie es Künstler gibt, von ganz ordentlich und schnörkellos bis locker und verspielt.[11][14] In einer klaren Linie gezeichnete Streifen werden dann meist für rechteckige und quadratische Sprechblasen entschieden.[14] Der Vorteil dieser Wolken ist, dass der Text einfacher zu positionieren ist, mehr Text in die Wolken passt und die Wolke weniger präsent ist in der Blattspiegel oder Bildaufbau. In Comics mit einem freien oder lockeren nervösen Zeichenstil sind eher halbe und skurrile Ballons anzutreffen.[14] Der klassische elliptische oder ovale Ballon ist zweifellos einer der beliebtesten in Comics.[15] Neben dem Rechteckigen oder Quadratischen, mit geraden oder abgerundeten Ecken werden im Comic-Medium auch das Runde, das Konturlose, das Halbe, das Compound und der skurrile Ballon unterschieden.[14][15]
Voice-over
Durch die Beeinflussung der Filmkultur haben Comics oft eine Voice-over in der Geschichte wird dies in den meisten Fällen in einer Leiste über oder unter den Bildern statt in den Wolken platziert. In selteneren Fällen wird die Geschichte an die Leser weitergegeben erzählte durch ein Bild nur des Kopfes des Erzählers. Jacques Tardic verwendet diese letztere visuelle Technik häufig in seinen Detektivcomics, wenn er die Fakten zusammenfassen muss. Den langweiligen Charakter des Voice-Overs hebt er teilweise auf.
Es gibt fertige Stickerbögen mit Sprechblasen, komplett mit Text, zum Beispiel in a Fotoalbum oder Sammelalbum einfügen.
Sprechblasenteile
Die Sprechblase besteht aus drei Hauptteilen, nämlich der Sprechblase, dem Textteil und dem Anhang.
Ballon
Der Umriss des Textes innerhalb des Zeichnungsrahmens wird als Sprechblase bezeichnet. Aus ästhetischer Sicht ist es nicht unwichtig, dass der Zeichner auf eine ausgewogene Füllung des Ballonraumes achtet. Die Ballongröße sollte daher vorzugsweise in Abhängigkeit vom benötigten Textraum variieren. Die Sprechblase sollte daher nicht zu voll erscheinen.[16] Das heißt, der Verfasser muss zwischen Umriss und Buchstaben ausreichend Platz lassen.[16] Die Sprechblasen einiger Autoren zeichnen sich durch eine ausgewogene Textfüllung aus, während die Sprechblasen anderer fast immer gleich groß sind.[11] Dies kann auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein. Der Zeichner hat vorerst keine Ahnung vom endgültigen Text oder nutzt große Sprechblasen als praktisches Werkzeug, um Zeit zu sparen.[11] Denn wo eine Sprechblase ist, muss kein Dekor gezeichnet werden.[11]
Sprechblasen können vom Künstler auf verschiedene Weise innerhalb des Comicrahmens positioniert werden.[14] Sie können: nebeneinander oder hintereinander stehen, sich überlappen, an oder sogar außerhalb der Rahmenkante platziert werden.[14] Einige Karikaturisten zeichnen ihre Sprechblasen mit Schlittschuh- und Kreisformen.[16]
Blinddarm
Der Anhang spielt eine wichtige Rolle. Insbesondere fungiert das Referenzzeichen als Vermittler zwischen Text und Bild und synchronisiert die Handlung und der Dialog.[17]
Das auf den Lautsprecher oder die Schallquelle bezogene Anhängsel oder Ende, wie der Ballon, zeichnet sich oft durch eine feste Form aus, insbesondere: die Schlaufen-, Dorn- oder Schwanzform.[17] Das gesprochene Wort als Gedankenleben der Zeichentrickfigur ist über den Anhang direkt mit der Aktion verbunden.[17] Seine Form ist dabei ein wichtiger Indikator. Will der Comic-Macher darauf hinweisen, dass es sich um einen Denkballon handelt, verwendet er ein Ende in Form von Blasen und wird mit dem spezifischen Begriff gekennzeichnet Wolke.[17] Das Hinweiszeichen nimmt dann wieder die Form eines Blitzes an, wenn der Text den Leser mechanisch erreicht - Radio, Telefon, Fernsehen, ....[17] Das im weißen Rand verschwundene Ende schließlich wird mit dem Fachbegriff „Voice Off“ bezeichnet.[7]
Textteil
Der Textbereich ist der Text, der innerhalb des umrissenen Raums einer Sprechblase enthalten ist. Schließlich ist der begrenzte Textraum, der einem Autor zur Verfügung steht, oft der größte Stolperstein für den Einsatz von Sprechblasen.
