WikiDer > Timon von Athen
Timon von Athen war ein Bürger der antikes Athen in dem 5. Jahrhundert v., bekannt für seine sprichwörtliche Frauenfeindlichkeit.
Dieser philosophisch gebildete Mann wäre durch die moralische Degeneration seiner Zeitgenossen so verbittert und so von Frauenfeindlichkeit erfüllt worden (Menschenfeindlichkeit), dass er sich aus dem öffentlichen Leben zurückzog und in einen Turm außerhalb der Stadt zog. So sehr er der Gesellschaft auch abgeneigt war, er nahm dennoch ein gewisses Mitgefühl für Alkibiades. Auf die Frage nach dem Grund antwortete er, dieser Alkibiades sei ihm lieb, weil er in ihm den zukünftigen Zerstörer Athens sehe.
Eine andere Anekdote erzählt, wie Timon im beliebte Montage – gegen alle seine Sitten – hat sich einmal zu Wort gemeldet, nur um anzukündigen, dass er ein Haus bauen und einen Feigenbaum fällen lassen will, an dem sich schon viele Athener erhängt hatten. Wer diesem guten Beispiel folgen wollte, musste sich beeilen. Diese Anekdote mag eine Anspielung auf die sog Schmeichler.
Und als ein Tischgefährte während eines Banketts ein Gespräch anregen wollte, indem er die Qualität der angebotenen Speisen lobte, antwortete Timon, er hätte das Essen vielleicht genossen, wenn er allein am Tisch gesessen hätte.
Bis ins Grab blieb Timon seinem Ruf der Verachtung seiner Mitmenschen treu. Er starb an den Folgen einer Krankheit, für die er sich weigerte, einen Arzt aufzusuchen. Plutarch zitiert den Text seines Epitaphs: Dornen wachsen an allen Seiten meines Grabes: Wenn du in die Nähe kommst, wirst du dir den Fuß verletzen. Hier liegt Timon, der Frauenfeind. Pass auf und verfluche mich, aber geh weiter!
Die verschiedenen Anekdoten über Timons Leben finden sich bei allen möglichen antiken Autoren, darunter Plutarch, Lucian und Aristophanes. Cicero diskutiert in seinem Tusculanae-Disputationen der Haß gegen den Menschen als krankhafte Folge eines unkontrollierten Strebens in der Seele. Shakespeare verlässt sich auf sein Stück Das Leben des Timon von Athen (ab c. 1607) über Lucian und über Plutarch für die Anekdoten. Timon von Athena wurde in der westlichen Literatur so sehr zum Archetyp eines Misanthropen, dass mehrere literarische Werke, die sich mit Misanthropie befassen, seinen Namen tragen, ohne dass er darin als Charakter auftaucht.