WikiDer > Wiener Staatsoper
Wiener Staatsoper | ||||
| Wiener Staatsoper | ||||
| Ort | ||||
| Ort | Wien, Innenstadt | |||
| Koordinaten | 48° 12′ N, 16° 22′ O | |||
| Gebäudeinfo | ||||
| Architekt | August Sicard von Sicardsburg, Eduard van der Nüll, Otto Niedermoser, Erich Boltenstern, Otto Prossinger, Ceno Kosak | |||
| Detailkarte | ||||
Das Opernhaus bei Nacht | ||||
| ||||
Das Wiener Staatsoper (Deutsche: Wiener Staatsoper; Vor K. K. Hofoper) ist das wichtigste und größte Opernhaus von Österreich und gilt als einer der besten der Welt. Seit seiner Wiedereröffnung 1955, nach der weitgehenden Zerstörung des Gebäudes im Jahr 1955 Zweiter Weltkrieg und wieder aufgebaut, steht die Oper als Symbol der Freiheit Österreichs und ist damit ein bedeutendes Denkmal.
Geschichte
Die K. K. Hofoper wurde entworfen (in Neo-Renaissance-Stil) von den Architekten August Sicard von Sicardsburg und Edward van der Null. Baubeginn in 1861 als Teil des neuen Ringstraße im Wien. Schon vor seiner Eröffnung wurde das Gebäude heftig kritisiert, weil es seine monumentale Wirkung nicht entfaltet. Der Grund war, dass die Ringstraat einen Meter höher als geplant angehoben wurde, so dass das Gebäude optisch zu versinken schien und daher den Beinamen „versunkenes Schiff“ erhielt. Wegen all der Kritik wurde Van der Nüll schwer depressiv und beging Selbstmord. Ungefähr zehn Wochen später starb von Sicardsburg an Tuberkulose und die beiden architekten haben die öffnung so nicht erlebt.
Die Eröffnung fand am 25. Mai1869 mit der Oper Don Giovanni von Mozart. 1920, nach dem Untergang des Reiches, wurde die K.K. Hofoper in Staatsoper umbenannt. Am 12. März 1945 wurde das Opernhaus aufgrund eines Fehlers der Amerikaner, die das Gebäude für etwas anderes hielten, fast vollständig bombardiert. Das Gebäude überlebte, aber der Saal und die Bühne brannten vollständig ab. Nach langen Diskussionen, die Oper woanders wieder aufzubauen oder das zerstörte Gebäude zu restaurieren, fiel die Wahl auf Letzteres. Für diese ehrenvolle Aufgabe wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, den Erich Boltenstern. Der Saal wurde weitestgehend im Originalzustand wiederaufgebaut, allerdings im Stil der die fünfziger. Für eine optimale Akustik wurde die Halle in „Hufeisenform“ gebaut, größtenteils mit Holz als Material. Die Sitzplätze im Erdgeschoss wurden reduziert und der Balkon im vierten Geschoss, wo früher Säulen den Blick versperrten, wurde nun mit neuen Techniken geöffnet. Die Fassade, der Haupteingang, die Prunktreppen, das Schwind-Foyer und die Teestube blieben im Feuer unversehrt und sind erhalten. Auf 5. November1955 die Wiedereröffnung wurde festlich gefeiert mit Beethovenfidelio geführt von Karl Böhm. Für viele Österreicher war es nicht die offizielle Unterzeichnung des Staatsvertrages vom 15. Mai 1955, aber diese festliche Premiere war der Auftakt für ein neues Zweite Republik Österreich.
Unternehmen
Die Spielsaison dauert vom 1. September bis 30. Juni; die Kompanie fungiert als Repertoiretheater. Mehr als sechzig verschiedene Werke werden von Oper und Ballett aufgeführt und vom 'Orchester der Wiener Staatsoper' begleitet, das wiederum aus dem 'Wiener Philharmoniker'. Seit 2005 fusioniert das Ballett mit dem Ballett der Volksoper Wien und in beiden Häusern unter dem Namen aufgeführt:Das Ballett der Wiener Staatsoper und Volksoper„Im September 2010, Manuel Legris das Unternehmen unter der gleichen Struktur und heißt fortan ' Wiener Staatsballett' Auf dem Dach befindet sich das Kinderzelt, in dem verschiedene spezielle Kinderopern aufgeführt werden. Pro Spielzeit finden durchschnittlich acht Opern und zwei Ballettpremieren/Wiederaufnahmen statt. Traditionell findet jedes Jahr am 31. Dezember die Operette 'Die Fledermaus' von Johann Strauß jr. Platz mit als Überraschung im 2. Akt ein bekannter Gastsolist, der eine Arie singt.