Das Platzieren des Textes in den Ballons wird als Lettering bezeichnet. Bei der Beschriftung kann sich der Zeichner für Großbuchstaben (Großbuchstaben) oder Kleinbuchstaben (Kleinbuchstaben) entscheiden.[18] Beide Schriftarten werden sowohl in geraden als auch in kursiven Comics verwendet.[18] Die Sprechblase und der Schriftzug können manuell oder maschinell gezeichnet werden.[19] Ein gängiger Schriftzug ist der einfache handgeschriebene Druckbuchstaben, bei dem nur Großbuchstaben verwendet werden. Wie bei der Wahl der Form des Ballons wird der Zeichner jedoch immer den Buchstabenstil verwenden, der am besten zu seinem Zeichenstil passt.[18] Daher die Vorliebe bestimmter Künstler für die Verwendung des handgeschriebenen Textes innerhalb der Sprechblase, weil er einerseits zum persönlichen Charakter des Comics beiträgt[20] und harmoniert andererseits besser mit der Zeichnung bzw. dem Zeichenstil.[19] Schließlich kann der mechanische Aspekt von computergestützten, getippten oder gedruckten Buchstaben mit dem fließenden Linienspiel der Zeichnung – zu der auch die Sprechblase gehört – kontrastieren und in diesem Sinne als störendes Element erlebt werden.[19]
Einige Autoren lassen die Charaktere den Text selbst ausfüllen. Ein Zeichen spricht dann mit anmutigen Buchstaben, das andere mit vielen Rechtschreibfehlern.
Ausdrucksfähigkeiten
Die Sprechblase, sowohl die Sprechblase als auch der Textteil, bietet dem Zeichner vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten.[17] Sprechblasen haben daher neben dem Sprachcode einen eigenen ikonografischen (auf Ähnlichkeit) und symbolischen (auf Konventionen basierenden) Wert.[7]
Ballonform
Insbesondere können über den Umriss des Ballons bestimmte Gefühle symbolisiert werden.[7] Sprechblasen mit scharfen Ecken, Sägezähnen oder Stacheln drücken emotionale Ausbrüche wie Wut (der Schreiballon) und Schreckattacken (der Schreckballon) aus.[7]
Auch die Zeilenlautstärke des Randes der Sprechblase kann in Abhängigkeit von der Nachricht oder der Situation angepasst werden.[7] Dicke Linien weisen auf eine erhobene Stimme der fraglichen Zeichentrickfigur (der Schreiballon) hin, während eine gepunktete Linie anzeigt, dass der Charakter flüsternd spricht (der Flüsterballon).[17] Ein Ballon mit Eiszapfen suggeriert eine kühle und distanzierte Haltung (der Eisballon) und eine zitternde Linie verrät Gefühle von Angst oder Kälte.[17] Eine freundliche Stimme wird dann wieder durch eine blumengesäumte Sprechblase (den Blumenballon) repräsentiert.[12]
Balloninhalt
Darüber hinaus kann der Autor durch die Bearbeitung der verschiedenen Textebenen in der Sprechblase Emotionen ausdrücken oder betonen oder unterdrücken, aber auch Grafik- und Soundeffekte generieren.[21] Insofern können die grafischen (Textbild), phonischen (Textton) und dynamischen (Textbewegung) Textoperationen im Comic als die elementarsten Formen der Texttransformation angesehen werden. Die morphosyntaktischen (Textstruktur) und semantischen (Textbedeutung) Textmanipulationen sind dagegen weniger beliebte Ausdrucksformen innerhalb der Sprechblase.
Eine beliebte grafische Texttransformation im Comic besteht aus der Abweichung (transmutatio) von Normlautstärke, Form und Größe der Buchstaben (Großbuchstaben suggerieren Schreie, Minutenbuchstaben bedeuten Flüstern) in der Sprechblase als Indikator für die Tonstärke und Natur, mit der etwas geschrieben wird, gesagt wird oder um die Dezibellautstärke des erzeugten Tons anzuzeigen.[7] Typische Beispiele für den kreativen Einsatz der textuellen Physiognomie sind: die gebrochene Buchstabenform, die ein Knistern suggeriert, die wellenförmige und abgerundete Textform, die sich auf die Tonart (den Musikballon) bezieht, die flammen- und tropfenförmige Buchstabensymbolik zur Darstellung von Feuer und eine wässrige Stimme.[22]
Eine andere gebräuchliche graphische Technik ist die Ersetzung (immutatio) des Textes durch ein bekanntes Bildsignal, zum Beispiel ein brennendes Licht als Bild für eine leuchtende Idee, das Sägen eines Balkens, um ein starkes Grollen im Schlaf anzuzeigen, das als a Symbol für den Schlag auf den Kopf, die Herzen und zwitschernden Vögel, die die Liebe verraten.[23] Darüber hinaus kann der Autor mit Hilfe der auf kulturellen Mustern basierenden Farbsemantik (Rot steht beispielsweise für Leidenschaft, Liebe und Aggression) über die Textfarbe bestimmte Gefühle evozieren. Zum Beispiel bezieht sich die rote Farbe auf Wut, die schwarze Farbe auf Aufregung.[23]
