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Das Wort fleißig kommt vom altsächsischen 'vlit', Kampfgeist, bedeutet aber effektive Zielorientierung, das ständige Bemühen, etwas zu pflegen oder zu praktizieren und hat oft eine moralistische Konnotation.
Fleiß ist sowie unter anderem treu, Gehorsam und Pünktlichkeit gilt in der philosophischen und theologischen Tradition als sogenannte sekundäre Tugend. Eine Tugend heißt dann sekundär, wenn ihr ethischer Inhalt von den vier Primären abhängt.Kardinaltugenden', die durch die griechischPhilosophPlato beschrieben wurden und die das westliche Moralbewusstsein (insbesondere die Moraltheologie) bestimmt haben. Sekundärtugenden können als Instrumente angesehen werden, die eine Primärtugend in konkrete Praxis umsetzen und so zur Bildung einer Gesellschaft beitragen. Deshalb wurde Fleiß vor allem ab dem 19. Jahrhundert zur bürgerlichen Tugend. Die negative Konnotation des Fleißes entstammt der Kritik an den bürgerlichen Idealen des 19. Jahrhunderts.
Bildung von Tugend fleißig im 19. Jahrhundert
Das zeitgenössische Verständnis von Fleiß liegt vor allem in der 19. Jahrhundert gebildet[1], auch bekannt als das Jahrhundert der Volksbildung. Pastoren gaben der Arbeit einen negativen Wert, nämlich als Buße für Sünden. Es darf keine Freude an der Arbeit selbst sein, es muss schwer und schmerzhaft sein, ihren reuigen Charakter zu bewahren.
In Lehrbüchern des 19. Volksbildung andererseits entsteht eine bürgerliche Arbeitsmoral, in der Arbeit positiv bewertet wird. Die Tugend des Fleißes oder der Arbeitsfreude ist nicht mehr religiös motiviert, sondern mit den Argumenten, dass Arbeit die Gesundheit fördert, Freude am Leben macht und uns vor Langeweile rettet, zum Fleiß gedrängt[2].
In der Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Hauptmotivation für Fleiß, dass Arbeit zu Reichtum und Faulheit zu Armut führt[3]. Nach der Mitte dieses Jahrhunderts gelten moralische Qualitäten als wichtiger als materielle Konsequenzen. In der bürgerlichen Moral ist es das Ehrgefühl, das den Fleiß antreibt. Arbeit ist eine Pflicht gegenüber der Gesellschaft. Jeder Mensch hat seine Rolle in der Gesellschaft. Arbeit ist nicht mehr die Aufgabe der Armen allein, sondern aller Bürger, auch der Reichen. In Märchen wird dem armen, fleißigen Kind oft das reiche, faule Kind gegenübergestellt.
Wurden im 19. Jahrhundert Schüler sogar nach „Fleiß“ beurteilt, wird dieses Wort heute oft mit widersprüchlichen Konnotationen verwendet. Obwohl Fleiß privat wie beruflich als Qualität geschätzt wird, wird er oft gegen andere, oft widersprüchliche Talente wie Intelligenz und Spontaneität ausgespielt. Bei Synonymen des Wortes Sorgfalt ist dies weniger der Fall.
Es gibt mehrere moralisierende Kindergeschichten, Volksmärchen und Märchen, die auf die Tugend des Fleißes anspielen, der fast immer belohnt wird. Einige davon wurden im 19. Jahrhundert von der Brüder Grimm:
Andere Beispiele sind Die Grille und die Ameise von Jean de la Fontaine und Der Wolf und die drei kleinen Schweinchen.
Auch im 19. Jahrhundert Philosophen seine Ideen über die sekundäre Tugend zu finden fleißig:
Nietzsche über Fleiß
Für den Philosophen Friedrich Nietzsche (1844-1900) steht fleißig der Erhebung des Individuums im Weg (Die glückliche Wissenschaft, Aphorismus 21). In Nietzsches Augen ist die Industrie auf das Gemeinwohl, die Notwendigkeit einer Gemeinschaft ausgerichtet. Auf diese Weise wird das Individuum in Funktion der Gemeinschaft gestellt (Aphorismus 116).
Fleiß erzeugt Ehre und Reichtum, beraubt aber den Menschen jeder Raffinesse, die es ermöglicht, diese Ehre zu genießen; es stumpft die Sinne ab und macht den Geist widerspenstig (Aphorismus 21).
Darüber hinaus erwähnt Nietzsche den Fleiß, die atemlose Hast in der Arbeit und das eigentliche Laster der neuen Welt. "Die Arbeit nimmt immer mehr das gute Gewissen auf die Seite: Der Hang zum Genuss nennt sich schon das ,Drang nach Entspannung' und fängt an, sich zu schämen."
Fleiß steht für Nietzsche im Gegensatz zur Langsamkeit der vita contemplativa. Dem modernen bürgerlichen Fleißideal gehorchen lange Überlegungen "beinahe Gewissensbisse". In der Antike war Fleiß von einem schlechten Gewissen begleitet (Aphorismus 329).
Synonyme
Fleiß, Fleiß, Anstrengung, Fleiß, Aktivität.
Sprichwörter
- Sparsamkeit mit Fleiß baut Häuser wie Schlösser
- Sie können den Schornstein aus eigener Sorgfalt rauchen sehen
- Wer seine Aufgabe gewissenhaft ausführt, dem fällt alles gleich leicht
- Arbeitet man mit Fleiß und Lust, dann schmeckt das Essen, dann schmeckt die Ruhe
- Verschiebe nicht auf morgen, was du heute tun kannst
- Für Lieger, Faule, jeder wird später seine Tür schließen
Zitate
- Die Welt geht unter
- Mein Sohn, das hast du wohl gemacht, mit Fleiss das Bild zu vollbracht
- Liebe Herren, erfindet 's mit Fleiss, sitzt des Kaisers will und geheiss
- Wer rief euch in das fremde Land, das blühnden Fleiss der Felder zu verwüsten?
- Tritt her und schau mit Fleisse
- Paul Gerhard
- Bei mir waren die Faulsten flissig
- Friedrich Nietzsche
- Besser ist eine Hand voll Ruhe als beide Fäuste voller Mühe und dem Wind hinterherjagen
- Prediger 4 Vers 6
Siehe auch
| Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise Quellen/Literatur
Nüsse |