WikiDer > Werner Kiewitz
Werner Kiewitz (Breslau, 9. August1891 - Freiburg im Breisgau, 1. Januar1965) war ein Deutsche Militär und Diplomat.
Lebenszyklus
Er war der Sohn eines Offiziers, eines Spezialisten für den Bau von Verteidigungsanlagen. Er studierte am Gymnasium in Schlesien Waldenburg und dann zur Militärschule in Kassel. 1910 wurde er Offizier und nahm an der Erster Weltkrieg. 1920 verließ er die Armee.
1921-1923 war er an der Festlegung der deutsch-polnischen Grenzen und der Grenzen in Oberschlesien. 1924 legte er die erforderliche Diplomatenprüfung ab und wurde vom Außenministerium rekrutiert. 1929 war er Gesandter in Belgrad.
Ab Ende 1934 arbeitete er in der Präsidentenkanzlei, unter Otto Meissner und Heinrich Döhle.
Inzwischen zum Colonel befördert, war er Zweiter Weltkrieg der persönliche Vertreter und Verbindungsbeamte der Hitler (eigentlich die Wache) um König Leopold III. Nach den Nazis und auch nach Hitler nahm er nach und nach seine Rolle als Beschützer des Königs ein. Hitler nannte ihn in seinen berüchtigten Tischgesprächen einen „Büffel“ im Dienste des Königs, der ihm zu viele Freiheiten, wenn nicht sogar Dreistigkeit, einräumte. Nach der Gefangenschaft der königlichen Familie zu Hirschstein für Kiewitz, der nach Berlin zurückkehrte, gab es keine Aufgabe mehr. Sein Chef Meissner riet ihm, sich unsichtbar zu machen.
Im Juli 1944 wurde er von der SS wegen des Verdachts der Beteiligung an dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 verhaftet. Nach zweimonatiger Untersuchungshaft wurde er aus Mangel an Beweisen entlassen.
Seine letzten Interventionen für Leopold brachten ihm die Feindschaft von Himmler geliefert. Er wurde von ihm gemacht degradiert zum Kapitän und dem Kriminalbrigade Dirlewanger, berüchtigt für imposante 'Himmelfahrtkommandos'.
1945 wurde er verletzt und verlor seinen rechten Arm und seine Schulter. Er geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft und wurde im März 1946 freigelassen.
Ab 1949 wurde er Beamter im Außenministerium der Bundesrepublik. Von 1956 bis 1959 war er in der Kanzlei des Bundespräsidenten für die Ehrenzeichen zuständig.
Literatur
- Albert DEJONGHE, Hitler und das politische Schicksal Belgiens, Nederlandsche Boekhandel, Antwerpen, 1972.
- Albert DEJONGHE, Die letzte Botschaft von Kiewitz im Auftrag Leopolds III. für Hitler (15. Juni 1944), in: Belgische Zeitschrift für Philologie und Geschichte, 1987.
- Albert DEJONGHE, Aspekte der Deportation von König Leopold III. nach Deutschland, in: Beiträge des Forschungs- und Studienzentrums für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs“, 1988.
- Jan VELAERS & Herman VAN GOETHEM, Leopold III. Der König, das Land, der Krieg, Tielt, 1994.
- Matthias MOLT: Von der Wehrmacht zur Bundeswehr, Heidelberg 2007