Außerdem wird – um den Tonmangel in den Comics etwas auszugleichen – der Text innerhalb der Sprechblase sehr kreativ und einfallsreich gehandhabt. Um den fehlenden Klang sichtbar und suggestiv hörbar zu machen, werden grafische Klangsymbole (Musiknoten, Schallwellen, Vibrationen und Richtungslinien) als phonischer Textersatz verwendet.[24] Darüber hinaus werden in der Sprechblase (der Klangblase) häufig visuelle Klangelemente im Sinne einer Lautmalerei (Onomatopoeia) verwendet. Sie werden oft für Böen, Kollisionen, Flugzeugstarts, Explosionen, Ausrutscher, Stürze, Schießereien und Kämpfe verwendet.[25] Oft handelt es sich dabei um englische oder amerikanische Lautmalereien, die auf das europäische Festland gelangten, die – laut der lokalen Übersetzung („pow“ wird zu „pang“) – nach und nach ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die Variationen hierzu sind endlos und reichen von: Schreien ("Aaaaah!", "iiiiiie!"), Explosionen ("Boom!"), Kämpfen ("Pats!", "Bonk!", "Smacking!"), Slamming Türen ("Wham!"), fahrende Autos ("Vroem!", "Vrooaaaaar!"), Schüsse ("Pang!") zu Ausrufen und starker Sprache. Solche Klangimitationen sind daher in der Zeichnung meist eigenständig.[23]
Die große Auswahl an Ton- und Bildsymbolen innerhalb der Sprechblase sind für den Autor wichtige Werkzeuge, um den ausdrucksstarken Inhalt des Streifens mitzugestalten.
Evolution
Untersuchungen zu sprechblasenähnlichen Elementen zeigen, dass diese in einfacher Form seit Jahrhunderten sporadisch verwendet werden.
Die älteste bekannte niederländische Geschichte, die mit Bildern und Sprechblasen erzählt wird, ist der Maan-en Klaagbrief von 1493.[26][27] Hier sehen Sie in vier Bildern, wie der Gelderländer Herzog Karel van Egmond Bernard van Meurs verspricht, ihn nach seiner Gefangenschaft freizukaufen. Karel hält daraufhin sein Versprechen nicht und Bernard van Meurs ermahnt ihn zunächst und denunziert ihn in diesem Plakat, das in den Städten Gelderlands verteilt wurde. Dieses erhaltene Exemplar aus dem Stadtarchiv von Zutphen kann im Stedelijk Museum besichtigt werden.
Im Laufe des 18. Jahrhunderts erfuhr das Design der Sprechblase eine Metamorphose. Aus der gotischen Sprechblase - gekennzeichnet durch einen einfach über den Köpfen der Sprecher platzierten Textblock oder gebildet aus einem Band, einer Fahne oder einer Pergamentrolle - entwickelte sich eine anspruchsvollere Textkontur: die moderne Sprechblase.
Die moderne Sprechblase ist nicht so alt wie der Comic.[11] Denn die Trennung von Text- und Bildelementen blieb lange Zeit das dominierende Comic-Modell.[28] Die erste Sprechblase in Comics wurde erstmals im 18. Jahrhundert beobachtet.[28] Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein waren Sprechblasen in Comics eher selten und erschienen meist in Kombination mit Bildunterschriften.[28] Die damalige kombinierte Verwendung wies auf die noch hierarchische Stellung des Subtextes in Bezug auf die Sprechblase hin. Insbesondere der Comic-Ballon hatte damals keine oder nur eine geringe erzählerische Bedeutung und der Subtext blieb für ein gutes Verständnis der Geschichte unverzichtbar. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts hat der Amerikaner Frederick Burr Opper in seinen Comics Glücklicher Hooligan (11. März 1900) und Aphonse und Gaston für die Zeitung New Yorker Journal in dem Sonntag Seite begann, die Sprechblase regelmäßig und selbstständig zu nutzen.[28] Opper folgten bald seine amerikanischen Kollegen (Swinnerton und Dirks).[28] Oppers Sprechblase war keine überflüssige Begleitung der visuellen Handlung mehr, sondern galt fortan als unverzichtbarer narrativer Bestandteil der visuellen Geschichte.[28] In Europa signiert Alain Saint-Ogano 1925 der erste Comic komplett mit Sprechblasen, damit der Comic nicht Textstreifen Mehr.[29][30]
Ursprünglich hatte die moderne Sprechblase noch eine unregelmäßige Form, weil der Zeichner beim Umreißen des Textes penibel auf die (Text-)Gliederung geachtet hat.[15] Später bekam der moderne Comic-Ballon einen regelmäßigeren Umriss in Form eines Rechtecks (normalerweise mit abgerundeten Ecken) oder einer Ellipse.[15]
Obwohl sich der Ballon derzeit durch seine flexibleren und freien Linien auszeichnet, schwören die meisten Künstler weiterhin auf das vor allem in der Comic-Welt weit verbreitete Standardmodell: den herkömmlichen ovalen Ballon.
Siehe auch
| Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise Quellen
Verweise
|