Der Saal verfügt über 1709 Sitzplätze, 567 Stehplätze und 4 Rollstuhlplätze mit 4 Betreuerplätzen. Stehkarten können übrigens nur 80 Minuten vor Vorstellungsbeginn an der Abendkasse gekauft werden und haben keine feste Nummer. Geprobt wird im Opernhaus selbst, in der Kostümwerkstatt 'Kunst für die Kunst' und in Abteilungen der Verwaltung sind im angrenzenden 'Hanuschhof' untergebracht.
An verschiedenen Abenden im Mai, Juni, September und Oktober werden auf dem Herbert-von-Karajan-Platz direkt neben dem Opernhaus Opern und Ballette live auf einer großen Videoleinwand übertragen.
Opernball
Jedes Jahr am Donnerstag davor Aschermittwoch findet der international renommierte Opernball statt und ist zugleich der Höhepunkt der Wiener Ballsaison. Dies ist auch der offizielle Ball der Republik Österreich, bei dem die Kanzler und Bundespräsident vorhanden. Darüber hinaus besuchen häufig internationale Stars diese Veranstaltung. Die Vorbereitungen beginnen unmittelbar nach der letzten Vorstellung am Montagabend vor dem Ball. Die Stühle werden aus dem Saal entfernt, der Orchestergraben angehoben und ein Special Stahlstruktur sorgt dafür, dass die Tanzfläche bühnengleich ist. Auf der Bühne werden temporäre Boxen gebaut, die ein Spiegelbild des Saals bilden, und im ganzen Gebäude werden ca. 15.000 Blumen aufgehängt. Bei der Eröffnungszeremonie treten 120 junge Paare auf, Solisten singen Arien aus berühmten Opern und das Ballett tanzt ein eigens angefertigtes Choreographie. Dann folgt: 'Alles Walzer' und wenn die Paare mit dem Donauwalzer der Ball ist offiziell eröffnet. Traditionell gibt es an diesem Abend vor der Oper draußen Demonstrationen, bei denen gegen die Elitetruppe drinnen protestiert wird. Eintrittskarten ab 230 €. Eine Kiste für diesen Abend kostet 17.000 Euro. Am Tag danach gibt es traditionell „die Zauberflöte für Kinder“ und Samstagabend ist die erste normale Vorstellung.
Direktoren
Große Namen wie Gustav Mahler und Richard Strauss habe dieses Haus geführt. Seit 2010 dient Dominique Meyer der Wiener Oper, zuvor war er Intendant von Theater des Champs-Elysées in Paris. In 2010, Seiji Ozawa als Musikdirektor von Franz Welser-Möst abgelöst.
Liste der Regisseure
- Franz von Dingelstedt (1867-1870)
- Johann von Herbeck (1870-1875)
- Franz von Jauner (1875-1880)
- Wilhelm Jahn (1881-1897)
- Gustav Mahler (1897-1907)
- Felix Weingärtner (1. Direktion 1908-1911)
- Hans Gregor (1911-1918)
- Richard Strauss / Franz Schalk (1919-1924)
- Franz Schalk (1924-1929)
- Clemens Krauss (1929-1934)
- Felix Weingärtner (2. Direktion 1935-1936)
- Erwin Kerber (1936-1940)
- Heinrich Karl Strohm (1940-1941)
- Lothar Muthel (1941-1942)
- Karl Böhm (1. Direktion 1943-1945)
- Franz Salmhofer (1945-1954)
- Karl Böhm (2. Direktion 1954-1956)
- Herbert von Karajan (1956-1964)
- Egon Hilbert (1964-1968)
- Heinrich Reif-Gintl (1968-1972)
- Rudolf Gamsjäger (1972-1976)
- Egon Seefehlner (1. Direktion 1976-1982)
- Lorin Maazel (1982-1984)
- Egon Seefehlner (2. Direktion 1984-1986)
- Claus Helmut Dresse (1986-1991)
- Eberhard Wächter (1991-1992)
- Ioan Holender (1992-2010)
- Dominique Meyer (2010-2020)
- Bogdan Roscic (2020-)
Liste der Musikdirektoren
- Claudio Abbado (1986-1991)
- Seiji Ozawa (2002-2010)
- Franz Welser-Most (2010-2014)
- Philippe Jordan (2020-)
Externer Link
| Siehe die Kategorie Wiener Staatsoper von Wikimedia Commons für Mediendateien zu diesem Thema. |